MTB-Bundesliga: Stiebjahn und Dahle-Flesjaa gewinnen Finale in Titisee-Neustadt


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MTB Bundesliga Finale Titisee Neustadt 2016
Foto: EGO-Promotion, Armin M. Küstenbrück

 

Bundesliga Finale Titisee Neustadt 2017
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Bundesliga Finale Titisee Neustadt 2017
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MTB Bundesliga Finale Titisee Neustadt 2016
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MTB Bundesliga Finale Titisee Neustadt 2016
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Rekord-Weltmeisterin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa und Lokalmatador Simon Stiebjahn haben bei regnerischen Bedingungen das letzte Rennen der KMC MTB Bundesliga gewonnen. An der Hochfirst-Schanze in Titisee-Neustadt konnte sich Stiebjahn damit auch zum dritten Mal zum Gesamtsieger küren lassen. Bei den Damen reichte Hanna Klein ein fünfter Rang ersten Bundesliga-Gesamtsieg.

Für das Publikum in Titisee-Neustadt war das Rennen der Herren wie gemalt. Der Regen kostete zwar eine gewisse Anzahl an Zuschauern, doch „Hausherr“ Simon Stiebjahn kam das durchaus entgegen.

Der Bulls-Fahrer, Vorjahres-Sieger Florian Vogel (Focus XC) und der Franzose Antoine Bouqueret bildeten eine dreiköpfige Spitzengruppe in der zweiten Runde eine Spitzengruppe, die immer noch Bestand hatte als es 200 Meter vor dem Ziel in den ansteigende Auslaufzone der Hochfirst-Schanze ging.

Da ließ sich der Top-Sprinter Simon Stiebjahn die Chance nicht entgehen, knallte mit all der noch vorhandenen Wucht den Anstieg hoch und nahm einige Meter Vorsprung auf die Zielgerade. Unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer feierte der 26-Jährige den ersten Cross-Country-Bundesliga-Sieg seiner Karriere und damit auch seinen dritten Gesamtsieg.

„Ich habe auf einen Top-Ten-Platz gehofft. Dass ich vorne mitfahren oder gar gewinnen kann, das hätte ich nicht gedacht. Der Regen hat mir sicher geholfen“, erklärte Stiebjahn.

In der vorletzten Runde versuchte er einmal die Spitzengruppe zu sprengen, doch seine Kontrahenten ließen sich nicht abschütteln. Auch Vogel versuchte es, doch auch dessen Attacke wurde neutralisiert. „Ich bin dann schon vor dem Einstieg in den Singletrail gesprintet, weil ich wusste: wenn ich da vorne bin, dann komme ich auch als Erster in den Schanzenauslauf“, erklärte Stiebjahn wie er seinen Sieg vorbereitete.

Und mit einem Grinsen meinte er: „Im Sprint muss mich erst mal einer schlagen.“ In diese Kerbe schlug auch Florian Vogel. „Wir haben ihn nicht gewinnen lassen, aber ich bin kein so guter Sprinter. Stiebi hat verdient gewonnen. Aber es war cool, dass es so eng war bis zum Schluss. Ich habe das Rennen noch mal richtig genossen“, kommentierte der Schweizer, der nach 1:30:33 Stunden eine Sekunde Rückstand hatte.

Antoine Bouqueret kam mit drei Sekunden Differenz über die Ziellinie und jubelte per Wheelie. Der französische U23-Fahrer, der vor zwei Wochen beim Weltcup in Andorra schon am Sieg geschnuppert hatte, freute sich auch über Rang drei.

„Der dritte Platz ist für mich eine große Überraschung. Weil ich nächstes Jahr Elite fahre, war das gewissermaßen ein Testrennen für mich. Es war etwas schwierig vom Kopf her, ob ich das Rennen durchhalte und vielleicht sogar gewinnen kann“, so Bouqueret. Als Vogel angegriffen habe, da sei er kurz weg gewesen und auch gestürzt. Aber letztlich schaffte er noch mal den Anschluss.

