MountainBIKE 24 Stunden von Duisburg 2012 - Rennbericht und Fotostrecke

Mehr als 1.900 Biker waren bei den MountainBIKE 24 Stunden von Duisburg am vergangenen Wochenende am Start. Wir verraten, wie die Rennen gelaufen sind und zeigen viele spektakuläre Bilder aus dem Landschaftspark Nord in Duisburg.

448 Teams kamen in diesem Jahr bei den MountainBIKE 24 Stunden von Duisburg in die Wertung. Abgesehen von einigen wenigen Verletzungen, wurden keine größeren Zwischenfälle vermeldet. Viele Teilnehmer lobten die entspannte Atmosphäre, die große Videowall mit Livebildern von der Strecke kam gut an.

Filmer Maik Große Lochtmann sprach von „vielen, vielen Emotionen, Leidenschaft, Leiden und vielen Geschichten“, die er während er 24 Stunden aufgenommen habe. Und die er jetzt zu seinem Film „Nacht der Revanche“ über das 24-Stunden-Rennen zusammen schneiden wird.

„Wir können uns glücklich schätzen, wie es gelaufen ist. Die Stimmung unter den Teilnehmer war toll und fair. Das ist uns auch sehr wichtig. Deshalb greifen wir auch immer regulierend ein, wenn jemand die pfleglichen Umgangsformen verlässt. Wir wollen hier eine sportlich-faire Art des Umgangs kultivieren“, erklärte Organisator Stephan Salscheider. Bei allem sportlichen Wettkampf.

Fotostrecke: Das Team Alpecin MountainBIKE beim 24-h-Rennen 2012 in Duisburg

5 Bilder
MountainBIKE Team Alpecin 2012 beim 24h-Rennen in Duisburg Foto: Björn Hänssler
MountainBIKE Team Alpecin 2012 beim 24h-Rennen in Duisburg Foto: Björn Hänssler
MountainBIKE Team Alpecin 2012 beim 24h-Rennen in Duisburg Foto: Björn Hänssler

MountainBIKE 24 Stunden von Duisburg - so lief das Rennen:

Der Gesamtsieg bei den MountainBIKE 24 Stunden von Duisburg 2012 ging an das achtköpfige GT-YellowWings Racing Team. Dabei kam es zu einem faszinierenden Duell mit dem Vierer-Team Herzlichst Zypern. Die deutschen „Zyprioten“ lagen bis weit in die Nacht hinein vorne, allerdings nur mit wenigen Minuten Abstand.

Dann zog GT-YellowWings vorbei, und es kam zu einem heißen Duell. Herzlichst Zypern konterte, war wieder eine Minute vorne, doch am frühen Morgen schloss die Achter-Equipe wieder auf. „Wir haben auf der Fläche fast Stehversuche gemacht, weil keiner im Wind fahren wollte und die Anstiege sind wir voll hoch gesprintet“, erzählte Sascha Schwindling von Herzlichst Zypern von dem Duell. Er habe am „Monte Schlacko“ dann oben einen Krampf im Oberschenkel bekommen und sich gerade noch über die Kuppe retten können, so dass er gleich auf an Marcel Reiser übergeben konnte.

Doch der musste seinen Kontrahenten ziehen lassen. Dennoch blieb das Duell noch einige Zeit offen. Eineinhalb Minuten Vorsprung wären bei einem Defekt gleich dahin gewesen. Erst in der Schlussphase gab Herzlichst Zypern den Widerstand auf.

„Die Jungs waren echt stark“, konstatierte GT-Biker Lars Lindemann. „Aber wir haben auf die Ein-Runden-Strategie gesetzt und damit gerechnet, dass die zu viert irgendwann nachlassen müssen.“ „Ich dachte, ich muss jetzt einfach die Attacke starten“, erklärte Rembert Noldes zur entscheidenden Runde, als er Marcel Reiser abhängen konnte. Dessen Teamgenosse Sascha Schwindling hatte da schon geunkt, „ich glaube, die können wir nicht mehr halten.“

