Absa Cape Epic: Extreme Bedingungen auf 2. Etappe - Platt/ Huber übernehmen Gesamtführung

Die 2. Etappe des Absa Cape Epic 2014 war geprägt von Schlamm und extrem schwerem Boden. Mit ihrem zweiten Rang im Tages-Klassement übernahmen der Deutsche Karl Platt und sein Schweizer Partner Urs Huber (Team Bulls) die Führung im Gesamt-Klassement. Tages-Sieger auf der 2. Etappe: der Deutsche Robert Mennen mit seinem tschechischen Partner Kristian Hynek (Topeak-Ergon Racing).

Fotostrecke: Absa Cape Epic 2014: Impressionen von der 2. Etappe

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Cape Epic 2014 Etappe 2 Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS
Cape Epic 2014 Etappe 2 Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS
Cape Epic 2014 Etappe 2 Foto: Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS

Kräftige Regenfälle in der Nacht machten die zweite Etappe des Absa Cape Epic zu einer 100 Kilometer langen Schlammschlacht. Millimeterdick klebte der braune Lehm auf Gesichtern, Kleidung und Beinen der 1200 Fahrer, die in der Weingegend Robertson nordöstlich von Kapstadt auf die Strecke gingen.

Den Etappensieg sicherten sich der Deutsche Robert Mennen mit seinem tschechischen Partner Kristian Hynek (Topeak-Ergon Racing). Die Favoriten Karl Platt und Urs Huber, Team Bulls, holten sich trotz eines harten Sturzes von Platt erstmals die Gesamtführung mit einem zweiten Tagesetappen-Platz.

Das Deutsch/Schweizerische Duo liegt 10,53 Minuten vor den Mitfavoriten, Christoph Sauser (SUI) und Frantisek Rabon (CZE, Team Meerendal Songo Specialized). Den deutschen Triumph komplettierte das Team Bulls 2 mit Tim Boehme und Simon Stiebjahn auf dem dritten Tagesetappen-Platz.

Ein starker Hannes Genze wurde mit seinem Schweizer Partner Konny Looser (Meerendal Centurion Wheeler) vierter und schob sich auf den vierten Gesamtplatz. Das deutsche Team Centurion-Vaude, Markus Kaufmann und Jochen Käß, die im Leadertrikot gestartet waren, erlitten einen Kettenstrebenbruch und wurden weit zurück geworfen. Mit Kabelbindern reparierten sie den Bruch notdürftig. Sie kamen auf Platz 112 ins Ziel, fast zwei Stunden nach den Führenden.

“Das war ein dummer Sturz kurz nach dem Start”, haderte Karl Platt im Ziel mit sich selbst, “ich war Vollgas unterwegs, fuhr eine blöde Linie auf dem Singletrack und geriet mit dem Vorderrad in eine Rinne. Damit war auch meine Motivation unten, ich hatte Schmerzen nach dem Crash. Aber wir haben unseren Kampfgeist wieder gefunden und haben aufgeholt.“

Der glückliche Tagessieger Robert Mennen: “Es war nach hinten raus ziemlich hart. Wir haben probiert, uns immer relativ weit vorne aufzuhalten im Feld, um nicht durch Fehler anderer einen Sturz zu riskieren und den Anschluss zu verlieren. Wir hatten am Ende noch Energie in petto, so dass wir die Etappe gewinnen konnten. Heute mussten alle Vollgas gehen, die matschigen Bedingungen waren so kräftezehrend. Ich hoffe auf gute Erholung und dass es morgen gut weitergeht.”

Die Mitfavoriten auf den Gesamtsieg, Christoph Sauser und Frantisek Rabon hatten Probleme – wie so viele – mit den Bremsen. Durch abgeschliffene Beläge geriet die Feder im letzten Drittel der Strecke in die Bremsscheibe. Insgesamt kostete dies das Team nochmals mehrere Minuten. Für den ehemaligen Straßenprofi Rabon war es ein extrem harter Tag. Solche Bedingungen hatte der sympathische Tscheche noch nie auf einem Rad erlebt.

Selbst so erfahrene Bike-Profis wie Tim Böhme (GER, Team Bulls 2) waren gefordert: “Es war eine der härtesten Etappen, die ich je gemacht habe. Jeder Meter war schwer und musste erkämpft werden, der Boden war so tief. Am Ende sind wir dritter geworden und sind sehr glücklich. Aber ich habe fast durchgehend gelitten. Nach 40 Kilometern wäre ich am liebsten ausgestiegen, ich war total kaputt, und wir hatten noch nicht mal die Hälfte. Aber mit einer Cola am dritten Wasserpunkt ging‘s dann aufwärts und als ein Podiumsplatz drin war, habe ich Dampflok gespielt und wir haben es nach Hause gefahren.”

Mit einem sechsten Etappenplatz stabilisierten die Schweizer Lukas Flückiger und Martin Fanger (BMC) ihre gute fünfte Gesamtposition, wenn auch Fanger konditionelle Probleme hatte. An der dritten Verpflegungsstation musste Flückiger ein paar Warteschleifen drehen. “Wir mussten am Ende Tempo rausnehmen. Vielleicht wäre sonst das Leaderjersey drin gewesen. Aber das gehört zu einem Teamrennen, das ist einfach so”, meinte Lukas Flückiger im Ziel.

Frauen: Kleinhans/ Langvad verkürzen Rückstand auf Platz 1

Das Frauen-Team RECM 2 mit Ariane Kleinhans (SUI) und Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad (DEN) konnten wieder etwas Zeit gut machen nach ihrem Pannen-Pechtag auf der ersten Etappe. Rund zehn Minuten kamen sie vor den Gesamtführenden, der Schweizerin Esther Süß und der Britin Sally Bigham, Team Meerendal, ins Ziel und verkürzten den Abstand in der Gesamtwertung auf rund 14 Minuten.

“Es war ein harter Tag, es war ziemlich dreckig. Wir hatten ein bisschen mit den Bremsen Probleme. Wir haben einen ziemlich guten Start erwischt und haben versucht, auf den flachen Strecken etwas Energie zu sparen, was uns auch gut gelungen ist. In den technischen Abschnitten zum Ende hin ist es gut gelaufen. Der Sieg ist immer noch möglich, denke ich und wir werden unser Bestes geben”, sagte eine optimistische Kleinhans im Ziel.

Jennie Stenerhag (SWE) im Team mit Theresa Ralph (RSA), Team Cape Brewing Company, fuhren konsistent und behielten ihren dritten Gesamtplatz. Auf dem 5. Rang der Gesamtwertung liegen die Schweizerin Milena Landtwing mit ihrer Teampartnerin Hielke Elferink, Team Meerendal Wheeler.

Ausblick auf Etappe 3: ROBERTSON - GREYTON (134km, 1800 Höhenmeter)

Die dritte Etappe beim Absa Cape Epic führt die Fahrer vom Weingut Arabella bei Robertson nach Greyton, ins Fruchtanbaugebiet Südafrikas. Auf 134 Kilometern sind 180 Höhenmeter zu überwinden.

Alle Ergebnisse auf www.cape-epic.com

Video: Absa Cape Epic 2014: die Highlights der 2. Etappe

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Video: world of freesports
25.03.2014
Autor: Absa Cape Epic
© MOUNTAINBIKE