Neu: Yeti SB95C und ARCC - Infos, Fotostrecke und Fahreindrücke vom Sea Otter Classic

Beim Sea-Otter-Festival präsentierte Yeti das heiß erwartete SB95C, ein typisches US-Trailbike mit 29"-Laufrädern und Carbon-Rahmen. Ebenfalls neu kommt das legendäre ARC – als ARCC. MountainBIKE fuhr bereits Probe!

Erinnern Sie sich? Anfang der 90er-Jahre war Yeti wohl die heißeste Mountainbike-Marke des Planeten. John Tomac raste auf dem C-26 von Sieg zu Sieg, im Shop standen Schönheiten wie das ARC oder FRO – Legenden auf zwei Rädern! Inzwischen hat die Kultmarke aus Colorado/USA einige Wellentäler durchschritten, ist vor allem dank eines erfolgreichen Rennteams und deren Bikes speziell in den USA aber wieder zur Top-MTB-Marke avanciert.

Eher (gut verdienende) Trailfans, weniger den Racer soll das brandneue Yeti SB95C ansprechen, ein Twentyniner-Fully mit 127 mm Federweg am Heck. Die Front nimmt wahlweise Forken mit 120-140 mm Hub auf, wodurch das Mountainbike einen breiten Einsatzzweck von Tour bis All-Mountain abdeckt. Oder im US-Jargon: „It’s a true Trailbike“, eine wahre Allzweckwaffe fürs Gelände also.

Die Basis dazu bildet ein wunderschön verarbeiteter Carbon-Rahmen, der inklusive Dämpfer nur 2600 Gramm wiegen soll und auf der Geometrie des im Vorjahr präsentierten Alu-29-Zöller SB95 aufbaut. Apropos, und typisch für Yeti: Der Lenkwinkel steht für diese Kategorie äußerst flach, bei 67,5° (140-mm-Gabel) bzw. 68,5° (120 mm). Auch der Sitzwinkel ist mit 71° bzw. 72° entgegen des aktuellen Trends sehr flach gezeichnet, das SB95C ist deutlich mehr für hohen Bergab-Spaß als auf stundenlange Uphills ausgerichtet.

Herzstück des Bikes stellt die "Switch"-Kinematik dar, eine Art VPP-System mit virtuellem Drehpunkt. Allerdings ist der untere Umlenkhebel nicht starr, sondern exzentrisch gelagert. Dadurch liegt der Drehpunkt nahe der Pedalachse, was für eine effiziente Beschleunigung ohne Pedalrückschlag sorgen soll.

Im ersten Praxistest während des legendären Sea-Otter-Festivals in Kalifornien gefiel das Fahrwerk tatsächlich mit nahezu wippfreiem Vortrieb bei dennoch hoher Traktion. MOuntainBIKE-Testchef André Schmidt: „Zudem sackt der Hinterbau auch an steilen Stichen nicht weg. Gut, denn sonst wäre mir die Sitzposition aufgrund der flachen Winkel zu hecklastig.“ Bergab brannte das SB95C auch mit „nur“ 120 mm Hub an der Front dann ein Feuerwerk ab. Der flache Lenkwinkel und die zugleich kompakte, relaxte Geometrie schenken dem Biker hohe Laufruhe bei enormer Spielfreude. Zudem spendet das hochwertige Fox-Fahrwerk viel Komfort.

Drei sehr hochwertig ausgestattete Modelle, jeweils mit Fox-Fahrwerk, bietet Yeti in den USA ab Sommer an, von 4700 bis 8000 US-Dollar. Im deutschsprachigen Raum ist ein Bezug aktuell leider nur über den britischen Importeur Silverfish möglich.

Race-Hardtail Yeti ARCC kommt neu

Ebenfalls komplett neu kommt das legendäre Race-Hardtail Yeti ARCC. Drei Jahre Entwicklungszeit steckte Yeti in den Carbon-Rahmen. Ergebnis ist ein laut Yeti 1180 Gramm leichter Frame – ein guter, kein spektakulärer Wert. Dafür soll sich das ARCC besonders durch hohe Steifigkeiten auszeichnen, für die am Heck unter anderem eine 12-mm-Steckachse sowie die Yeti-typisch hochgezogenen Kettenstreben sorgen.

Und die Laufradgrößen? Hier geht Yeti einen eigenen Weg und bietet das ARCC größenabhängig mit verschiedenen Rädern an: Die Größen XS und S kommen mit 27,5"-Wheels, die Größen M, L und XL mit 29"-Laufrädern. Als 26-Zöller wird es das ARCC indes nicht mehr geben.

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19.04.2013
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE