Projekt Cape Epic: So lief die sechste Etappe

Foto: Hauke Meyer/Sportograf Mike Kluge und Jens Vögele fahren zusammen das Cape Epic

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Die Königsetappe ist geschafft. Es fehlt nur noch der Schlussakkord beim Cape Epic, das unser Chefredakteur Jens Vögele mit dem dreifachen Cross-Weltmeister Mike Kluge fährt. Jens erzählt, wie's lief.

„Morgen fahren wir dann nur noch nach Paris“, hat Tim Böhme vom Team Bulls vorhin scherzhaft formuliert. In Anlehnung daran, dass es bei der Tour de France auf der letzten Etappe eigentlich nur noch ein Schaulaufen gibt. Und wir sind hier ja auf der Tour de France des Mountainbikens – beim Cape Epic in Südafrika. Die Königsetappe war heute die vorletzte. 103 Kilometer, mehr als 2700 Höhenmeter. Die erste gute Nachricht: Wir sind noch am Leben. Die zweite gute Nachricht: Wir arbeiten uns täglich weiter im Klassement voran. Die dritte gute Nachricht: Morgen ist die Etappe deutlich leichter - und dann ist es vorbei.

Das Cape Epic bedeutet nämlich enorme Strapazen. Und es ist das einzige Mountainbike-Etappenrennen der höchsten UCI-Kategorie. Die besten Profis der Welt stehen hier zusammen mit waschechten Amateuren und Hobbyfahrern zusammen am Start. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, hier zu starten, sich durchzukämpfen, ans Ziel zu kommen.

Jeder Meter echtes Mountainbiken

Die nackten Fakten sehen beim Cape Epic eigentlich gar nicht so schlimm aus: Rund 650 Kilometer mit 15.000 Höhenmetern – da können andere Etappenrennen sogar noch eine ordentliche Schippe drauflegen. Was das Cape Epic aber so schwierig macht, ist das Terrain. Hier ist jeder Meter echtes Mountainbiken. Der Untergrund ist lose, die Trails sind bergauf ultrahart und bergab wahnsinnig schön. Aber es rollt so gut wie nie. Jede Pedalumdrehung ist harte Arbeit, die Abfahrten schütteln Bike und Biker permanent durch.

Aber egal – die Schmerzen sind (fast) überstanden. Und irgendwie stellt sich ja immer wieder die Frage nach dem Sinn. Warum tun sich Hobbyfahrer sowas an? Erklären kann ich das auch nicht. Es ist der Reiz an der Herausforderung, am Abenteuer, die immer wieder gute Erfahrung, raus aus der Komfortzone zu kommen und Dinge plötzlich mit anderen Augen zu sehen. Nach dem Prolog habe ich gesagt, dass es besser ist, im Sommer in Südafrika auf dem Mountainbike zu sitzen als im Winter in Deutschland im Büro. Ich habe in den letzten Tagen oft gedacht, dass das eigentlich nicht wahr ist – weil wahrscheinlich keine Woche im Büro so anstrengend sein kann wie die letzten sieben Tage hier. Aber Büro ist Alltag. Und Cape Epic ist das Gegenteil davon.




Noch nach Paris fahren ...

Die vierte gute Nachricht des Tages ist übrigens: Wir sorgen für Aufsehen. Weil Mike hier in Südafrika allen Sportbegeisterten noch bekannt ist. Weil jeder Moderator sich freut, wenn er an einer Verpflegungsstelle vorbeikommt oder ins Ziel fährt. Deshalb sind ab und zu mal Kameras und Mikrofone auf uns gerichtet – mal schauen, was davon in welche Zusammenfassungen reingeschnitten wird. Die fünfte gute Nachricht: Morgen ist der Start eine Stunde später – wir können also endlich mal „ausschlafen“. Aber übermütig werden wir deshalb noch nicht. Wir müssen ja noch nach Paris fahren …

Cape Epic 2017: So lief die 6 Etappe bei den Profis

Foto: Chris Blecher Unser Chefredakteur Jens Vögele beim Cape Epic.

Nicht nur radeln, sondern auch reden. Ab und zu richten sich Kameras und Mikrofone auf uns.




25.03.2017
Autor: Jens Vögele
© MOUNTAINBIKE