Santa Cruz Nomad: Enduro-MTB mit neuer Geometrie und auffälliger Optik

Mit der dritten Generation des Santa Cruz Nomad wollen die Kalifornier zurück zu den Wurzeln des beliebten Enduro-Mountainbikes: Die extrem flache Geometrie soll bergab zusammen mit den 27,5“-Laufräder für ein wahres Feuerwerk sorgen. Ob’s stimmt? MountainBIKE konnte den neuen US-Dampfhammer bereits ausgiebig testen!

Fotostrecke: Santa Cruz Nomad - Bilder vom Enduro-Mountainbike

13 Bilder
Santa Cruz Nomad Foto: André Schmidt
Santa Cruz Nomad Foto: André Schmidt
Santa Cruz Nomad Foto: André Schmidt

Länger, flacher, sicherer – das neue Santa Cruz Nomad soll endlich wieder ein Enduro-Mountainbike alter Schule sein und damit den klassischen Enduristen und Freerider, weniger den „hippen“ Enduro-Rennfahrer ansprechen. Bergab versprechen vor allem der mit 65° äußerst flach gezeichnete Lenkwinkel sowie der mit 1170 mm (Größe M) recht lange Radstand allerhöchste Laufruhe.

Kürzere Kettenstreben (433 mm) sollen dennoch für Agilität und Wendigkeit sorgen. Außerdem haben die Kalifornier den 165-mm-Hinterbau mit VPP-Kinematik überabeitet. An der Front des können Federgabeln mit bis zu 180 mm Hub verbaut werden, im Serientrimm kommt das Santa Cruz Nomad „nur“ mit der fantastischen 160-mm-Pike von Rock Shox.

Ganz zeitgemäß steht das neue Santa auf 27,5“-Laufrädern. Die Entscheidung machte sich die Kultmarke jedoch nicht leicht. Insgesamt sechs Prototypen, drei mit 26“ und drei mit 27,5“, wurden im Vorfeld getestet, ehe die Entscheidung pro 27,5“ fiel. Zunächst gibt es das Santa Cruz Nomad nur mit superleichtem Carbon-Rahmen (Santa Cruz gibt 2800 g als Rahmengewicht an), ein Aluminium-Frame ist aber in Aussicht.

Ein echter Hingucker ist die neue Farb-Kombi Aqua/Magenta des Santa Cruz Nomad. Wer’s unauffälliger mag, wählt stattdessen Schwarz. Apropos unauffällig: Die Schaltzüge verlaufen beim Nomad dezent im Inneren des Rahmens. Und zwar durch in den Rahmen eingelassene Carbon-Röhrchen, was eine simple, schnelle, klapperfreie Zugverlegung verspricht.

Santa Cruz Nomad - erste Fahreindrücke

Im Vorfeld des legendären Sea-Otter-Festivals hatte MountainBIKE zwei Tage lang die Möglichkeit, das neue Santa Cruz Nomad auf traumhaften und technisch anspruchsvollen Trails rund um das Surfer-Städtchen Santa Cruz zu testen. MountainBIKE-Testchef André Schmidt: „Bergab ist das Santa Cruz Nomad schlicht eine Offenbarung, hängt so manchen Freerider locker ab. Das Fahrwerk arbeitet exzellent, die flache Geometrie sorgt für echtes Urvertrauen.“

Und: In der unter 13 Kilo wiegenden Testversion (u. a. mit Enve-Carbon-Laufrädern) fuhr das Enduro durchaus manierlich bergauf. Vor allem der mit 74,2° angenehm steile Sitzwinkel sorgt für Treteffizienz, der feinfühlige Hinterbau muss aber via Wippunterdrückung am Federbein etwas beruhigt werden. Apropos: Der obere Umlenkhebel des VPP-Hinterbaus ist an den Santa-Cruz-Downhiller V10 angelehnt, der untere Umlenkhebel wurde ebenfalls neu designt – dies sorgt für ein erstaunlich sensibles Ansprechverhalten gerade bei kleinen Schlägen.

Das Santa Cruz Nomad gibt’s nur mit Einfach-Kettenblatt, eine Umwerfer-Montage ist nicht möglich – was bei langen Alpenauffahrten durchaus stramme Waden verlangen dürfte. Auf dem deutschen Markt wird Importeur Shock Therapy das Nomad in zwei Komplettrad-Ausstattungen anbieten, eine auf Basis von Srams X01, eine mit Sram XX1. Die Preise sollen bei 7500 bzw. 8500 Euro liegen – heftig! Noch nicht mitgerechnet ist das Upgrade auf die Enve-Carbon-Wheels, das noch mal mit rund 2000 Euro zu Buche schlägt ... Wer sich sein Traumenduro lieber selbst aufbauen will, greift zum Rahmenkit, das circa 3000 Euro kosten wird.

Als Federbein steht entweder der Monarch Plus oder der Vivid Air von Rock Shox zur Auswahl. MountainBIKE fuhr beide Varianten im direkten Vergleich. Testchef André Schmidt: „Mit dem Monarch spricht das Heck des Santa Cruz Nomad feiner an, bietet mehr Komfort und mehr Sicherheit bei langsamer Fahrt in technischen Passagen. Der Vivid hingegen steht besser im Federweg, sackt bei mittleren Stößen weniger ein, taut aber erst bei Highspeed so richtig auf – perfekt bei aggressiver, schneller Profi-Fahrweise.“

Video: das neue Santa Cruz Nomad in Action




10.04.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE