Neun Regenhosen für Mountainbiker im Test

Test: Neun MTB-Regenhosen

Absolut wasserdicht und gleichzeitig höchst atmungsaktiv – die Hersteller von Regenhosen für Radfahrer übertrumpfen sich darin, die Vorteile ihrer Modelle anzupreisen. MountainBIEK hat neun Regenhosen zwischen 70 und 240 Euro getestet.

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Mountainbiken bei Schmuddelwetter kann verdammt schön sein. Selbst die MTB-Tour bei Regen und Matsch macht mitunter richtig Spaß. Voraussetzung: Der Biker wird nicht nass bis auf die Knochen und muss vor Kälte zittern.

Neben dem Oberkörper können auch ein durchnässtes Gesäß und nasskalte Beine richtig unangenehm werden. Doch die Hersteller versprechen Abhilfe – in Form von Regenhosen fürs Mountainbiken. Ihr praktisch einhelliges Produktversprechen: „Unsere Hose ist wasserdicht, aber trotzdem atmungsaktiv.“ Sprich: Von außen kommen Regen und Spritzwasser nicht durch, von innen gelangt der Schweiß aber nach außen und kann verdunsten.

Der Punkt Atmungsaktivität ist nicht zu unterschätzen. Denn was nützt der beste Regenschutz, wenn der Mountainbiker schon beim ersten leichten Anstieg im eigenen Saft gart? Was ist also wirklich dran an den vollmundigen Versprechen der Hersteller? MountainBIKE wollte es wissen und hat neun Modelle aller Preisklassen getestet.

Dazu drehten die Regenhosen zunächst mal tausende Runden – und zwar in der Waschmaschine. Die Mission: Runter mit der werkseitig aufgebrachten Imprägnierung. Schließlich sollte nicht das beste Imprägniermittel getestet werden, sondern die beste Hose. Und eine gute Imprägnierung kann den Regenschutz deutlich erhöhen und Verarbeitungsmängel wie etwa unsauber abgedichtete Nähte kaschieren.

Das zeigt aber auch: Die Imprägnierung der Regenhose kann Gold wert sein und sollte deshalb regelmäßig erneuert werden – etwa nach jedem vierten bis fünften Waschgang.

Dauer-Beregnung in der Regenkammer

Nach der Waschmaschinen-Dauerbelastung ging es für die Hosen zum Leistungsnachweis in die Regenkammer. Unter stets gleichbleibenden Bedingungen mussten sie beweisen, ob sie dicht halten. Dabei trennte sich schnell die Spreu vom Weizen.

Auf der einen Seite standen die Modelle von Gore Bike Wear, Löffler und Vaude. Hier hatte der Regen keine Chance, nicht ein Tropfen gelangte bis ans Bein. Auf der anderen Seite positionierten sich die Hosen von Craft, Endura, Protective und speziell Rose. Nach mehr oder weniger kurzer Zeit bahnte sich die Flüssigkeit ihren Weg durchs Material zum Körper und sorgte für unangenehme kalte Nässe am Bein.

Das Problem des Mottos „wasserdicht, aber atmungsaktiv“ zeigt indes Scotts Helium auf. Zwar schützt die Außenhaut effektiv vor dem Regenguss. Allerdings verfügt die Helium über Reißverschlüsse am Oberschenkel. Geöffnet tragen sie zum besseren Klima bei. Doch genau hier drang im Test Wasser ein – wohlgemerkt bei geschlossenem Reißverschluss. Grund: Der Zipper ist nicht abgedichtet.

Beim Klimamanagement setzt Scott allerdings Maßstäbe. Das sündhaft teure Modell aus der Schweiz setzt auf die Active Shell Membran von Gore Tex (GTX), derzeit die Nummer eins unter den atmungsaktiven Stoffen. Entsprechend liegt Scott in dieser Wertung gemeinsam mit Löfflers GTX-Modell sowie der „einfachen“ Gore-Tex-Hose von Gore Bike Wear an der Spitze. In den Hosen von Agu oder Protective hingegen rann schnell der Schweiß an den Testerbeinen hinunter.

Ein Augenmerk legten die Tester auch auf die Passform. Die perfekte Regenhose muss sportlich am Bein liegen, ohne jedoch beim Pedalieren unangenehm zu spannen. Auch hier überzeugen vor allem die teureren Modelle von Scott, Gore, Vaude und speziell Löffler. Manche günstige Hose scheint indes eher als Überhose für die Jeans konzipiert – und fällt entsprechend weit aus.

Allerdings lässt sich bei fast allen Produkten die Weite der Hosenbeine anpassen. Nur bei Roses Sekano fehlt diese Option. So droht die weite Hose ins Kettenblatt zu gelangen.

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27.02.2014
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 11/2013