Rio 2016: Favoriten- und Bikecheck vor dem Olympiarennen


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Nino Schurter Rio 2016
Foto: Björn Hänssler

 

Foto: Scott

 

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Olympia 2016 Julien Absalon Bike
Foto: BMC

 

Olympia 2016 Moritz Millatz Bike
Foto: Dominik Voss
Alle vier Jahre ticken die Uhren anders. Im Olympischen Jahr geht es für die Sportler mehr denn je um alles oder nichts - schließlich ist eine olymische Medaille das Höchste aller Gefühle. Wer dieses Jahr um die besten Positionen mitkämpfen dürfte, verrät der MOUNTAINBIKE-Favoritencheck.

Am Samstag und Sonntag werden die Mountainbiker um jeweils 17:30 Uhr starten. Hier gehts zum Livestream

Herrenrennen:

Dieses Jahr bestand der Weltcup hautsächlich aus Duellen zwischen Julien Absalon und Nino Schurter. Ob es auch im Olympischen Rennen zu einem Zweikampf kommt oder sich der amtierende Olympiasieger Jaroslav Kulhavy zu den beiden gesellt bleibt abzuwarten. Die deutschen Starter haben auf dem Papier jedenfalls wenig Chancen gegen die Übermacht aus Frankreich, der Schweiz und Tschechien. Immerhin liegt der letzte Worldcup, der nicht von Schurter, Absalon oder Kulhavy gewonnen wurde, schon über drei Jahre zurück.

Nino Schurter (Schweiz)

Amtierender Weltmeister, Weltcup-Gesamtführender und Favorit-Nummer 1 auf die Olympische Goldmedaille. Nino Schurter wird nur schwer zu stoppen sein, betrachtet man die letzten Jahre im Weltcup-Geschehen. Auch sitzt der Stachel vom olympischen Silber 2012 in London noch tief beim Schweizer. Damals hatte er die letzte Kurve vorm Ziel zu weit außen angefahren. Nutznießer: Jaroslav Kulhavy. Zwar liegt Schuter die teils flache Strecke in Brasilien nicht unbedingt, seine Stärke wird er aber dennoch beweisen. Für ein besseres Rollverhalten ist der amtierende Weltmeister extra von seiner Lieblingslaufradgröße 27,5 auf 29 Zoll umgestiegen. Im Rennen wird er auf dem Scott Spark RC unterwegs sein.




Julien Absalon (Frankreich)

Mr. Mountainbike kann man ihn ohne Probleme nennen. Rekord-Weltcupsieger Julien Absalon hat schon so einiges in seiner Karriere gewonnen. Unter anderem zwei goldene Medaillen. Gut möglich dass er noch eine Dritte abstauben kann. Noch im letzten Jahr tat sich der Franzose schwer gegen die Abfahrtsstärke von Nino Schurter, seit diesem Jahr ist Absalon mit einer absenkbaren Sattelstütze unterwegs und konnte so bergab schon in dem ein oder anderen Rennen für Tempo-Probleme bei Schurter sorgen. Sein Bike: Das BMC Fourstroke 01 XTR Di2




Jaroslav Kulhavy (Tschechien)

2012 war die Saison von Jaroslav Kulhavy. Nachdem er Weltmeister und Weltcup Gesamtsieger geworden war, überholte er in der letzten Runde bei den olympischen Spielen Nino Schurter kurz vor der Zielgeraden. Seitdem ist er in seiner Heimat unsterblich zum Nationalhelden geworden. In diesem Jahr konnte er durch ein gebrochenes Handgelenk nicht ganz vorne mitmischen, bei der Weltmeisterschaft in seiner Heimat Nove Mesto na Morave in Tschechien reichte es immerhin für den zweiten Rang. Mit dem großen und starken Tschechien ist immer zu rechnen, gerade bei der rollintensiven Strecke in Südamerika könnte sein hohes Gewicht zum Vorteil werden. Vielleicht sind also nach Rio nicht nur die Schuhe des Tschechens gold...
Sein Bike für Rio: Das Specialized S-Works Epic




Peter Sagan (Slowakei)

Gewinnt vielleicht ein Straßenprofi beim Mountainbike-Rennen in Rio? Möglich ist es! Peter Sagan, Weltmeister auf dem Rennrad, steht ebenfalls in Rio auf der Meldeliste. Der Slowake hat seine Karriere auf dem Mountainbike begonnen und besitzt superbe Skills. Auch abseits der Straße. Sein Nachteil: Er muss durch sein schlechtes Weltranglistenranking im MTB Sport aus der letzten Reihe in Rio starten. Sein Bike: Ein Specialized S-Works Epic.




Herren: Deutsche Beteiligung

Manuel Fumic

Der Cannondale Biker fährt in diesem Jahr seiner Form hinterher. Vor zwei Wochen zeigte er im kanadischen Mont Saint Anne beim letzten Worldcup vor Rio nochmal eine starke Startperformance. Am Ende reichte es für den Kirchheimer aber nur für Platz 16. Edelmetall wäre eine faustdicke Überraschung. Unterwegs ist Fumic höchstwahrscheinlich auf dem Cannondale Scalpel F-Si Team.




