Projekt Cape Epic: So lief der Prolog


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Cape Epic 2017: So lief der Prolog
Foto: Greg Beadle/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Nick Muniz/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Dominic Barnardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Dominik Bernardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Sam Clark/Cape Epic/SPORTZPICS
Tag 1 beim Cape Epic ist vorbei. Der dreifache Cross-Weltmeister Mike Kluge und unser Chefredakteur Jens Vögele sind am Start und erzählen, wie der Prolog lief.

Immer spektakulärer, immer schwieriger, immer härter. Jeder, der ein Rennen veranstaltet, will sich irgendwie wichtig machen. Das Image-Video zum Cape-Epic 2017 spielt da ganz vorne mit. Krasse Stürze, heftige Schmerzen, großes Leid werden da transportiert.

Und auch die Strecke für den Prolog sollte, wenn nicht Furcht, dann doch zumindest Respekt einflößend sein. Witwenmacher heißt da zumindest eine Steilstelle bergab. Und das technische Terrain, wie jeweils eine Passage in jeder Etappe heißt, ziemlich anspruchsvoll.




Zwei Drittel Singletrails

So schlimm war’s am Ende nicht. Im Gegenteil: Als es endlich losging, hatten mein Teampartner Mike Kluge und ich richtig Spaß auf der Strecke. Zwei Drittel Singletrails, alles gut fahrbar – sowohl bergauf als auch bergab. Der Untergrund: Sandig und lose. Und deswegen auch ziemlich anstrengend. Mike hatte ja Angst, ich würde ihm davon fahren. Aber natürlich fuhr er mir von Beginn an davon. Die gute Nachricht: Mike sagte schon am ersten Anstieg zu mir: „Nur mal fürs Protokoll: ich bin froh, dass ich hier kein Rennen fahren muss.“ Die schlechte Nachricht: Ich würde gerne genauso entspannt wie Mike durch Südafrika rollen. „Fahr mit Tempo in die Anlieger und nimm den Schwung mit“, rief er mir zu. Das Problem: Wenn’s steil bergauf geht, ist Schwung holen eher schwierig. Für mich zumindest.

Nach dem Prolog sind wir mit dem Wohnmobil knapp zwei Stunden nach Hermanus gefahren. Hier starten die ersten beiden richtigen Etappen. Mehr als 100 Kilometer jeweils. Ernst, der in Kapstadt wohnt und uns begleitet, hat uns schon mal darauf eingestimmt, dass es morgen „slow“ wird. Aber immerhin hat er uns zwei Masseure organisiert. Bei der Begrüßung haben sie mir fast die Hand gebrochen. Die Stunde Massage war eigentlich schmerzhafter als das Biken beim Prolog. „Ist doch gut, wenn die tief in die Muskulatur gehen“, sagt Mike, der die Schmerzen so genossen hat, dass er auf der Massagebank eingenickt ist …

Spitz und Fumic gewinnen

Gewonnen haben den Prolog übrigens die Teams mit den deutschen Olympiateilnehmern Manuel Fumic und Sabine Spitz. Fumic fuhr auf dem technischen Kurs des Weinguts Meerendal nahe Kapstadt sehr aggressiv und konnte mit seinem Partner, dem brasilianischen Meister Henrique Avancini, die starke Konkurrenz um über eine Minute hinter sich lassen. Stark waren der fünffache Epic-Sieger Christoph Sauser aus der Schweiz mit seinem tschechischen Partner, Jaroslav Kulhavy (Investec-Songo-Specialized) unterwegs: 4. Platz für den ehemaligen Weltmeister und den amtierenden Weltmeister Kulhavy, die außer von Fumic/Avancini nur vom Olympiasieger von Rio, Nino Schurter mit Matthias Stirnemann (Scott-Sram MTB Racing), und dem Duo Samuele Porro/Alexej Medvedev (Trek-Selle San Marco) geschlagen wurden.

Auf der relativ kurzen Schleife von 26 Kilometern und 750 Höhenmetern waren die Cross Country-Spezialisten im Vorteil. Schon zuvor hatte der Deutsche Meister Fumic angekündigt, dass er einen Sieg anstreben würde. Eine Stunde und knapp 2 Minuten später stand er auf der obersten Stufe des Podiums. Für den Vorjahressieger Karl Platt mit seinem Schweizer Partner Urs Huber lief es nicht optimal am ersten Tag des Epic. Auf dem 6. Platz liegen die beiden nun 3 Minuten 23 Sekunden hinter den Führenden, gefolgt von zwei weiteren deutschen und österreichischen Paarungen: Centurion Vaude 2 mit Nicola Rohrbach/Daniel Geismayr und Centurion Vaude mit Markus Kaufmann/Jochen Käss auf Platz 7 und 8. Die Mitfavoriten vom Team Topeak Ergon, der ehemalige Weltmeister Alban Lakata (AUT) und Kristian Hynek (CZE) kamen mit über 5 Minuten Rückstand auf Platz 16 ins Ziel. Das unterstützende Team für Bulls, Simon Stiebjahn und Tim Böhme (Bulls 2) belegte Rang 20. Die ehemaligen Tour de France Sieger Cadel Evans und George Hincapie kamen auf Platz 3 der Masters-Wertung ins Ziel, diese Wertung gewannen Abonnementssieger Bart Brentjens und Abraao Azevedo, der brasilianische MTB-Meister (CST Sandd American Eagle).

Die Bronze-, Silber- und Goldmedaillengewinnerin Sabine Spitz war 2016 zum ersten Mal das Absa Cape Epic, das berühmteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt gefahren. Mit ihrer neuen Partnerin, der südafrikanischen Meisterin Robyn de Groot (Ascendis Health), legte die Deutsche einen perfekten Auftakt hin und kam knappe, aber ausreichende 39 Sekunden vor dem Team Meerendal CBC mit der Schweizerin Esther Süß und Jeannie Stenerhag (SWE) ins Ziel. Die Vorjahressiegerin Ariane Lüthi (SUI) startet erstmals mit der deutschen Worldcup-Spezialistin Adelheid Morath im Team Spur. Zwei Minuten 18 Sekunden Rückstand bedeutete Platz 4 im Prolog.

Fotostrecke: Cape Epic 2017 - Die besten Bilder

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Cape Epic 2017 Foto: Nick Muniz/Cape Epic/SPORTZPICS
Cape Epic 2017 Foto: Dominic Barnardt/Cape Epic/SPORTZPICS
Cape Epic 2017 Foto: Dominik Bernardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Mike Kluge und Jens Vögele fahren zusammen das Cape Epic
Foto: privat MOUNTAINBIKE-Chefredakteur Jens Vögele und der dreifache Cross-Weltmeister Mike Kluge fahren zusammen das Cape Epic und berichten von ihren Eindrücken.



19.03.2017
Autor: Jens Vögele
© MOUNTAINBIKE