Test: 24 Radhosen für Männer und Frauen - Kaufklasse vs. Highend (2014)

24 Bike-Hosen im Labor- und Praxis-Test


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Radhosen im Test
Foto: Daniel Geiger

 

MountainBIKE Radhosen Castelli Evoluzione Bibshort
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Radhosen Castelli Evoluzione Bibshort - Grafik
Foto: MountainBIKE

 

MountainBIKE Radhosen Craft Performance Bibshort
Foto: Benjamin Hahn

 

MountainBIKE Radhosen Craft Performance Bibshort - Grafik
Foto: MountainBIKE
Bibshorts und Trägerlose wollen Biker mit dauerhaftem Sitzkomfort und bequemer Passform verwöhnen. Die Frage dabei: Wie viel kostet der Spaß? Der MountainBIKE-Test von 24 Kaufklasse- und High-End-Shorts für Herren und Damen liefert die Antwort.

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Allen Beinkleid-Moden zum Trotz: Auch wenn aktuell sehr viele Mountainbiker den lässigen Look und die praktischen Features einer Baggyshorts bevorzugen und dies auch farbenfroh zur Schau tragen – darunter nutzen erfahrene Biker weiterhin das schlichte, funktionale Sitzmöbel mit Namen „Bibshorts“.

Aus gutem Grund. Zwar bieten aktuelle Baggyshorts mit gepolsterter Innenhose guten Komfort, und man erhält zum Preis einer hochwertigen Bibshort quasi zwei Hosen. Aber: Auf ausgedehnten Touren mit langen Anstiegen und schwerer Rucksacklast auf Rücken und Sitzfleisch wird selbst der zähste Biker bekehrt.

Hochwertigere Sitzpolster, ein durch die Träger fixierter, stets perfekter Sitz und die aufwendigere Fertigung der Bike-Hosen im Spandex-Look lassen sich beim besten Willen nicht wegdiskutieren. Doch auch bei diesem Hosen-Typ gibt es enorme Unterschiede in Preis und Qualität. Um herauszufinden, welche Bib top Komfort bietet und welche Features High-End-Hosen auszeichnen, prüfte MountainBIKE 24 Modelle für Herren und Damen.

Fotostrecke: Testergebnisse: 6 Highend-Radhosen für Herren und Damen

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MountainBIKE Radhosen Assos T.neoPro_s7 Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Radhosen Assos T.neoPro_s7 - Grafik Foto: MountainBIKE
MountainBIKE Radhosen Gore Bike Wear Alp-X 2.0 Bibtights Short+ Foto: Benjamin Hahn

So finden Sie die richtige Bibshorts

Bei der Suche nach der richtigen MTB-Hose sind die Dimensionen des Sitzpolsters ausschlaggebend. Doch kaum ein Hersteller gibt diese wichtigen Informationen preis. Damit Sie sofort mehr Sitzkomfort genießen können, hat MountainBIKE sämtliche Polster in Breite und Dicke vermessen und ihre Festigkeit und Dämpfungseigenschaft en miteinander verglichen.

Zwar sind die individuellen Vorlieben bei der Polsterwahl vielfältig, die meisten Mountainbiker und Mountainbikerinnen fürchten jedoch Durchsitzen und Windelgefühl gleichermaßen, weshalb ein straffes, nicht zu dickes Polster in vielen Fällen die beste Wahl ist.

Unter den Kaufklasse-Modellen für Herren im Preisbereich zwischen 70 und 100 Euro erfüllen etwa die Modelle von Gonso, Gore, Mavic und Rose diese Anforderungen, bei den High-End-Shorts von 139 bis 239 Euro Assos und X-Bionic. Biker-Ladys finden diese Eigenschaften unter den Kaufklasse-Shorts von 90 bis 100 Euro bei Craft, Gore und Vaude sowie bei den „Highendern“ von Assos (129 Euro) und Castelli (160 Euro).

Sollten Sie bereits eine MTB-Shorts besitzen, verwenden Sie diese als Referenz. Viele Sitzbeschwerden rühren von einem zu schmalen oder falsch positionierten Sitzpolster. Versuchen Sie, Ihre Sitzbeinhöcker in Fahrhaltung zu ertasten: Liegen diese auf den Rändern des Sitzpolsters oder gar daneben, sollten Sie ein breiteres Polster wählen.

