Cape Epic 2015 Etappe 4: Südafrikaner mit Überraschungssieg


Zur Fotostrecke (7 Bilder)

Cape Epic 2015
Foto: Nick Muzik/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2015
Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2015 Etappe 2.
Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2015 Etappe 2.
Foto: Sam Clark/Cape Epic /Sportzpics

 

Cape Epic 2015
Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS
Diese Momente, als erstes Team über die Ziellinie des Absa Cape Epic zu fahren und ganz oben auf dem Podest der Siegerehrung zu stehen… Philip Buys und Matthys Beukes vom Scott Factory Racing Team kosteten es heute aus. Die beiden hatten sich auf der vierten Etappe der Tour de France der Mountainbiker früh abgesetzt und ihren Abstand zu den Verfolgern stetig ausgebaut.

Zum Schluss kamen die Südafrikaner Buys/Beukes 3.31,5 Minuten vor den Verfolgern an und sicherten sich auch erstmals das rote Führungstrikot der Afrikanischen Wertung. “Wir wollten heute unbedingt auf einen Etappensieg fahren”, bestätigte Brandmanager Joggie Prinsloo, “ich bin froh, dass die beiden nicht ‘geplatzt’ sind.”

Allerdings hatten die Verfolger mit allen Favoriten, darunter Investec-Songo-Specialized, Bulls, beide Topeak Ergon Teams und Multivan Merida keine Anstalten gezeigt, die Ausreißer ernsthaft wieder einzufangen.
Sie beschränkten sich darauf, sich gegenseitig zu kontrollieren, da Scott Factory in der Gesamtwertung insgesamt über 51 Minuten hinter den Führenden gelegen hatten.

An der zweiten Verpflegungsstelle lagen alle Favoriten noch eng zusammen, Scott Factory Racing war 2 Minuten voraus. Die 111 Kilometer lange Schleife in den Bergen rund um den Etappenort Worcester war wieder einmal sehr fordernd für das Material. Scharfkantige Steine und jede Menge Dornen ließen die rund 1200 Teilnehmer mit zahlreichen Platten und technischen Defekten kämpfen. Leider erwischte es auch Urs Huber, den Schweizer Partner des vierfachen Epic-Siegers Karl Platt. Trotz der Pannendichtmittel in den schlauchlosen Reifen ließ das Hinterrad vor Verpflegungsstelle 3 ständig Luft, so dass sie die Führenden ziehen lassen mussten. Robert Mennen (Topeak Ergon) hatte das gleiche Problem, doch das Hinterrad hielt, und er ging mit den Bulls auf die letzten 15 Kilometer des Rennens, knapp nach der zweiten Führungsgruppe. Gemeinsam mit Multivan Meridas José Hermida (ESP)/Rudi van Houts (NED) rollten sie ins Ziel.

Eine klare Sache war, erneut, die Sasol Frauenwertung. Ariane Kleinhans (SUI) und Marathonweltmeisterin Annika Langvad (DEN) von RECM Specialized hatten sich nach ihrem gestrigen Kraftakt gut erholt und fuhren wieder von vorne weg. “Wir habe extra dickere Reifen und bis jetzt auch keinen Platten gehabt, “ freute sich Ariane Kleinhans, “das und die Tatsache, dass wir mit den schnellen Männern in der A-Gruppe starten können, bringt uns einiges. Wir versuchen, so lange wie möglich an den schnellen Herren dranzubleiben.” Auch ein Sturz von Langvad kurz vor dem Ziel brachte die dominierenden Frauen nicht aus der Fassung. Am Ende standen wieder über zwanzig Minuten Vorsprung vor dem zweitplazierten Team Ascendis Health mit Jennie Stenerhag (SWE) und Robyn Lee de Groot (RSA) auf der Uhr.
Geburtstagsfahrerin Esther Süß (SUI) schenkte sich mit ihrer Partnerin Alice Pirard (BEL) einen Podiumsplatz zum Geburtstag.

Pech für XC-Eliminator-Weltmeisterin Kathrin Stirnemann vom Team World Bicycle Relief. Nach Atemproblemen musste die Schweizerin das Rennen abbrechen, die norwegische Mountainbike-Legende Gunn-Rita Dahle-Flesja kam allein ins Ziel.

„Ich war noch nie so fit und gleichzeitig so kaputt an meinem Geburtstag“, meinte die mehrfache Cyclocross-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, die mit Partner Carsten Bresser (Team Dietrich Rocky Mountain) als dritte der Mixed-Kategorie einlief. Die Gesamtführung Mixed verteidigten mit einem Etappensieg Ivonne Kraft (GER) und Peter Vesel (SLO) vom Team Etis.

Die Masters-Wertung war ein Remake vom Vortag: Nico Pfitzenmaier/Rob Sim (Dorma/Robert Daniel) kratzen wieder Sekunden vom Vorsprung der Gesamtführenden Bart Brentjens/Abraao Azevedo (Betch.NL Superior) ab. „Wenn es pro Etappe 10 Sekunden bleiben, und wir haben noch drei Etappen, bleiben wir ja vorne“, meinte humorvoll Bart Brentjens. Der erste Mountainbike-Olympiasieger (Atlanta 1996) kreierte das Absa Tape Epic: seinen kaputten Schuh reparierte er mit gelbem Trassierband von der Streckenmarkierung.

Es folgt nun die zweitlängste Etappe des Absa Cape Epic 2015 mit 117 Kilometern und 2500 Höhenmetern, wenn das Feld von Worcester in den vorletzten Etappenort Wellington überwechselt. Nach einem Flachstück zum Warmwerden geht es in die ersten Anstiege der Fonteinjies-Berge. Der Powerlines genannte erste harte Anstieg wird das Feld auseinanderziehen. Nach der Abfahrt geht es entlang des Breede-River und dann über den bekannt-berüchtigten Bain’s Kloof Pass, ein Nationales Denkmal in Südafrika. Nach dem Asphaltanstieg folgen die Singletracks von Welvanpass, eine wahre Spielwiese für technisch gute Fahrer. Das Ziel ist auf dem Campus der Technischen Hochschule in Wellington aufgebaut. Die geschätzte Zeit der Schnellsten beträgt knapp 5 Stunden.

19.03.2015
Autor: MountainBIKE
© MOUNTAINBIKE