Vario-Bikes mit verschiedenen Laufradgrößen – MTB-Trend für 2017

Trend 2017: Vario-Bikes mit verschiedenen Laufradgrößen


Zur Fotostrecke (5 Bilder)

Foto: Benjamin Hahn

 

 

Foto: Dennis Stratmann

 

Foto: Pivot

 

Foto: Daniel Geiger
Gripstarke 27,5-Plus-Reifen, rollfreudige 29er oder wendiges 27,5"? Die neuen Vario-Bikes erlauben es, verschiedene Laufradgrößen einzubauen.

Die Frage nach der richtigen MTB-Reifendimension erschwert oft die Kaufentscheidung. Immer mehr Hersteller lösen diese Zwickmühle mit Bikes, die verschiedene Laufradgrößen erlauben. Das Versprechen der Hersteller sind also zwei (oder drei) Bikes in einem!

Zwischen 29" und 27,5+ zu wechseln ist dabei meist kein Problem, solange Gabel und Hinterbau dem neuen, breiten Boost-Standard folgen. Darauf setzt etwa das Linkin Trail LT von Bold. Da der Außendurchmesser von 27,5+ jedoch etwas kleiner ist als bei 29", wandert das Tretlager mit nach unten.

Pivot reagiert auf dieses Problem mit einem Spacer, der bei 27,5-Plus-Bereifung unter das Steuerrohr des Switchblade montiert wird. Beim Rotwild R.X2 sind gar alle drei Formate - 27,5", 27,5+, 29" – einsetzbar, das Simplon Rapcon erlaubt den kniffligen Wechsel von 27,5" auf 27,5+. Dazu haben beide Bikes am Ausfallende einen Chip, um die Kettenstrebe zu verlängern (siehe unten).

Trotz aller Tricks bleibt die Variabiltät für die Hersteller meist ein Spagat: In der Regel muss die Geometrie auf eine Reifengröße hin optimiert sein. Oder sie stellt eine Kompromisslösung dar, bei der mehrere Reifenformate „gut“ fahrbar sind – keines aber optimal.

Loading  

Chips für variable Kettenstreben

Ein größerer Reifendurchmesser erfordert eine längere Kettenstrebe. Deshalb haben Rotwild und Simplon in die Kettenstreben Chips implantiert (s. Bild unten). Werden sie gedreht, wächst die Kettenstrebe etwa beim All-Mountain Rapcon von Simplon von 430 Millimeter auf 440 Millimeter und macht Platz für Plus-Reifen bis 2,8" Breite.

Rotwilds Chip streckt die Strebe von 422 Millimeter auf 435 Millimeter, sodass sogar 29"-Reifen in den Hinterbau passen. Das Ganze klingt relativ einfach, ist in der Praxis aber durchaus aufwendig. Neben dem Chip muss bei Rotwild zum Beispiel noch der Bremssattel versetzt werden. Der Umbau ist also nicht mit einem schnellen Handgriff erledigt.

 

Foto: Det Goeckeritz Der Chip am Rotwild R.X2

Vor und Nachteile von Laufrad/Reifengrößen

 

Foto: MOUNTAINBIKE

 

Foto: Benjamin Hahn Christian Zimek (MOUNTAINBIKE-Redakteur)

Kommentar Christian Zimek (MOUNTAINBIKE-Redakteur): Nicht mehr als ein kurzlebiger Trend

Die Verwirrung könnte nicht größer sein. Erst 29", dann 27,5", dann Plus-Größen. Und nun Baukasten-Velos, also verschiedene Laufradgrößen an einem Bike. Der Bastler in mir frohlockt: Endlich das eine Bike, das für jedes Terrain perfekt abstimmbar ist!

Der Biker und Naturgenießer in mir aber ätzt: Das soll nun das eine Bike für alles sein, mit dem man einfach die Trails und den besten Sport der Welt genießen kann? Wie soll das gehen? 27,5" vorne und 29" hinten für top Klettereigenschaften bergauf und am Gipfel Hinter- und Vorderrad tauschen? Oder rückwärts den Trail herunterrollen? Oder ein zweites und drittes Paar Laufräder am Rucksack?

Nicht zu vergessen die Kosten für bis zu drei Laufradsätze. Ein Experimentierlabor für Freaks mit Entwicklertalenten sind die Bastel-Bikes sicher. An mehr als einen episodenhaften Trend glaub ich jedoch nicht.

Noch mehr MTB-Trends für 2017:

MTB-Trends 2017 - alle wichtigen Produkte:

Fotostrecke: MTB-Trends 2017 – alle Highlights

42 Bilder
Foto: Martin Bissig
Foto: Dennis Stratmann
Foto: Damian McArthur
01.09.2016
Autor: MOUNTAINBIKE
© MOUNTAINBIKE