Cyprus Sunshine Cup 2012: Kulhavy und Langvad siegen beim Auftaktrennen in Voroklini

Cross-Country-Weltmeister Jaroslav Kulhavy und Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad haben in Voroklini das Auftaktrennen zum Cyprus Sunshine Cup 2012 gewonnen.

Fotostrecke: Cyprus Sunshine Cup 2012 - Impressionen vom Auftaktrennen

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Cyprus Sunshine Cup 2012 Foto: Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion
Cyprus Sunshine Cup 2012 Foto: Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion
Cyprus Sunshine Cup 2012 Foto: Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Bei Sonnenschein hatte sich bis zur dritten Runde des Herren-Rennens eine siebenköpfige Spitzengruppe entwickelt. Zuerst machte Manuel Fumic (Cannondale) das Tempo, dann wurden Fabian Giger (Rabobank-Giant) und Wolfram Kurschat (Topeak-Ergon) aktiv.

Fumic stürzte und verlor den Kontakt zur Gruppe. Giger und Kurschat konnten sich zweimal etwas absetzen, wurden anschließend aber wieder eingeholt von Jaroslav Kulhavy, der von Runde zu Runde stärker wurde.

Als es in die letzte Runde ging, fielen Emil Lindgren (Rabobank-Giant) und Jan Skarnitzl (Rubena Birell Specialized) zurück. Auch Kurschat verlor den Anschluss, weil er in einem Singletrail behindert wurde. So kam es zu einem Dreikampf zwischen Giger, Kulhavy und Liam Killeen (Giant Factory Racing).

Vor einem Downhill übernahm Kulhavy die Führungsposition von Giger und holte in der technischen Passage einige Sekunden heraus. Den nächsten Anstieg sprintete er mit aller Macht hoch und nahm genügend Vorsprung auf den letzten Kilometer mit, um sich seinen ersten Sieg in Voroklini zu sichern.

In 1:23:36 Stunden lag Kulhavy schließlich zwei Sekunden vor Giger und drei vor Killeen.

Missverständnis von Kurschat ermöglicht Fumic Platz vier

Kurschat überhörte die Glocke zur letzten Runde und dachte deshalb - auch angesichts der kurzen Renndauer - er hätte noch eine weitere 6,01 Kilometer lange Schleife zu fahren. So konnte Fumic von hinten Lindgren und Skarnitzl passieren und dann die Lücke zu Kurschat schließen.

Ohne dessen Gegenwehr eroberte Fumic Rang vier, mit 30 Sekunden Rückstand auf Kulhavy. Für Kurschat wurden 33 Sekunden Rückstand notiert.

Stimmen aus dem Fahrerfeld:

Jaroslav Kulhavy: Es war ein verrücktes Rennen. Nach dem Start hatte ich schlechte Beine, aber während des Rennens wurde es immer besser. Ich konnte vor dem Downhill in Führung gehen und ein paar Sekunden heraus holen. Den letzten Berg bin ich hoch gesprintet. Ich habe neue Schuhe und ein neues Bike und muss das Setup neu machen. Ich denke, ich muss meine Position auf dem Bike noch etwas verändern, aber nächste Woche sollte das besser sein.

Fabian Giger: Das Wichtigste ist, dass ich mich gut gefühlt habe. Ich konnte von Anfang bis Ende ein hohes Tempo gehen. Kurschat war in den Anstiegen recht stark und zweimal waren wir bereits weg. Am Ende hatte ich vielleicht zu viel Respekt vor dem Weltmeister, weil ich ihn in einer Kurve vorbei gelassen habe. Schlussendlich ist aber ein zweiter Platz hinter dem Weltmeister nicht schlecht.

Liam Killeen: Ich konnte in der Spitzengruppe ohne Probleme mitfahren. Es ist gut, wieder vorne dabei zu sein. Das Rennen war hart und schnell, aber vielleicht eine Runde zur kurz. Ich hoffe, ich kann mich weiter verbessern.

Manuel Fumic: Ich habe mich super gefühlt und konnte am Schluss noch eins drauf setzen. Ich bin echt zufrieden. Bei dem Sturz bin ich der Linie von Giger und Lindgren gefolgt und bin dann über den Lenker geflogen.

Wolfram Kurschat: Es ging sehr gut. Schade, dass mir die Damen in die Quere gekommen sind. Leider dachte ich, es ginge noch eine Runde und habe gar nicht um Platz vier gefightet. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Verfassung.

Damen: Defekte bei Langvad und Hurikova

Technische Probleme beeinflussten den Verlauf des Damen-Rennens in einem 40 Fahrerinnen starken Feld. Sabine Spitz, Tereza Hurikova (beide Sabine Spitz-Haibike Pro Team) und Annika Langvad (Fujibikes-Rockets) übernahmen die Initiative und bildeten eine dreiköpfige Spitzengruppe, nachdem Blaza Klemencic (Felt Ötztal X-Bionic) als letzte Konkurrentin nicht mehr folgen konnte.

Dann beschleunigte Langvad in der zweiten von vier Runden und holte einen Vorsprung auf Spitz heraus, während Hurikova wegen Kettenproblemen zurückfiel. Die tschechische Meisterin kam jedoch zurück und nachdem Annika Langvad einen Reifendefekt beheben musste, war Hurikova bis auf sieben Sekunden an der Dänin dran.

Doch die Kettenprobleme bei Hurikova traten erneut auf, so dass sie Langvad wieder ziehen lassen musste. In der letzten Runde riss dann die Kette sogar, so dass Sabine Spitz den zweiten Rang von ihrer Teamkollegin übernehmen konnte, die aber Rang drei gerade noch vor Klemencic retten konnte.

Langvad siegte in 1:20:09 Stunden zum dritten Mal in Folge in Voroklini mit 1:42 Minuten Vorsprung auf Spitz und 3:00 Minuten vor Hurikova und 3:03 Minuten vor Klemencic. Die Schweizerin Katrin Leumann landete mit 3:11 Minuten Rückstand auf Platz fünf.

Elisabeth Brandau (Schönaich/notebooksbilliger.de) wurde hinter Marielle Saner-Guinchard (bikepark.ch-Scott) Siebte mit 3:58 Minuten Rückstand.

Stimmen zum Damenrennen:

Annika Langvad: Letztes Jahr habe ich im ersten Rennen alles gegeben. Diesmal habe ich eher abgewartet. Es ist immer spannend vor der Saison, wenn es zum ersten Vergleich kommt. Nach meinem Defekt sind Sabine und Tereza wieder ran gekommen. Danach bin ich es in den Downhills etwas ruhiger angegangen. Es ist toll hier mit einem Sieg zu beginnen.

Sabine Spitz: Ich habe mich gut gefühlt, die Trainingslager (in Südafrika, im Engadin und auf Gran Canaria) schlagen an. Was mir noch fehlt sind die Rhythmuswechsel, der Kraft-Rhythmus. Da gab es ein paar Passagen, in denen ich Zeit verlor. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Schade für Tereza, sie war wirklich stark heute.

Tereza Hurikova: Ich bin ein wenig traurig. Nachdem ich so lange entfernt davon war, ein Rennen zu gewinnen, ist es ärgerlich, wenn man von einem Defekt gestoppt wird. Mein Körper hat heute perfekt gearbeitet. Letztlich bin ich aber froh, dass ich den dritten Platz noch halten konnte, weil es nach dem Kettenriss nicht weit war bis zur Tech-Zone.

20.02.2012
Autor: Erhard Goller
© MOUNTAINBIKE