Rang vier ging an Vize-Europameister Fabian Giger (Kross Racing). Der Schweizer hatte gemeldet arbeitete sich im Verlauf des Rennens nach vorne. Am Ende hatte er aber 2:24 Minuten Rückstand.Hinter ihm belegte der Deutsche Meister Markus Schulte-Lünzum (Haltern) Rang fünf (+2:53). Ben Zwiehoff (Bergamont), der vor dem Rennen noch Aussichten auf den Gesamtsieg hatte, konnte vorne nicht mithalten und stieg nach einem Sturz aus dem Rennen aus.

Video: XC-Bundesliga-Finale 2016 in Titisee-Neustadt




Damen: Start-Ziel-Sieg für Gunn-Rita Dahle-Flesjaa

Das KMC Bundesliga-Rennen der Damen wurde zur Solo-Show von Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida). Die favorisierte Norwegerin übernahm bereits in Runde eins die Führung und baute sie kontinuierlich aus.

„Bei diesem Wetter muss man ruhig bleiben und keinen Stress machen. Bei solchen Bedingungen muss man die erste Runde nutzen, um sich daran zu gewöhnen. Super zum Abschluss der Saison noch mal zu gewinnen“, erklärte Dahle-Flesjaa.

Nachdem sie darauf aufmerksam gemacht wurde, dass im Februar beim Skisprung-Weltcup auf der Hochfirst-Schanze mit Johann Andre Forfang auch ein Norweger gewonnen hat, meinte die 43-Jährige: „Cool, dann haben wir ja Geschichte geschrieben. Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr hier auch wieder ein Bundesliga-Rennen fahren.“

Dass die Niederländerin Anne Tauber (Habitat MTB Team) mit 1:56 Minuten Rückstand Zweite wurde, das war nicht unbedingt eine Überraschung. Auch wenn die 21-Jährige noch zum U23-Lager gehört. Doch die ehemalige Eisschnellläuferin hat im U23-Weltcup schon die ganze Saison überzeugen können.

„Am Anfang war es sehr hart und ich habe im Downhill viele Fehler gemacht. Aber dass Linda (Indergand) immer so nah dran war, das hat mich gepusht. Gunn-Rita ist ein anderes Kaliber“, meinte sie mit einem Schmunzeln beim letzten Satz.

Tatsächlich kämpfte Linda Indergand (Focus XC) lange in Schlagdistanz zu Tauber an dritter Stelle um den Anschluss, doch bei der Schweizerin ließen am Ende die Kräfte noch mehr nach. „Ich bin durch mit der Saison“, stöhnte Indergand. „Es ist vor allem vom Kopf her schwierig.“ Die Strecke sei zwar hart, aber sie mache auch Spaß meinte die Olympia-Achte, die mit 3:00 Minuten Rückstand das Ziel erreichte.

Hinter der Französin Sabrina Enaux (Specialized-Till-Start Vosges, +3:30) erreichte Hanna Klein (Superior Bikes, +3:40) als Fünfte das Ziel und holte sich damit erstmals in ihrer Karriere den Sieg in der Gesamtwertung der KMC Bundesliga. Zu Beginn lag sie noch hinter ihrer schärfsten Rivalin Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing), doch in der zweiten Runde ging sie an der Schönaicherin vorbei und fuhr ein gutes Rennen.

„Super, dass es für den Gesamtsieg gereicht hat. Ich konnte mich gar nicht optimal vorbereiten weil ich nach dem Weltcup in Andorra etwas gekränkelt habe, aber es lieg heute trotzdem gut. Ich bin nicht geflogen, aber es hat sich gut angefühlt. Und dass es geregnet hat, kam mir natürlich entgegen“, kommentierte Klein ihren Erfolg.

Elisabeth Brandau (15., +14:10) gönnte es ihrer Konkurrentin. „Für Hanna ist das auch wichtig. Bei mir ist nach zwölf Monaten am Stück Rennen fahren einfach die Luft raus. Als Hanna vorbei ging, war auch die Motivation weg. Aber die letzte Runde habe ich noch mal genossen“, meinte Brandau, die am Ende Gesamt-Zweite wurde vor Dahle-Flesjaa, die schon das Rennen in Heubach gewonnen hatte.

 

Bundesliga Finale Titisee Neustadt 2017
Foto: EGO-Promotion, Armin M. Küstenbrück So sieht das Podium der Damen aus: Anne Tauber, Gunn-Rita Dahle Flesja und Linda Indergand.

