Windjacken und -westen bis 100 Euro für Mountainbiker im Test (2015)

Test: 18 Windjacken und -westen


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Windjacken und Westen
Foto: Manfred Stromberg

 

Bioracer Body Spitfire
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Castelli Velo West
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MountainBIKE Cube Teamline Windwest Pure
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Demarchi Leggero Vest
Foto: Benjamin Hahn
Damit Sie dem kalten Fahrtwind keine Chance geben: MountainBIKE hat 18 aktuelle Windwesten und -jacken bis 100 Euro getestet.
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Mountainbiker lieben nichts so sehr wie eine lange, flowige Trail-Abfahrt – die adrenalinhaltige Belohnung für so manch zähe Steigung. Doch warten nicht nur Momente des Glücks auf Biker. Am Gipfel angekommen, kann bei der Rast der Wind orkanartig in die Glieder fahren und den noch schweißnassen Körper auskühlen, ganz zu schweigen vom Fahrtwind auf der Abfahrt.

Um Erkältungen vorzubeugen, ist ein Windschutz auf Bike-Touren daher Pflicht. Bike-Westen oder Windjacken, die bei Bedarf schnell übergestreift werden, bieten zuverlässigen Schutz und sind günstig zu haben.

Doch welche Modelle punkten sowohl mit starkem Windschutz als auch schwitzfreiem Klima? Und welcher Biker-Typ greift zur Weste, wer zur Windjacke? Um diese Fragen zu beantworten, hat MountainBIKE zusammen mit dem Schwestermagazin RoadBIKE elf aktuelle Windwesten und sieben Jacken im Preisbereich zwischen 70 und 100 Euro getestet.

Wozu überhaupt Windwesten?

Mit einem Durchschnittspreis von gut 87 Euro sind die ärmellosen Windlatze im Schnitt kaum günstiger als ihre langärmeligen Pendants, bieten dem Körper aber eine geringere Schutzfläche. Der Preis erscheint ob des geringeren Materialaufwands überteuert.

Dennoch erfreuen sich Windwesten einer großen Beliebtheit unter Mountainbikern: Sind Sie vorwiegend ohne Rucksack unterwegs, sind Windwesten die bessere Wahl, da diese sich aufgrund geringerer Abmessungen mühelos zusammengefaltet in der Trikottasche verstauen lassen. Zudem wiegen die Ärmellosen im Vergleich zu den Testjacken durchschnittlich 34 Gramm weniger. Auch das angenehme Klima-Management der Windwesten findet den Zuspruch vieler MTB-Fans.

Biken Sie zumeist mit einem Rucksack, spielen Gewicht und Stauraum eine untergeordnete Rolle – und eine Windjacke kann ins Gepäck. Durch deren größere Schutzfläche mit Abdeckung der Arme bilden viele Windjacken eine Art „Schutzatmosphäre“, die dezent wärmend wirkt – für Touren, bei denen kühles Wetter zu erwarten ist, ideal. Außerdem sparen Sie etwa das Zusatzgewicht von Armlingen. An warmen Tagen kann es in Windjacken jedoch leicht schwitzig werden.

Wer sich nicht entscheiden kann: Die Vaude Windoo Jacket meistert den Spagat zwischen Jacke und Weste. Ihre Ärmel lassen sich per Reißverschluss abtrennen. Was aber, wenn es zu regnen anfängt? Der Nässeschutz aller getesteten Jacken ist vor allem wegen der Belüftungseinsätze selbst für leichte Schauer nicht ausreichend.

Wichtig: Kein Windschutz ohne die richtige Passform

Für besten Windschutz ist nicht nur eine winddichte Materiallage an der Front Pflicht. Auch die Passform muss einen körpernahen Sitz ohne Schlupflöcher für den Fahrtwind gewährleisten, so dass es weder an den Achseln noch am Kragen reinziehen kann.

Zudem macht sich „überflüssiges“ Material durch lautstarkes Flattern bemerkbar. Greifen Sie beim Kauf daher im Zweifel zur kleineren Größe. Eher straff sitzend lässt sich dann auch der Reißverschluss während der Fahrt, etwa zur Temperaturregulierung, ebenfalls besser öffnen oder schließen, da das Material keine Falten wirft.

Achten Sie bei der Anprobe im Shop zudem darauf, dass die Weste oder Jacke in Fahrhaltung anliegt, ohne einzuengen. Aufrecht stehend dürfen diese ruhig leicht spannen. Zudem sollte das Material an den Armlöchern (Weste) oder den Ärmeln (Jacke) nicht abstehen, denn kein Mountainbiker fährt gerne mit einem sich aufplusternden „Bremsfallschirm“.

In ihrer Hauptfunktion als leichte Schützer sind Windwesten und -Jacken keine Ausstattungsriesen. Besonders bei den Windwesten sind aufgesetzte Taschen nur bedingt sinnvoll, da kaum ein Biker bei Benutzung des „Windverhüterlis“ den gesamten Inhalt der Trikottaschen umpacken will. Öffnungen im Rückenbereich der Weste oder der Jacke für schnellen Zugang zu den Trikottaschen sind eine willkommene praxisnahe Lösung und erleichtern die Handhabung.

Ob Windweste oder Jacke, wichtig ist, dass sich der Front-Reißverschluss während der Fahrt leicht bedienen lässt. Denn allen Ventilationshilfen oder Netzeinsätzen zum Trotz: Mit einem leichtgängigen Zipper lässt sich das Jackenklima am effektivsten regulieren.

Aber Achtung: Bei einigen Modellen ist der Reißverschluss für den Windschutz komplett hinterlegt, was den Nachteil birgt, dass sich der Zipper leicht darin verklemmen kann, wie es etwa bei der Demarchi Leggero Vest, der Löffler Bike-Jacke Windshell und der Protective Wind Reflective Check der Fall ist.

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16.09.2015
Autor: Christian Zimek/Christian Brunker
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 8/2015