Cape Epic 2015 - Etappe 2: Kulhavy und Sauser siegen erneut


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Cape Epic 2015 Etappe 2.
Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Cape Epic 2015 Etappe 2.
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Cape Epic 2015 Etappe 2.
Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS

 

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Cape Epic 2015 Etappe 2.
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Beim Start zur zweiten Etappe über 92 Kilometer blies den Mountainbikern eine kräftige Brise entgegen. Doch nach vier Stunden und knapp 7 Minuten kamen Sauser und Kulhavy (Investec Songo Specialized) als Etappensieger ins Ziel.

Nachts rüttelte bereits der Wind heftig an den Zelten der Fahrer und der Crew beim Absa Cape Epic in Oak Valley.

Mit dem dritten Tag haben die Elemente beim Absa Cape Epic bereits alle Register gezogen, und den Teilnehmern des „ungezähmten Rennens“ zugesetzt. Auf extreme Hitze folgte ein feucht-kalter erster langer Tag, und nun hohe Windgeschwindigkeiten, die sogar die Medien-Helikopter zur Landung zwangen.

Eine starke Sechsergruppe trotzte dem Wind und wollte vom Start weg klar machen, wo die Ambitionen liegen: Kulhavy/Sauser mit ihren stärksten Konkurrenten, dem viermaligen Epic-Gewinner Karl Platt (GER) und Urs Huber (SUI) vom Team Bulls, und die Prologsieger Martin Gujan/Fabian Giger (Novus OMX Pro) aus der Schweiz gingen vor dem Feld in die ersten Anstiege um Grabouw, gefolgt von den weiteren Podiumsanwärtern Alban Lakata/Kristian Hynek (Topeak Ergon) und José Hermida/Rudi van Houts (Multivan Merida).

Doch schon bei der ersten Verpflegungsstelle hatte das Quartett Topeak Ergon/Investec Songo Specialized einen leichten Abstand zu den Verfolgern heraus gearbeitet, und dies sollte sich bis ins Ziel nicht mehr ändern. Beim langen Anstieg zum Nuweberg hatten sie sich erfolgreich abgesetzt.
Auf den letzten Kilometern lief die Specialized-Lokomotive Kulhavy nochmals unter Volldampf, so dass der ehemalige Marathon-Weltmeister Lakata (AUT) mit dem Vorjahressieger Kristian Hynek (CZE) abreißen lassen musste. Auch beim hohen Schlusstempo behielt der Epic-Routinier Sauser einen klaren Kopf, denn Jaroslav wollte zu früh zurück ins Ziel abbiegen, auf einem Trail vom Vortag. „Zum Glück konnte ich Jaro noch auf den richtigen Weg bringen, er wollte mir erst nicht glauben, dass es geradeaus geht.“

Die Gesamtzweiten, Karl Platt und Urs Huber (Team Bulls) mussten zugeben, dass sie heute nicht stark genug waren, um Sauser/Kulhavy etwas entgegen zu setzen.
„Es war super hart heute, der Wind hat es brutal schwer gemacht. Topeak und Specialized haben direkt am Anfang draufgedrückt. Wir haben versucht, den Abstand in Grenzen zu halten, aber nach hinten raus haben wir ordentlich verloren. Das sind vorne zwei hochkarätige Teams, ich hatte heute einen schlechten Tag und konnte in der Führung nicht mithelfen. Ich bin froh, dass ich überlebt habe,“ so der viermalige Epic-Siger Platt.

Schon seit Start des Absa Cape Epic 2015 ist das Team Bulls II mit Tim Böhme und Stefan Stiebjahn vom Pech verfolgt. Technische Pannen warfen die Vorjahresdritten immer wieder zurück und 15 Kilometer vor Ziel der zweiten Etappe erwischte es Böhme – er blieb an einem herausstehenden Draht eines Zauns hängen und wurde brutal vom Bike katapultiert. Mit heftigen Schmerzen an der Schulter fuhr er einhändig ins Ziel. Diagnose nach zwei Stunden im Krankenhaus in Somerset West: Angerissen Bänder, ein Start am folgenden Tag ist mehr als unwahrscheinlich.

