Projekt Cape Epic: So lief die dritte Etappe


Zur Fotostrecke (72 Bilder)

Die dritte Etappe der Cape Epic 2017 gehörte zu den leichteren.
Foto: Nick Muzik/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Nick Muniz/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Dominic Barnardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Dominik Bernardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Sam Clark/Cape Epic/SPORTZPICS
78 Kilometer und 1800 Höhenmeter sind für Cape-Epic-Verhältnisse leicht. Unser Chefredakteur Jens Vögele, der mit dem dreifachen Cross-Weltmeister Mike Kluge am Start ist, erzählt, wie's lief.

Das ist heute mal eine Liebeserklärung an Mike Kluge. Ich war gerade mal 14, als ich während der Sportschau mitfieberte, wie Mike das erste Mal Querfeldein-Weltmeister wurde. Und mich darüber wahnsinnig gefreut habe, wie das halt sportbegeisterte Jungs so tun. Ziemlich genau 20 Jahre später hatte ich einen Termin mit Mike, um fürs MOUNTAINBIKE-Magazin eine Geschichte zu produzieren. Und war ein bisschen aufgeregt deswegen.

Aber wir verstanden uns sofort gut, hatten einen arbeitsreichen, aber auch witzigen Tag bei ihm zuhause in seiner Wahlheimat im Schwarzwald und von da an nicht nur aus beruflichen Gründen regelmäßig Kontakt gehalten. Als Mike mich vor zwei Jahren fragte, ob ich mit ihm das Cape Epic fahren will, hielt ich das für eine Schnapsidee. Weil der Unterschied zwischen Ex-Weltklasse und Hobbyklasse einfach zu groß ist. Aber schließlich hab ich mich von ihm dazu überreden lassen.




Die Entdeckung der Langsamkeit

Und jetzt sind wir hier gemeinsam in Südafrika beim schwersten Mountainbike-Etappenrennen der Welt am Start. Ich habe wirklich konsequent trainiert dafür, bin aber am ersten Tag wegen der Hitze komplett eingebrochen. Und vor der dritten Etappe hatte ich nachts Fieber und heftige Magenschmerzen und quäle mich Tag für Tag verdammt langsam ins Ziel. Mike ist, glaube ich, schon überrascht, wie langsam wir unterwegs sind. Aber er sieht das ziemlich entspannt.

Die Zeit, die er hat, verbringt er damit, Videos zu drehen, auf Menschen zuzugehen, ihnen Tipps zu geben, den Spaßvogel zu spielen. Und eine ganz neue Erfahrung zu machen - hinten im Feld. Auf seine ganz besondere Art. Wenn man ihn das erste Mal sieht, weiß man sofort: Mike liebt sich selbst. Wenn man ihn aber genauer kennt, dann erkennt man: Mike liebt auch die Menschen. Er spricht jeden an, den er trifft. Er setzt sich niemals an einen leeren Tisch. Und bei der Registrierung zum Cape Epic in Kapstadt, lädt er einfach mal so ein paar Kinder aus einem Township zum Riesenrad fahren ein, die sich das im Leben niemals leisten könnten.

 

Notwendige Abkühlung beim Cape Epic 2017
Foto: Mike Kluge In den Genuss eines entspannenden Bades kommen die Profis beim Cape Epic nicht.

Teamwork

Und mich hat er wegen meiner Langsamkeit noch kein einziges Mal angeraunzt. Im Gegenteil: Er hilft mir, wo er kann. Er spricht mir Mut zu. Er kümmert sich um mich. Und als ich heute an der letzten Verpflegungsstation vorbeigefahren bin, weil wir wegen mir schon genug Zeit verloren hatten, blieb er kurz stehen und schnappte sich einen Becher Cola für mich.

Leider kann ich gerade nicht mal ansatzweise abrufen, was ich die letzten drei Monate trainiert habe. Deswegen musste ich heute auf der dritten Etappe über 78 Kilometer von Anfang an verdammt kämpfen. Aber ich bin ins Ziel gekommen. Auch weil Mike mich unterstützt hat. Und auch deshalb: Als ich heute Morgen gesagt habe, dass er wenn ich aufgeben würde wenigstens schneller fahren könne, hat Mike nur geantwortet: „Aber ohne dich als Partner wär’s dann halt langweilig.“

Cape Epic 2017: So lief die 3. Etappe bei den Profis

Fotostrecke: Cape Epic 2017 - Die besten Bilder

72 Bilder
Cape Epic 2017 Foto: Nick Muniz/Cape Epic/SPORTZPICS
Cape Epic 2017 Foto: Dominic Barnardt/Cape Epic/SPORTZPICS
Cape Epic 2017 Foto: Dominik Bernardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Mike Kluge und Jens Vögele fahren zusammen das Cape Epic
Foto: privat MOUNTAINBIKE-Chefredakteur Jens Vögele und der dreifache Cross-Weltmeister Mike Kluge fahren zusammen das Cape Epic und berichten von ihren Eindrücken.



22.03.2017
Autor: Jens Vögele
© MOUNTAINBIKE