Für die MountainBIKE-Messung wurde die breiteste Stelle des Polsters vermessen und die Werte für Herren und Damen getrennt vermerkt. Die Breitenspanne der Herren-Hosen reicht von 15,5 bis 19,5 cm, bei den Damen von 14 bis 18,5 cm. Hilfreich ist auch die Vermessung Ihres Sitzbeinhöckerabstands. Das Polster sollte etwa drei Zentimeter breiter als der gemessene Abstand sein.

Bei korrekter Polstergröße und -position liegen die flügelartigen Polsterzonen mittig unter den Sitzbeinhöckern. Treten an dieser Stelle Schmerzen auf, obwohl das Polster breit genug ausfällt, greifen Sie zu einer Hose mit straff erem und/oder dickerem Polster.

Fotostrecke: Testergebnisse: 6 Damen-Radhosen bis 100 Euro

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MountainBIKE Radhosen Craft PB Bibshorts W Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Radhosen Craft PB Bibshorts W - Grafik Foto: MountainBIKE
MountainBIKE Radhosen Endura FS260 Pro Bibshort Foto: Benjamin Hahn

Sitzenbleiben ist erste Testerpflicht

Neben der Beschaffenheit des Sitzpolsters floss auch das Tragegefühl der MTB-Hosen in die Bewertung des Tragekomforts (40 Prozent der MountainBIKE-Note) ein. Denn wer viele Stunden im Sattel sitzt, braucht eine Shorts, die sich Bewegungen geschmeidig anpasst und angenehm auf der Haut liegt.

Für den Komfort-Check bestritten die MountainBIKE-Tester unzählige Trail-Kilometer mit einem definierten Rucksackgewicht – Biken im Wiegetritt war hierbei tabu, so machten sich Druckstellen im Sitzbereich schneller bemerkbar. Das Ergebnis: Sehr guten Tragekomfort erhalten Mountainbiker mit der Shimano bereits für 70 Euro.

Die rund 80 Euro teure Gonso kommt mit perfekter Verarbeitung und ihrem mitteldicken und -festen Polster sogar dem Komfort-Niveau der High-End-Liga nah. Damen müssen für ähnliche Leistung zehn bis 20 Euro drauflegen (Endura, Gore, Vaude). Und dies, obwohl der Materialeinsatz bei den überwiegend trägerlosen Shorts sogar geringer ist.

Für überragenden Komfort greifen Männer hingegen deutlich tiefer in die Tasche: Mit rund 170 Euro Kaufpreis verwöhnt die Gore-Shorts Alp-X 2.0 Biker von sportlich-schlanker Statur mit ihrem top Sitzpolster auch auf sehr langen Ausfahrten. Damen, die auf Träger verzichten können – oder wollen – bekommen mit der Assos höchsten Tragekomfort für vergleichsweise günstige 129 Euro.

Der Schnitt, der Sitz der Beinabschlüsse, die Flexibilität der Stoffe und Positionierung des Sitzpolsters standen im Fokus des Passformtests (40 Prozent der Endnote). Durch dehnbare Stoffe erzielen bereits die Kaufklasse-Hosen einen sportlich-körpernahen, aber bequemen Sitz.

Die Beinabschlüsse bei Craft, Northwave und Shimano fallen zu eng aus, bei den Damen-Shorts ernteten der drückende Reißverschluss der Endura und die zu straff en Beinabschlüsse der Pearl Izumi Kritik. Die Passform der High-End-Modelle ist bei den Herren-Hosen nochmals ausgereifter, wie die Shorts von Assos und X-Bionic zeigen.

Die Verarbeitungsqualität (20 Prozent der Endnote) ist meist hoch, bei Castelli, Gore, der Lady-Craft sowie der Herren-Assos störte jedoch die Ausführung der Nähte im Detail und sorgte für Reibstellen.

Mit tadelloser Verarbeitung und hohem Komfort erringt Gonso den Kaufklasse-Testsieg, die günstige Rose erringt den MB-Kauft ipp. Damen erhalten mit Gore und Vaude starke Leistung zum Kaufklasse-Tarif. Der High-End-Testsieg geht bei den Herren an das hochkomfortable Strickwerk von X-Bionic, dicht gefolgt von Gore. Damen sitzen mit der hochklassigen Assos-Shorts immer richtig.


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16.07.2014
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 07/2014