Petition zur Abschaffung der 2-Meter-Regel in Baden-Württemberg übergeben

Die Petition zur Abschaffung der 2-Meter-Regel in Baden-Württemberg wurde von mehr als 58.000 Menschen unterzeichnet. Nun haben die Initiatoren die Unterschriften an den Petitionsausschuss des Landtags übergeben.

 

Übergabe der Petition zur Abschaffung der 2-Meter-Regel
Foto: ADFC/Drewel Hans Lutz (Vorsitzender des Württembergischen Radsportverbandes), Michael Winkler (stellv. Vorsitzender DIMB), Norbert Beck (MdL, CDU), Beate Böhlen (MdL, GRÜNE, Vorsitzende des Petitionsausschusses ) und Dr. Gudrun Zühlke (Landesvorsitzende ADFC Baden-Württemberg) (v.l.n.r) bei der Übergabe der Unterschriften in Stuttgart.

Im September berichtete MountainBIKE über die Petition zur Abschaffung der 2-Meter-Regel in Baden Württemberg.

Am 4. Dezember haben Vertreter der beteilligten Verbände die gesammelten Unterschriften in Stuttgart an die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Beate Böhlen (Grüne) übergeben.

Über 58.000 Menschen haben sich an der Petition beteiligt und sich damit für die Abschaffung der in Baden-Württemberg geltenden 2-Meter-Regel ausgesprochen.

Presseerklärung zur Übergabe der Petition

Die "Deutsche Initiative Mountainbike" (DIMB) veröffentlichte zur Übergabe der Petition folgende Presseerklärung:

"Die Landesvorsitzende des ADFC, Dr. Gudrun Zühlke, betonte bei der Übergabe der Unterschriften, Radfahren im Wald müsse ohne schlechtes Gewissen möglich sein. "Radfahrer und Wanderer gehen im Wald in aller Regel respektvoll und rücksichtsvoll miteinander um. Die aktuelle Gesetzeslage schließt aber auch die vernünftigen, rücksichtsvollen Radfahrer von der Nutzung der schmalen Waldwege aus, obwohl es dafür keinen rationalen Grund gibt", sagte Zühlke und kritisierte die zurückhaltende Reaktion des Landwirtschaftsministeriums.

In Hessen habe die Landesregierung aufgrund einer ähnlichen Petition zusammen mit Verbänden und Experten eine pragmatische Regelung erarbeitet, die vor allem auf Rücksichtnahme setzt. Es sei angesichts der viel beschworenen "Politik des Gehörtwerdens" unverständlich, weshalb die Landesregierung in dieser Sache eine sture Haltung einnehme.

"Es geht hier nicht um das Quer-durch-den-Wald-Fahren, sondern um die normale Nutzung bereits befestigter Wege," stellte Michael Winkler von der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) fest. "Nur zwei Prozent der Wanderer stören sich an der bloßen Anwesenheit von Radfahrern, während die überwiegende Mehrheit der Wanderer mit den Radfahrern gut zu recht kommt. Nun ist es an der Politik, sich zu bewegen und die Diskriminierung der Radfahrer endlich abzustellen." Winkler ergänzt: Nur mit einer Öffnung des Wegenetzes für Radfahrer könne das touristische Potential des Landes Baden-Württemberg genutzt und richtig vermarktet werden.

"Die große Masse der Mountainbiker verhält sich doch ohnehin schon angemessen", sagte Hans Lutz, Vertreter des Württembergischen Radsportverbands (WRSV). "Das Einzige was man mit strengen Gesetzen erreicht, ist, zu polarisieren", sagte Lutz und schlug vor, in einen konstruktiven Dialog einzutreten anstatt dogmatische Fronten aufzubauen. "Uns ist daran gelegen, dieses emotionale Thema zu versachlichen", sagte Herbert Jacob vom Badischen Radsportverband (BRSV). Es mache Sinn, sich zusammenzusetzen und das Thema nüchtern zu diskutieren."

04.12.2013
© MOUNTAINBIKE