U23 Herren: Erster Sieg für Brandl – Panhuyzen Gesamtsieger

Der Favorit ließ im U23-Rennen nichts anbrennen. Mal abgesehen von zwei unfreiwilligen Unterbrechungen seiner Triumph-Fahrt. Max Brandl (Lexware), zwei Wochen zuvor noch Vierter im U23-Weltcup, hatte sich zwei Strategien zurecht gelegt: „Entweder passiv fahren und warten bis zur vierten Runde oder eben gleich Gas geben.“

Weil sich die Beine in Runde eins gut anfühlten, wählte der Junioren-Vizeweltmeister des vergangenen Jahres Plan zwei. „Ich habe kurz attackiert und bin als Erster in eine Abfahrt rein. So hatte ich schnell 20 Meter Vorsprung und habe durchgezogen“, erklärte Brandl wie’s ging.

Er ging mit 20 Sekunden Vorsprung auf Milan Vader (Niederlande) in die zweite Runde, doch dort erlaubte er sich zwei Unkonzentriertheiten. „Mich hat’s zweimal richtig zerlegt“, so der Freiburger. Sein Verfolger kam zwar näher, doch am Ende der zweiten Runde hatte Brandl bereits wieder 18 Sekunden Vorsprung. „Sehr schön, so die Saison abschließen zu können. Es hat Spaß gemacht“, meinte Brandl nach seinem ersten Sieg in der U23 der KMC Bundesliga.

Milan Vader sprach davon, dass „die Beine nicht ganz so gut“ waren wie erhofft. „Aber die Form war zuletzt noch ganz gut“, meinte der U23-Meister seines Landes, der beim Weltcup in Andorra Sechster war. Auch Vader leistete sich auf dem nassen Boden zwei Stürze, so dass er am Ende 1:35 Minuten Rückstand auf Brandl hatte, der in jeder Runde Bestzeit fuhr.

Platz drei ging an den Franzosen Simon Gourc (Team Hase), der ab der dritten Runde allein an dritter Stelle unterwegs war. „Ich mag solches Wetter“, meinte der 19-Jährige. Dass er Vader immer noch vor sich gesehen hat, das habe ihn „zusätzlich motiviert“, so Gourc (+2:03). „Die Strecke hat Spaß gemacht.“

Für Kevin Panhuyzen (KTM Bikevision) wurde es in der Bundesliga-Gesamtwertung noch mal eng. Nach einigen Tagen Krankheit nicht fit ins Rennen gegangen, kämpfte er sich auf den achten Platz (+0:36) und verteidigte mit 202 Zählern damit seinen ersten Platz vor Max Brandl (190). „Krank ins Rennen gehen ist eigentlich nicht so klug, aber ich wollte meine Chance auf den Gesamtsieg wahren. Ich bin froh, dass es geklappt hat“, so Panhuyzen.

Martin Frey (Team Bulls, 173), der sich im Duell um Rang vier (+2:48) gegen Simon Schneller (Bike Junior Team, +2:56) und Georg Egger (Lexware, +3:40) behaupten konnte, wurde Gesamt-Dritter.

Junioren: Bregenzer profitiert nach Sturz von Dorn

Vinzent Dorn prägte das Rennen der Junioren. Bereits in der ersten Runde setzte er sich ab und kam mit gut 20 Sekunden Vorsprung an die Zeitmessung. Den baute er bis auf mehr als 40 Sekunden aus und schien auf seinen ersten Bundesliga-Sieg zuzusteuern.

Doch auf dem regennassen Boden unterlief ihm Mitte der vierten von fünf Runden ein Fahrfehler. „Ich bin blöde auf meine rechte Schulter gefallen. Das hat mich gut 20 Sekunden gekostet. Aber schlimmer war, dass ich danach mit den Schmerzen in den Abfahrten nicht mehr sicher war. Da habe ich alles verloren“, beschrieb er die Ursache dafür, dass ihn Alex Bregenzer zur Hälfte der letzten Runde noch passieren konnte und seinerseits seinen ersten Bundesliga-Sieg feiern konnte.

