Cape Epic: 4. Etappe - Scott-Teams machen Tagessieg unter sich aus

Foto: Greg Beadle/Cape Epic/SPORTZPICS Cape Epic 2017 4. Etappe Scott-Teams Zieleinlauf

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Doppelsieg für die beiden Scott-Teams auf der 4. Etappe beim Cape Epic: Andri Frischknecht/Michiel Van der Heijden siegen knapp vor Nino Schurter/Matthias Stirnemann. In der Gesamtwertung bleiben Manuel Fumic/Henrique Avancini vorne. Sabine Spitz hatte heute eine Platten und kam mit Partnerin Robyn de Groot auf Platz 3, im Gesamtklassement liegen beide nach wie vor auf Rang 2.

Die letzten drei Tage des 14. Absa Cape Epic versprechen Dramatik pur: die Favoritenteams bei den Männern liegen in einem Zeitkorridor von nur 2:15 Minuten zusammen. Das bedeutet, dass auch bei den folgenden Distanzen von zwei Mal 80 und 100 Kilometer Sekunden entscheidend werden können.

Heute hatten bei der Transferetappe von Elandskloof nach Oak Valley die Young Guns von Scott Sram Vollgas gegeben. Gemeinsam mit ihrem Top Team Nino Schurter und Matthias Stirnemann rollten sie zweieinhalb Minuten vor den Gesamtführenden Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) über die Linie.

4:10:00,3 Stunden hatten Andri Frischknecht (SUI) und Michiel Van der Heijden (NED) für die 112 Kilometer und 2150 Höhenmeter benötigt. Die Gesamtführenden Fumic/Avancini wurden dritte, behielten mit dem Abstand von 2:35,8 Minuten aber ihr gelbes Zebra-Leadertrikot.

Zwar hatte man bei dieser wieder etwas längeren Etappe die Marathon-Spezialisten Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Investec-Songo-Specialized) vorne gesehen, doch bremste ein Platten das Team des fünffachen Epic-Gewinners Sauser aus. Eine aufgeschlitzte Reifenflanke hinten ließ sich nicht abdichten, nach den ersten Flickversuchen verlor Jaros Reifen immer noch Luft und sie mussten einen dritten Stopfen am Schlauchlosreifen anbringen. So verrinnen wertvolle Sekunden und Minuten auf diesem achttägigen Rennen, die am Ende entscheidend sein könnten.

"Wir wollten heute eigentlich angreifen und uns ins gelbe Leadertrikot fahren", stellte Sauser fest. "Etwas weniger Dramatik und eine beruhigende Führung unsererseits wäre mir in diesem Fall lieber", meinte der Schweizer schmunzelnd.

"Wir haben nicht wirklich eine Taktik", sagte Olympiasieger und Weltmeister 2016, Nino Schurter, im Ziel. "Wir wollen einfach Spaß haben auf der Etappe und heute lief es für beide Teams fantastisch. Der letzte Anstieg war wirklich brutal, dazu auch noch sehr sandig, aber anscheinend haben wir das am besten hingekriegt und konnten uns gemeinsam absetzen."

Zum Glück für die strapazierten Mountainbiker des Epic begann der Tag mit leichter Bewölkung und einigen Graden niedrigerer Temperatur als in den heißen Vortagen. Doch bleibt das Renngeschehen hitzig, alle sind sich einig, dass ein extrem hohes Tempo gegangen wird.

Etappensieger Andri Frischknecht, Schweizer U23 XC Meister und Sohn von MTB-Legende Thomas Frischknecht, überraschte sich selbst. "Bei 112 Kilometern Distanz wollten wir eigentlich nur überleben. Ein Etappensieg ist super. Zusammen mit Nino und Matthias vorne zu fahren ist eine echte Motivation. Der sandige Anstieg war furchtbar, aber da merkten wir, dass wir womöglich ganz vorne im Ziel sein könnten."