Moritz Milatz

Nachdem vor zwei Jahren der Profivertrag des Freiburgers überraschend beim BMC-Racing Team aufgelöst wurde, ist es etwas stiller um Moritz Milatz geworden. Der ehmalige Europameister fährt seit diesem Jahr für das Kreidler Werksteam und wurde bei der deutschen Meisterschaft in Wombach Vizemeister. Der Europameister von 2012 hatte zuletzt oft mit dem Defektteufel im Rennen zu kämpfen.




Damen:

Annika Langvad hat geschafft was wenige für möglich hielten: Im letzten Jahr noch hatte Jolanda Neff die Cross-Country Welt der Damen regiert. Nur ganz selten gab es Rennen, in denen die junge Schweizerin nicht einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg einfuhr. 2016 sieht es aber schon anders aus: Die Dänin Langvad ist amtierende Weltmeisterin und Weltcup-Gesamtführende. Dementsprechend spannend dürfte das Rennen werden, auch weil Neff bereits beim olympischen Straßenrennen vor einer Woche am Start war und den Wettkampf auf dem 7. Rang beenden konnte. Aus deutscher Sicht ist Sabine Spitz die Topfavoritin. Dramatisch: Wegen einer Sturzverletzung ist noch nicht klar, ob sie in Rio starten kann.

Jolanda Neff (Schweiz)

Die junge Schweizerin hat schon viele Erfolge in ihrer Karriere feiern können. Das Multitalent hat zuletzt das olympische Damenrennen auf der Straße mit Platz 7. abgeschlossen. Ein deutlicher Fingerzeig. Zuletzt bei den Worldcups war Neff nicht immer an der Spitze zu finden - eine Edelmetallkandidatin ist sie ohne Frage. Ihr Bike ist ein Stöckli Beryll in der Teamausstattung.




Annika Langvad (Dänemark)

Einen großen Sprung in der sportlichen Entwicklung hat die Dänin in diesem Jahr verzeichnet. Das Marathon-Ass hat besonders technisch dazugelernt. Nun kann sie auch bergab den Top-Damen mithalten. Bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto hat sie sich das Regenbogentrikot erkämpft. Ihr Sponsor Specialized hat sie für Olympia mit einem besonderem Rad ausgestattet: Der Lack des Fullys ändert sich bei verschiedenen Temperaturen. So ist das Bike im warmen Rio orange. Wenn Langvad aus ihrer Trinkflasche kalte Flüssigkeit auf den Rahmen tropft, wird der Rahmen gelb. Wenn das mal keine Motovation ist! Langvad bestreitet das Rennen in Rio auf dem Specialized S-Works Era FSR Worldcup.




Emily Batty (Kanada)

Wenn es beim Cross-Country um Schönheit gehen würden stünde die Kanadierin weit oben auf dem Podest. Aber auch wenn die schnellste Dame gesucht wird, sortiert sich Batty regelmäßig weit vorne in der Weltelite ein. Zuletzt zeigte sie bei ihrem Heimworldcup in Mont Saint Anne mit einem dritten Platz ihr Können. Die Wahl für Rio: Das Trek Top Fuel in der Trek Factory Racing Ausstattung.




Gunn Rita Dahle Flesja (Norwegen)

Erfahrende Biker sollte man niemals abschreiben: Deshalb gehört auch Gunn-Rita Dahle Flesja zu den Favoriten. Bereits im letzten Jahr reiste sie in Rio mit einem eigenen Expertenteam an um den Kurs zu begutachten. Für die Vorbereitung baute sie sich kurzerhand die Strecke daheim in Norwegen nach. Ein ganz heißes Eisen im Kampf um eine Medaille. Ihre Waffe für Brasilien: Das Merida Ninety-Six Team in Olympialackierung.




Damen: Deutsche Beteiligung

Sabine Spitz

Sie ist die Grand-Dame des deutschen Mountainbikesports. Gewonnen hat sie das gesamte Medallienportfolio: Bronze in Athen 2004, Gold in Peking (2008) und 2012 in London Silber. Dennoch steht ihr Start auf der Kippe: Im Training zum letzten Worldcup in Kanada stürtze sie, die Wunde enzündete sich. Wenn die Südbadenerin fit ist, kann sie auch um die Medaillen mitfahren.




Fotostrecke: Tuning vom Feinsten - das Race-Bike von Sabine Spitz

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MTB Sabine Spitz 2016 Foto: Daniel Geiger
MTB Sabine Spitz 2016 Foto: Daniel Geiger
MTB Sabine Spitz 2016 Foto: Daniel Geiger

Helen Grobert

Sympatisches Lächeln, lockeres Auftreten und schnelle Beine: Das ist Helen Grobert! Die Freiburgerin zeigte in den vergangenen Saisons dass sie in die großen Fußstapfen von Sabine Spitz treten könnte. Bei ihren ersten olympischen Spielen ist der Druck groß, dennoch ist an einem perfekten Tag ein Sprung aufs Podium zuzutrauen. Groberts Wahl in Südamerika: Das Ghost Lector Worldcup.


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11.08.2016
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE