Projekt Cape Epic: Das große Finale


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Unser Chefredakteur Jens Vögele beim Cape Epic.
Foto: Chris Blecher

 

Cape Epic 2017
Foto: Nick Muniz/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Dominic Barnardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Dominik Bernardt/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2017
Foto: Sam Clark/Cape Epic/SPORTZPICS
Unser Chefredakteur Jens Vögele und der dreifache Cross-Weltmeister Mike Kluge sind am Ziel. Sie haben das Cape Epic 2017 zusammen gefinished. Jens erzählt, wie's lief.

Heute Morgen um 5 Uhr hat es sich irgendwie angefühlt, als ob irgendetwas fehlt: Der Dudelsackspieler kam nicht, der uns in der vergangenen Woche aus dem Schlaf gerissen hat. Irgendwie war das eine der Besonderheiten beim Cape Epic und eines der Dinge, die das härteste Mountainbike-Etappenrennen(und laut Tim Böhme das härteste Epic aller Zeiten) der Welt so besonders machen.

Aber jetzt ist es vorbei. Geschafft! Endlich! Die letzte Etappe war nicht so hart wie die sechs Etappen davor, nach gut vier Stunden erreichten Mike und ich das Ziel, holten unsere Finishermedaillen und -shirts ab, haben uns ein kaltes Bier gegönnt.

Endlich mal im Rennmodus

Ehrlich gesagt habe ich schon auf der ersten Etappe gedacht, dass ich aussteigen muss - und solche Gedanken habe ich eigentlich nie. Und als ich vor der dritten Etappe auch noch Fieber bekam, hätte ich keinen Pfifferling mehr auf mich selbst gewettet. Aber irgendwie habe ich mich durchgekämpft - und ab Etappe 4 lief's dann Tag für Tag ein bisschen besser.

Auf der letzten Etappe waren wir dann zum ersten Mal so richtig im Rennmodus. Mike hat mich gnadenlos gefordert - und mir kaum eine Sekunde zum Erholen gegeben. Das hat weh getan, hat aber auch verdammt viel Spaß gemacht. Und es hat gezeigt, wo wir uns im Klassement hätten befinden können, wenn mein Körper nicht rebelliert hätte. Aber egal. Wir sind durchgekommen. Nach Stürzen steht es 1:1. Aber die verschweigen wir lieber. Also: Wir sind ohne Stürze durchgekommen. Ohne Platten. Ohne technische Schwierigkeiten. Und wir sind darüber sehr froh. Auch darüber, dass wir eine Woche, in der wir Tag und Nacht unter extremen Bedingungen zusammen waren ohne Stress und ohne Streit überstanden haben. Im Gegenteil: Die Woche hat uns zusammengeschweißt, unsere ohnehin schon große Sympathie füreinander, unseren Respekt füreinander, weiter gestärkt.

"Machst du das nochmal?" Diese Frage haben mir gestern wirklich viele Leute gestellt. Ich bin mir sicher, dass ich das nicht nochmal machen werde. Einfach nur deshalb, weil es zu viele Dinge gibt, die ich mit dem Mountainbike noch erleben möchte. Und manche Erlebnisse werden nicht besser, wenn sie ihre Einzigartigkeit verlieren. Dennoch werde ich einiges aus der herausragenden Cape-Epic-Woche vermissen, anderes allerdings definitiv auch nicht.




Was ich vermissen werde

• Mike
• Von einem Dudelsackspieler (leider nur viel zu früh) geweckt zu werden
• Die Unterstützung von Ernst (vor allem den Kaffee und die Fünf-Minuten-Terrine ans Bett gebracht zu kriegen)
• Mit dem Song „Something just like this“ von The Chainsmokers und Coldplay auf den Weg geschickt zu werden
• Das Gefühl, ins Ziel zu kommen
• Das Kapstadt-Lebensgefühl und Adrians Gastfreundschaft
• Von geliebten Menschen (noch mehr als sonst) begleitet zu werden
• Unglaublich schöne Trails zum Biken
• Das Gefühl, raus aus dem Alltag zu sein
• Das reduzierte Leben im Wohnmobil
• Gute Gespräche unter Freunden
• Guten Humor und dumme Sprüche
• All die Leidensgenossen unterwegs
• Die Grüße von den Kollegen in der Redaktion
• Mit Tom Videos zu drehen (Danke, Tom!!!)
• Die schmerzhafte Massage vor dem Abendessen
• Im Schlafsack zu frühstücken

 

Unser Chefredakteur Jens Vögele beim Cape Epic.
Foto: Chris Blecher Verdienter Lohn und Erinnerung an eine außergewöhniche Woche: Die Cape-Epic-Finishermedaillen.

Was ich nicht vermissen werde

• Mikes Ungeduld, wenn er meint, dass ich zu langsam sei
• Instant-Kaffee
• Fünf-Minuten-Terrine zum Frühstück
• Energiegels, Energieriegel, Energiegetränke
• Schmerzende Beine
• Chemieklos
• Alkoholfreies Bier
• Trails, die dich bis zur Schmerzgrenze durchschütteln
• Massenverköstigung
• Biken im Rennmodus
• Viel zu früh aufstehen
• Viel zu früh ins Bett zu gehen
• Sandigen Untergrund
• Massenweise muffelnde Mountainbiker
• Schlangestehen vor dem Duschen
• Dass sich alles nur ums Radfahren dreht
• Staus auf den Trails




27.03.2017
Autor: Jens Vögele
© MOUNTAINBIKE