Unangefochten und strahlend rollten nach nur 4:37,31 Stunden die führenden Frauen über die Ziellinie in Oak Valley. Ariane Kleinhans (SUI) und Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad (DEN) vom Team RECM Specialized drücken, wie im letzten Jahr, der Frauen-Kategorie ihren Stempel auf. „Ich habe viel weniger Stress als bei einem Worldcup-Rennen, wo alle von hinten Druck machen und am Hinterrad kleben“, sagte eine zufriedene Langvad. „Ich liebe einfach diese Singletracks hier in Elgin und Grabouw“, meinte die Wahl-Südafrikanerin Kleinhans, „auf den letzten zwanzig Kilometer konnte ich es richtig genießen“. Die gestrige Unachtsamkeit, als das Vorderrad von Ariane Kleinhans wegrutschte und sie stürzte, hatte glücklicherweise keine negativen Folgen fürs Knie. Die Zweitplazierten der Frauen-Gesamtwertung, Jennie Stenerhag (SWE) und Robyn de Groot (RSA) vom Team Ascendis Health liegen nach dem dritten Tag bereits 46,32 Minuten zurück, vor Esther Süß (SUI) und Alice Pirard (BEL) von Meerendal Wheeler (+58,16,8 min). Besser als die Tage zuvor lief es für die englisch-österreichische Paarung Sally Bigham/Christina Kollmann (Sellaronda Hero), die den dritten Platz der Tageswertung belegten. Obwohl Kollmann am Tag zuvor noch unter Rückenschmerzen wegen eines eingeklemmten Nervs litt, kam sie gut ins Rennen. „Ab Kilometer 30 habe ich die Schmerzen einfach vergessen“, sagte die 4. der Marathon-Europameisterschaften, „weil es so gut lief“.

Die Dimension Data Masters Kategorie verläuft da schon spannender: der Wahl-Südafrikaner Nico Pfitzenmaier und Robert Sim (Dorma/Robert Daniel) schlugen in der 2. Etappe die Gesamtführenden, den ehemaligen Olympiasieger von Atlanta, Bart Brentjens und den Brasilianer Abraao Azevedo (BETCH.nl-Superior) um 5 Sekunden. Der Masterssieger von 2013, Nico Pfitzenmaier, der mit leichten gesundheitlichen Problemen auf der ersten Etappe kämpfte, war wieder besser unterwegs: „Außerdem mag ich die Trails von Oak Valley total gerne, das ist meine Spielwiese hier, darum freue ich mich besonders über diesen Heimsieg“.

Die Führenden der Mixed-Kategorie, die Österreicher René Haselbacher und Sabine Sommer (ENS RH77) verfuhren sich kurz vor Ende der Etappe und verloren dabei rund zehn Minuten. „Wir sind schätzungsweise drei Kilometer zuviel gefahren“, meinte der ehemalige Rennradprofi und Tour de France-Teilnehmer Haselbacher. Dies nützten auch das Mixed-Team Peter Vesel (SLO) und die Deutsche Ivonne Kraft (ETIS), die die Etappe gewannen und damit die Gesamtführung übernahmen. „Das ist heute natürlich schlecht gelaufen für uns, aber wir können schon wieder an die Spitze zurück kommen“, so Haselbacher.

Die mehrmalige Cyclocross-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, die mit dem Routinier Carsten Bresser für das Team Dietrich Rocky Mountain erstmals am Absa Cape Epic teilnimmt, befindet sich in einer steilen Lernkurve. „Als wir zusammen mit Gunn-Rita Dahle unterwegs waren, war ich ein wenig übermotiviert und habe vorgeschlagen, an der zweiten Verpflegung durchzufahren. Das war eindeutig ein Fehler, und es kam zum ersten Mal für mich der „Mann mit dem Hammer“ bei einem Rennen. Ich habe mindestens fünf Minuten gebraucht, bevor ich weiterfahren konnte. So ‚alle’ war ich noch nie im Leben auf dem Rad. Ich habe meine Lektion gelernt heute.“ Die beiden liegen in der Mixed-Gesamtwertung auf dem 5. Platz.

Die Etappe 3 beim Absa Cape Epic ist die längste der Veranstalung 2015. Rund 128 Kilometer fahren die Teams von Oak Valley zum nächsten Etappenort Worcester am Rand der kleinen Karoo. Dabei legen sie rund 2000 Höhenmeter zurück. Laut Wetterbericht erwarten die Mountainbiker bis zu 30 Grad Celsius, kein Wind und trockenes Wetter.

17.03.2015
Autor: MountainBIKE
© MOUNTAINBIKE