Sellaronda Hero MTB-Marathon: Sieg für Leonardo Paez und Elisabeth Brandau

Der Kolumbianer Leonardo Paez hat den Sellaronda Hero MTB-Marathon gewonnen. Bei dem Dolomiten-Rennen mit Start und Ziel in Gröden gewann die deutsche Marathon-Meisterin Elisabeth Brandau die Damen-Konkurrenz.

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Sellaronda Hero 2014 Impressionen vom Marathon Foto: www.sellarondahero.com
Sellaronda Hero 2014 Impressionen vom Marathon Foto: www.sellarondahero.com
Sellaronda Hero 2014 Impressionen vom Marathon Foto: www.sellarondahero.com

Der Kolumbianer Leonardo Paez und die Deutsche Elisabeth Brandau haben bei strahlendem Sonnenschein die fünfte Ausgabe des Südtirol Sellaronda Hero MTB-Marathons gewonnen.

Das Langstreckenrennen in den Dolomiten zählte gleichzeitig zu den UCI Marathon World Series und galt als letzter Härtetest vor der UCI Marathon-Weltmeisterschaft, die in Südafrika ausgetragen wird.

Zweiter bei den Herren wurde der Schweizer Urs Huber, Dritter der Belgier Roel Paulissen. Bei den Damen überquerte die Polin Michalina Ziolkowska als Zweite das Ziel, vor der Norwegerin Borghild Løvseth.

Der Gesamtsieg bei der UCI Marathon Series ging an den Deutschen Steffen Thum. Die Marathonstrecken führten über 84 Kilometer/4300 Höhenmeter bei den Herren und 62 Kilometer/3.300 Höhenmeter bei den Damen. Mit 4014 Teilnehmern aus 40 Nationen wurde ein neuer Teilnehmerrekord erzielt. 2015 wird auf den Strecken des Sellaronda Hero die UCI Marathon Weltmeisterschaft ausgetragen.

Dritter Sieg für Leonardo Paez in Folge

Leonardo Paez hat den Hero zum dritten Mal in Folge gewonnen. Er legte die anspruchsvolle Strecke rund um das Sellamassiv in 4:45.07 Stunden zurück. Der 32-Jährige Kolumbianer verwies den 28-jährigen Schweizer WM-Bronzemedaillengewinner von 2008, Urs Huber, um 2.33 Minuten auf den zweiten Platz. Der Drittplatzierte, der 38-jährige Belgier Roel Paulissen, Marathon-Weltmeister 2008 und 2009, hatte im Ziel in Wolkenstein bereits einen Rückstand von vier Minuten.

"Es ist ein sehr hartes Rennen, das ich stark spüre", sagt der Dreifachsieger, "aber der Streckenverlauf kommt meinen Eigenschaften als Bergspezialist sehr entgegen". Nach dem ersten, sechs Kilometer langen Anstieg zum Dantercepies waren Urs Huber, der Italiener Juri Ragnoli, Daniele Mensi und Hannes Pallhuber aus Italien sowie Leonardo Paez noch dicht beisammen.

Der spätere Sieger stürzte jedoch in der Abfahrt vom Dantercepies nach Corvara, weil er zu dicht an Juri Ragnoli herangefahren war und verletzte sich leicht am Knie. Paez verlor wertvolle Zeit, konnte jedoch bei Corvara wieder zu den Führenden aufschließen. Auf dem Pordoijoch lag Ragnoli immer noch zehn Sekunden vor Paez. Rund 30 Kilometer vor dem Ziel brach der Italiener jedoch langsam ein und hatte zudem einen Defekt am Pedal.

Paez zog auf und davon und erreichte das Mahlknechtjoch mit 1.40 Minuten Vorsprung auf Roel Paulissen als Erster, um dann die die letzten 20 Kilometer ebenfalls im Alleingang zu bewältigen.

"Ich bin sehr zufrieden", sagt Paez. "Zwar bin ich gestürzt, doch habe ich durchgehalten und aufgeholt. Ich danke meinem Team, das mich stark unterstützt hat. Deshalb gehört der Sieg auch ihnen". Sehr zufrieden ist der Zweiplatzierte Urs Huber.

