Projekt Cape Epic: So lief die fünfte Etappe

Foto: Hauke Meyer/Sportograf Chefredakteur Jens Vögele auf der 5. Etappe des Cape Epic 2017

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Schöner Mountainbiken geht fast nicht. Der Spaß ist zurück auf dem Cape Epic, das unser Chefredakteur Jens Vögele mit dem dreifachen Cross-Weltmeister Mike Kluge fährt. Jens erzählt, wie's lief.

Eigentlich steht uns jetzt ein fantastisches Mountainbike-Wochenende bevor. Wunderschöne Landschaft. Sonne. Freundliche Menschen. Fantastische Trails. Das erste Problem ist nur: nach sechs Tagen Cape Epic sind die Beine müde. Das zweite: irgendwie ist es halt auch für Hobbyfahrer ein Rennen – das heißt, dass jeder natürlich versucht, so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen, anstatt zwischendurch mal auch die Landschaft zu genießen.

Die Rahmenbedingungen waren bislang (bis auf die unerträgliche Hitze an den ersten drei Tagen) perfekt. Wir sind bestens versorgt und von Stürzen, Defekten und Materialschäden verschont geblieben. Nur eine Schrecksekunde gab’s für mich bislang: Als meine Sattelschale sich nach einem kleinen Fahrfehler bergauf vom Gestell gelöst hatte, dachte ich mal kurz, dass es vorbei ist. Aber zum Glück ließ sie sich mit vereinten Kräften wieder in die Verankerung drücken und verrichtet seither wieder zuverlässig ihren Dienst.




Immer gut riechen

Außer ums Radfahren (und ums bloggen) müssen wir uns hier eigentlich um nichts kümmern, was natürlich auch daran liegt, dass wir gut vorbereitet sind. Wir haben uns ein Wohnmobil gemietet, das von Ernst, einem siebenfachen Cape-Epic-Finisher aus Kapstadt gefahren wird. Ernst kennt sich aus und hat für uns alles organisiert. Mechaniker-Service, Masseure, die uns unter Schmerzen wieder weichkneten, das wohlverdiente Feierabendbierchen, genügend zu Essen (Instant-Nudelsuppen zum Frühstück!).

Und wenn seine Frau nicht unsere verschmutzte Wäsche abholt, dann wäscht er einfach selbst von Hand. Ernst ist schlichtweg für uns Gold wert. Mir reicht Ernsts Handwäsche völlig aus. Und mein Teampartner Mike Kluge fährt ohnehin nie ohne Parfum los. Wahrscheinlich will er sein Image aus seiner aktiven Zeit weiter pflegen: Wenn man ihn im Feld nicht sieht, dann riecht man ihn.

Foto: Jens Vögele Etwas Komfort: Im Wohnmobil beim Cape Epic 2017

Etwas Komfort im Wohnmobil. Unser Betreuer Ernst (links) kümmert sich um alles, weshalb sich Mike und ich aufs Mountainbiken konzentrieren können.

Achterbahn fahren

Ansonsten haben wir natürlich genügend Werkzeug und Ersatzteile dabei, Mike hat sogar ein Ersatzrad mitgebracht, falls wir mal einen kapitalen Schaden haben sollten. Was wir natürlich jetzt nicht mehr hoffen. Das Rennen geht noch zwei Tage, morgen noch die Königsetappe mit über 2700 Höhenmetern, dann ist das Schlimmste überstanden.

Das Gute ist: Heute ging’s mir das erste Mal so richtig gut. Wenn sich die Beine bergauf gut anfühlen, geht’s plötzlich auch bergab besser, die Beweglichkeit ist wieder da, Mike hat auf einmal mehr Freude und hilft mir deshalb noch mehr als ohnehin schon. Und plötzlich dreht sich die Motivationsspirale Minute für Minute nach oben. Auf den 84 Kilometern der fünften Etappe hatten wir deshalb richtig viel Spaß, die Trails waren der Hammer, manchmal hat sich’s angefühlt wie Achterbahnfahren. Das Problem ist halt: Spaß bergab kriegt man nur, wenn man davor bergauf kurbelt. Und wir hatten eben viel Spaß.

So viel Spaß, dass ich unterwegs keuchend an einem ultrasteilen Anstieg zu Mike gesagt habe: „Schade eigentlich, dass es bald vorbei ist.“ Aber nur im Spaß natürlich …

Cape Epic 2017: So lief die 5. Etappe bei den Profis




24.03.2017
Autor: Jens Vögele
© MOUNTAINBIKE