"Wir wollten hauptsächlich Susi und Jaro in Schach halten", meinte ein zufriedener Manuel Fumic im Ziel, "der Vorsprung zu Scott Sram war nicht zu klein. Also galt es für uns, mitzuhalten und keine Zeit auf Investec-Songo-Specialized zu verlieren. Ein guter Tag für uns, bis Sonntag sind es noch drei lange Tage und wir wollten nicht alle Körner heute verschießen."

Für den Zusammenprall mit einem Film-Motorrad am Vortag hatte die UCI-Kommission nach einem offiziellen Protest des Cannondale Factory Racing Teams Fumic/Avancini eine Zeitgutschrift von 14 Sekunden erteilt. Fumic erlitt eine Prellung am Oberarm, fühlt sich aber fit. "Ich erhole mich schnell", war sein Kommentar.

Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS Cape Epic 2017 4. Etappe Manuel Fumic

Bleiben weiter im gelben Leader-Jersey: Manuel Fumic (li.) und Henrique Avancini.

Zwar kommt Karl Platt von Bulls mit Schweizer Partner Urs Huber immer besser in Fahrt. Doch sind die ursprünglichen Favoriten auch nach einem 7. Etappenplatz mit 18:50 Minuten "nur" auf dem 6. Gesamtrang. "Es wird besser", meinte Platt, "aber das reicht hier natürlich nicht." Ähnlich geht es Topeak Ergons Alban Lakata. "Das Tempo das hier von den Cross-Country-Fahrern vorgelegt wird, ist unglaublich", sagte der Österreicher, der ebenfalls in der Anfangsphase mit Formproblemen zu kämpfen hatte. Mit 25:10 Minuten liegt er mit seinem tschechischen Partner Kristian Hynek auf dem 8. Gesamtrang.

Gut schlugen sich erneut Centurion Vaude 2 mit dem Schweizer Nicola Rohrbach und dem Österreicher Daniel Geismayr: Platz 6 und weiterhin Rang 5 der Gesamtwertung. Manuel Fumic hatte seine eigene Meinung, als er von Journalisten gefragt wurde, warum die Cross-Country-Spezialisten vorne liegen. "Tja, wir sind halt einfach die besseren Mountainbiker", meinte Fumic mit einem Grinsen.

Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS Cape Epic 2017 4. Etappe Karl Platt

Vorjahressieger Karl Platt liegt auf Platz 6 im Gesamtklassement.

Frauen: Reifenpanne bei Sabine Spitz

Auch bei den Frauen wurde das Duell der Spitzenreiter von einer Reifenpanne beeinträchtigt. "Erst ein Cut überm Auge, heute ein Cut im Reifen", meinte eine humorvolle Sabine Spitz im Ziel. Dadurch musste das Team Ascendis Health die Gesamtführenden Esther Süss (SUI)/Jennie Stenerhag (SWE) vom Team Meerendal CBC ziehen lassen. 3:42,3 Minuten lagen in Oak Valley zwischen den führenden Frauenteams, dadurch stieg der Rückstand von Ascendis Health auf 12:41 Minuten an.

Adelheid Morath und Ariani Lüthi vom Team Spur, favorisiert ins Rennen gegangen, aber in den ersten Tagen mit schlechten Beinen kämpfend, können nun den Speed der Topfrauen einigermaßen halten. 7:37 Minuten später als die Siegerinnen waren sie als 4. im Ziel. Doch der Gesamtrückstand von 50:48 Minuten lässt keine Chance mehr aufs Podium. Vor ihnen liegen HansGrohe Cadence Pro mit Mariske Strauss (RSA) und Annie Last (GBR), die heute zweite wurden.

MOUNTAINBIKE-Chefredakteur Jens Vögele bloggt vom Cape Epic: So lief bei ihm die 4. Etappe

Foto: Dominic Barnardt/Cape Epic/SPORTZPICS Cape Epic 2017 4. Etappe Esther Süss Jenny Stenerhag

Gewinnen die 4. Etappe und bleiben auch im Gesamtklassement vorne: Esther Süss (li.) und Jenny Stenerhag.

Video: Cape Epic 2017 - 4. Etappe




23.03.2017
Autor: PM Cape Epic
© MOUNTAINBIKE