So kam es denn auch und das Team GT-YellowWings konnte ihr Misserfolgs-Erlebnis aus dem vergangenen Jahr nach 83 gefahrenen Runden tilgen. „Letztes Jahr hatten wir einige Handicaps, aber wir wollten Duisburg unbedingt gewinnen weil es das größte 24-Stunden-Rennen Europas ist“, erklärte Lindemann. Und ein Teamkollege fügte in Anspielung auf den Dokumentarfilm von Maik Große Lochtmann hinzu: „Das war unsere Nacht der Revanche.“

Herzlichst Zypern konnte sich mit dem klaren Sieg in der Vierer-Wertung trösten. Und auch in der Vierer-Mixed-Wertung trug der amtierende Weltmeister in dieser Disziplin, mit Ex-Junioren-Weltmeister Daniel Schlegel an der Spitze, den Sieg davon. Das drittschnellste Team stellte die Cycle Culture Company, auch ein Achter-Team mit dem starken Bonner Matthias Frohn und dem Junioren-WM-Teilnehmer des vergangenen Jahres, Malte Finke. Die belegten Rang zwei in der Herren-Wertung vor dem MHW-Cube Racing Team, das zwar auch eine Dame an Bord hatte, aber eben nur eine und nicht die geforderten zwei für die Mixed-Wertung.

Vorjahres-Solo-Sieger Pierre Bischoff (Cycle Culture) gewann mit Partner André Kupig die Zweier-Wertung. Bischoff übernahm mit seiner Routine sechs Stunden Nachtschicht und machte es seinem Partner damit etwas leichter. 74 Runden kamen bei dem Duo zusammen, zwei Runden mehr als bei Lars Ahlersmayer/Fidi Kaliciak und drei mehr als bei Karsten Lewerenz/Jörg Tenbergen. Monika Sudhoff und Nelia Fuchs kamen gemeinsam auf 64 Runden und verwiesen Anja Schniederjan/Sina Resch (60) auf Rang zwei. Claudia Bischoff/Katja Wehmeier wurden mit 55 Runden Dritte.

Michael Kochendörfer gewinnt Solo-Konkurrenz

In der Solokonkurrenz machte in den ersten Stunden der Belgier Andy de Rooy von sich Reden. Doch wie nicht selten bei den Solisten, büßte auch de Rooy für sein Anfangstempo und fiel deutlich zurück. Vize-Weltmeister Michael Kochendörfer ließ sich davon nicht beeindrucken. „Ich wollte bei der Hitze nicht in meinen roten Bereich gehen und habe gehofft, dass es sich in der Nacht entscheidet“, erklärte der Mann vom Storck Bicycle Team am nächsten Tag, als die Herausforderung erfolgreich bewältigt war.

Nach etwa acht Stunden überholte der 44-Jährige aus dem nordbadischen Billigheim den Belgier. Sicher war er sich aber erst in den frühen Morgenstunden. „Ich wusste ja nicht, ob er nicht noch mal kommt. Und der Michael Grobe ist auch stark gefahren“, erläuterte Kochendörfer, für den die letzten Stunden immer „die zähesten sind“. 68 Runden hatte er am Ende auf dem Konto, Grobe kam auf 62, dahinter lag Peer Hüsken mit starken 60 Runden.

Zweimal nur hat er in diesen 24 Stunden angehalten, um zu pinkeln. Das war’s. Versorgt von Ehefrau und Tochter kurbelte er seine Runden und stellte seine besondere Begabung wieder einmal unter Beweis. In drei Wochen will er nach WM-Gold greifen. „Ich hoffe, die Erholung reicht. Aber ich wollte Duisburg unbedingt fahren, weil es von so vielen gelobt wird. Und ich muss sagen, zu Recht. Es ist super organisiert und die Atmosphäre ist großartig“, zollte er den MountainBIKE 24 Stunden von Duisburg große Anerkennung. Immerhin hat er schon fast 30 24-Stunden-Rennen gefahren.

Die schnellere von zwei Damen, die sich die 24-Stunden-Plagerei zumuten wollten, war Jana Kalbertodt aus Remscheid. Sie absolvierte immerhin 54 Runden.

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07.08.2012
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