„Ich habe mit Joel (Roth) gut zusammen gearbeitet. Ich habe in der vierten Runde dann in der Abfahrt dann ein kleines Loch gerissen und irgendwann hat mir jemand zugerufen, dass ich Vinz noch einholen kann“, erklärte Bregenzer, der schließlich mit 14 Sekunden Vorsprung auf Dorn gewinnen konnte. Vor einer Woche hatte er in Obertraun, Österreich den Sieg wegen eines Kettenrisses in der letzten Runde verpasst, diesmal war das Glück auf seiner Seite.

Torben Drach hatte in den Anstiegen etwas Mühe, konnte das aber in der Verfolgergruppe für einige Zeit mit starken Leistungen in den vielen Wurzelpassagen wieder kompensieren. Als er den Anschluss an Roth und Bregenzer verloren hatte, blieb er stabil und konnte in der vierten Runde wieder zu Roth aufschließen. „Ich hatte am Ende noch Kraft um Joel einzuholen weil ich bergab meine Stärken ausspielen konnte. Die Form ist wieder da, ich bin zufrieden“, so Drach.

Bregenzer schob sich mit seinem Sieg hinter Niklas Schehl (Team Bulls, 10.) aus Braunsbach noch auf den zweiten Rang der Gesamtwertung. Dritter wurde Tim Meier (jb Brunex-Felt), der trotz Defekt am Ende Siebter wurde.

Fotostrecke: Schnell und komfortabel: 14 Race-Hardtails im Test

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MountainBIKE Racehardtails Foto: Benjamin Hahn
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Juniorinnen: Schrievers rundet ihren Bundesligagesamtsieg mit Platz eins ab

Lia Schrievers (CEP Racing) ließ in Titisee-Neustadt nichts anbrennen. Am Anfang war die Bayreutherin noch eher vorsichtig unterwegs und tastete sich langsam an die Strecke heran, die sich über Nacht durch den starken Regen noch einmal verändert hat.

In einer Dreiergruppe mit Benz und Eibl kurbelte sie die Berge hinauf. Sie befürchtete auch, dass ihr der Sprint-Wettkampf vom Tag zuvor in den Beinen hängt. „Ich wollte wegen dem Sprint gestern, am Anfang noch nicht überziehen und erst mal schauen ob ich genug Kraft habe“, sagte die 18-jährige.

Doch schon in der zweiten Runde konnte sie sich von ihren Konkurrentinnen absetzen und gab ihre Position bis ins Ziel nicht mehr her. „Ich war in der Abfahrt schneller als die Anderen und habe deshalb versucht, dort immer vorne zu sein. So konnte ich immer mehr rausholen“, erklärte Schrievers den Rennverlauf. Runde um Runde kam sie besser ins Rennen und baute ihren Vorsprung.

Gegen Ende wurde es noch einmal spannend. In der dritten Runde sammelte Nina Benz ihre Kräfte noch ein letztes Mal und verringerte den Abstand zur Führenden. „Nina war am Berg echt stark“, sagte Schrievers. „Da musste ich in der letzten Runde schon noch alles geben.“ Um die Lücke zu schließen reichte es jedoch nie ganz. Im Ziel war das Ergebnis dann doch recht eindeutig. „Der Gesamtsieg ist noch das i-Tüpfelchen“, meinte sie.

Für Nina Benz (Kellys XC) war zufrieden mit Rang zwei (+0:54) „Die Bedingungen sind super. Genau mein Wetter und ich fühlte mich heute richtig gut. In den Abfahrten war ich nach einem Sturz im Training etwas vorsichtiger. Da fuhr Lia dann immer wieder weg,“ sagte sie.

Die Dritte im Bunde hatte sich mehr versprochen. Ronja Eibl (Gonso-Simplon) hatte in den letzten Wochen Probleme im Training, was sich auch heute beim Rennen bemerkbar machte. Im Gegensatz zu Lia Schrievers hatte sie den Sprint vom vergangenen Tag nicht ganz so gut verdaut und konnte ihre Leistung nicht abrufen.

„Meine Beine machten komplett zu. Da ging gar nichts. Und bei den Abfahrten habe ich oft nicht die richtige Linie getroffen. Der Matsch war sehr schwierig und dadurch bin ich oft gestürzt,“ sagte Eibl etwas enttäuscht.

19.09.2016
Autor: PM Mountainbike-Bundesliga
© MOUNTAINBIKE