"Zeitweise lag ich sogar an vierter Stelle, dann sind einige Konkurrenten weggefallen. In der Steigung hinauf zum Ornella bei Arabba war es sehr hart, dann konnte ich wieder Terrain gut machen. Paez war sehr stark, die Strecke ist auf ihn zugeschnitten. Vor der letzten Steigung habe ich etwas Tempo herausgenommen, um noch ein bisschen Saft für die WM zu haben", so der Schweizer.

Den drittplatzierte Roel Paulissen plagten am Morgen beim Start noch Bauchschmerzen. "Ich hatte kalt, aber im Laufe des Rennen ging es dann immer besser", so der Belgier. "Zwar bin ich am Limit gefahren, doch ich habe nicht übertrieben und so am Ende noch genug Reserven gehabt, um als Dritter ins Ziel zu kommen. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden", so Paulissen.

Deutscher Sieg bei den Damen durch Elisabeth Brandau

Bei den Damen bewältigte die 28-jährige Deutsche Elisabeth Brandau den Parcours über 62 Kilometer/3.300 Höhenmeter rund um das Sellamassiv in 4:23.52 Minuten und siegte souverän. Anfangs hatten noch die Italienerin Elena Gaddoni und die Österreicherin Verena Krenslehner das Tempo diktiert, fielen aber dann aus verschiedenen Gründen zurück und verpassten als Vierte und Siebte das Podest.

"Ich habe mich am Morgen nicht sehr gut gefühlt", sagt die Siegerin und mehrfache deutsche Marathonmeisterin. "Vielleicht war die Höhe daran schuld, dass ich in der Nacht nicht gut geschlafen habe". Die 28-Jährige aus Schönaich bei Böblingen wollte ursprünglich gar nicht am Hero teilnehmen, weil sie "in einem Loch war", wie sie sagt.

Ihre Stärke waren heute die Abfahrten, wo sie den entscheidenden Vorsprung herausfahren konnte. Nach etwa drei Minuten überquerte die Polin Michalina Ziolkowska das Ziel. Die 30-Jährige, die Anfang Mai die UCI Marathon Series im französischen Roc des Ardennes gewonnen hatte und bei der EM in Irland vor einer Woche Achte wurde, hatte einen guten Start hingelegt, konnte aber zunächst nicht mit den Besten mithalten.

"Ich habe mich gut gefühlt und im Laufe des Rennens aufgeholt", so die Polin. Beim letzten Anstieg zum Sellajoch konnte ich dann noch Borghild Løvseth überholen und als Zweite das Ziel passieren". Borghild Lovseth ist zwar müde aber sehr zufrieden. Knapp eine Minute fehlten ihr im Ziel auf die zweitplatzierte Polin. "Ich bin ich mit meinem Podiumsplatz sehr zufrieden", sagte die EM-Bronzemedaillengwinnerin aus Norwegen. "Die Höhe hat mir zu schaffen gemacht und ich bin in den letzten Wochen wahrscheinlich zu viel gereist", sagt sie. Auf der kurzen Marathonstrecke über 62 Kilometer/3.300 Höhenmeter gab es einen Dreifachsieg der Azzurri: Walter Costa (3h57'51) hat vor Stefano Del Grande und Damiano Ferraro gewonnen.

Erfolgreichste Athleten – Nationenwertung: 70 Elite-Fahrer waren am Start, davon 50 Männer und 20 Frauen. Die erfolgreichste Athleten in der fünfjährigen Geschichte des Hero sind Leonardo Paez aus Kolumbien und Katrin Schwing aus Deutschland. Paez hat den prestigeträchtigen Marathon drei Mal gewonnen, Schwing hingegen zwei. Der Südtiroler Klaus Fontana, die Italiener Anna Ferrari (2010) und Mirko Celestino (2011), die Britin Sally Bigham (2013) und die Deutsche Elisabeth Brandau (2014) stiegen hingegen einmal auf das oberste Podiumstreppchen. In der Nationenwertung führen Italien, Kolumbien und Deutschland mit drei Siegen vor Großbritannien
mit einem Sieg.

Mehr Infos zum Sellaronda Hero MTB-Marathon auf der offiziellen Webseite: www.sellarondahero.com

Video: Highlights vom Sellaronda Hero 2014

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Video: Sellaronda Hero
25.06.2014
Autor: Sellaronda Hero
© MOUNTAINBIKE