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15 Hardtails aller Preisklassen im Test
Hart, aber herzlich
Hardtails sind Bikes von gestern? Von wegen! Der große MB-Test zeigt die ganze Faszination dieser Bikes und sorgt für neuen Diskussionsstoff. Garantiert! Zu den getesteten Produkten
Hart, aber ehrlich windet sich der Trail ins Tal. Jetzt einfach mit einem Federwegsmonster drüberbrettern, sich nur dem Rausch der Geschwindigkeit hingeben? Nein, dieser Weg soll eine echte "Erfahrung", eine Herausforderung sein. Jeder Stein, jede Wurzel will gespürt und bezwungen werden. Um am Ende stolz und Glückshormon-durchströmt sagen zu können: "Ja, Hardtails sind einfach absolut faszinierend!"
Aber macht das Biken mit ungefedertem Hinterbau denn heutzutage noch Sinn? Empfiehlt MB nicht meist ein Fully als passenden Untersatz vom Rennen bis zum Alpencross? Klar, ein vollgefedertes Bike bietet in den meisten Fahrsituationen gegenüber dem Hardtail Vorteile. Der Suspension-Hinterbau stellt ständigen Bodenkontakt des Reifens her, die Folge dieser "Dauer-Traktion": Fullys bringen bergab mehr Sicherheit und damit Geschwindigkeit. Zudem klettern sie speziell an technischen Passagen besser.
Also warum dann ein Hardtail? Weil die aktuellen Modelle für viele Zielgruppen immer noch die zumindest radikalere Lösung sind. Einsteiger erhalten für verhältnismäßig wenige Euro ein solides Ausstattungspaket, Racer bekommen die hundertprozentige Effizienz. Fans von Sorglos-Bikes laben sich ebenso an der Kunst des Verzichts wie die Grammfeilscher der Leichtbau-Fraktion. Individualisten finden eine riesige Spielwiese bis zur Maßanfertigung aus Titan, und Ästheten lieben die klassischen Formen und Materialien.
15 Bikes hat MB für dieses Hardtail-Special in Praxis und Labor getestet, fünf Kategorien zu je drei Rädern zeigen die ganze Bandbreite der frontgefederten Geländeräder. Und diese fünf Klassen geben Aufschluss darüber, welcher Hardtail-Typ Sie sind! So buhlen Bulls, Ghost und Stevens in der 999-Euro-Klasse um die Gunst der Einsteiger. Giant, Steppenwolf und Trek wollen im Bereich bis 1500 Euro die Vernunftehe mit Touren-Liebhabern eingehen. Edel und schnell präsentieren sich die bis 2500 Euro teuren Flitzer von BMC, Rotwild und Specialized. Perfekt für Racer: die spektakulären Carbonbikes von Look, Cannondale und Scott. Schließlich besitzen Endorfin, Rocky Mountain und Seven das gewisse Extra, das Bike-Liebhaber suchen.
Natürlich ist dabei ein Bike für 999 Euro kaum mit einem fünf Mal so teuren Rennhobel vergleichbar. Daher sind die Bewertungen der Räder immer auf die entsprechende Kategorie bezogen. Was der Käufer in den Klassen an Eigenschaften erwarten kann, erläutert der allgemeine Text.
Allen Hardtails ist aber eines gemein: Wenn sie Genuss bieten sollen, müssen sie dem Fahrer "passen". Klasse: Anders als bei Fullys kann der Kunde bei Hardtails meist aus vier oder fünf Rahmengrößen wählen, beim Stumpjumper sind es sogar sechs! Wichtiger als die meist als "Größe" angegebene Länge des Sitzrohrs ist aber die des Oberrohrs. Ein langes Oberrohr sorgt für eine sportlich-gestreckte, ein kurzes Oberrohr für eine kompakte Sitzposition. Zu lang oder zu kurz darf es dabei nicht sein: Sonst wird aus dem erhofften Racer eine Streckbank, aus dem vermeintlichen Trail-Flitzer ein enger Folterstuhl.
Stichwort Folter: Der Verzicht auf einen gefederten Hinterbau bedeutet nicht den Verzicht auf jeglichen Komfort! Reifen, Sattel, Sitzposition und der von MB im Labor gemessene "Komfortwert" des Rahmens mit verbauter Sattelstütze entscheiden darüber, ob der Biker auf ruppigen Passagen Angst um seine Zahnfüllungen haben muss. Diese vertikale Elastizität spielt jedoch nur im Sitzen eine Rolle, steht der Biker, sind neben den Reifen die Gesamthärte des Rahmens und der Vorbau-Lenker-Einheit bedeutsam.
Erstaunlich, wie fühlbar dies ist! Als Beispiel dient das Seven Sola, dessen Titanrohre im Labor geringe Steifigkeiten zeigen, das auf dem Trail aber mit sahnigem Komfort und viel Toleranz gegenüber Fahrfehlern glänzt. Racern wird dies egal sein, für sie zählt geringes Gewicht bei hoher Steifigkeit – damit kein Jota Wadenkraft in flexenden Konstruktionen verpufft. Hier gibt in den Tabellen der Testberichte der Steifigkeits-Gewichts-Index („SGI“) Aufschluss, den MB als Quotienten aus der Summe der Steifigkeiten zum Rahmengewicht ermittelt.
FAZIT: Die Hardtail-Generation 2008 ist so zeitgemäß wie zeitlos. Egal ob Einsteiger-Bike oder rassige Rennmaschine – es brechen schöne, "harte Zeiten" an! Bulls und Giant haben am Ende bei den günstigen Hardtails die Stollen vorne, während das überragende Rotwild in der 2500-Euro-Klasse triumphiert. Den Vergleich der famosen "Carbonis" gewinnt Scott hauchdünn vor Cannondale. Bei den Liebhaber-Bikes verbietet sich eine Rangliste – auch wenn Seven die Faszination Hardtail unwiderstehlich in Titan gegossen hat!
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