Neu für 2015: Scott überarbeitet die Modelle Genius LT, Genius, Scale und Spark


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Scott Mountainbikes für 2015: Scott Genius, Scott Spark, Scott Gambler, Scott Voltage
Foto: Scott /Martin Bissig

 

Scott Mountainbikes für 2015: Scott Genius, Scott Spark, Scott Gambler, Scott Voltage
Foto: Scott

 

Scott Mountainbikes für 2015: Scott Genius, Scott Spark, Scott Gambler, Scott Voltage
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Scott Mountainbikes für 2015: Scott Genius, Scott Spark, Scott Gambler, Scott Voltage
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Scott Mountainbikes für 2015: Scott Genius, Scott Spark, Scott Gambler, Scott Voltage
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In der nächsten Saison federt das Enduro-Mountainbike Scott Genius LT mit Fox-36-Federgabel, das Race-Fully Scott Spark Ultimate vereint elektronische Dämpfertechnik mit elektronischer Schalttechnik. Ebenfalls neu: Das All-Mountain-Bike Scott Genius gibt's nun auch in 29 Zoll als sündhaft teure Tuned-Variante. Das Race-Hardtail Scott Scale erhält Detail-Verbesserungen. Alle Infos und viele Bilder.

Ein Jahr nach Einführung des Scott Genius LT in der neuen Laufradgröße 27,5 Zoll verpasst Scott seinem Enduro-Mountainbike eine neue Federung: An der Front kommt eine eigens für Scott angepasste Version der im April auf dem Sea-Otter-Festival vorgestellten Fox-36-Federgabel mit 170 mm Federweg zum Einsatz, das Federungsverhalten des Hinterbaudämpfers wurde an die Gabel angepasst. Die Fox 36 besitzt Standrohre mit 36 mm Durchmesser und eine 20-mm-Steckachse, was ein präziseres Lenkverhalten und mehr Steifigkeit verspricht.

Ein Problem der mit 34-mm-Standrohren ausgestatteten Fox-34-Gabeln, die auch an der Genius-LT-Vorgängerserie zum Einsatz kamen: Sie sprachen zögerlich an, gaben den Federweg nur mit Nachdruck frei, wodurch der Hinterbau des Genius LT stärker in den Federweg sackte und das Fahrwerk wenig harmonisch agierte. Nun ersetzt Scott die Gabeln an sämtlichen Genius-LT-Modellen durch die neue Fox 36 Federgabel.

Um ein sanfteres Ansprechen der Fox-36-Gabeln gegenüber älteren Modellen zu erzielen, besitzen diese ein optimiertes Finish aller mechanisch reibenden Oberflächen wie Kartuschen und Standrohre sowie ein überarbeitetes Dichtungs- und Schmiersystem im Innenleben der Gabel. Fox verspricht eine Reduktion der Reibung um 60 bis 70 Prozent.

Scott verbaut einen Steuersatz mit speziellen Lagerschalen, mittels derer der Lenkwinkel um 0,7 Grad flacher eingestellt werden kann.

Im ersten Fahrtest auf den hochalpinen Trails um Davos durfte MountainBIKE bereits das neue Scott Genius LT 700 in der Tuned-Variante einem ersten Test unterziehen. Das MTB war mit neuer Fox-36-Gabel in der Float-Factory-Variante mit Kashima-beschichteten Standrohren und neuem Dämpfungs-Setup des Federbeins ausgestattet.

Das Fahrwerk spricht tatsächlich deutlich feinfühliger an, klebt mit Front und Heck förmlich am Boden und federt sehr ausgewogen. Das Bike soll durch die leichtere Fox-36-Gabel und den Sram XO1-Einfach-Antrieb gegenüber der Vorgängerversion satte 300 Gramm sparen und 12,1 kg wiegen. Der Preis: 6499 Euro.

Das All-Mountain-Fully Scott Genius wird es nun auch in der leichten Highend-Tuned-Variante als 29-Zoll-Bike mit 130 mm Federweg an Front und Heck geben. Ein Blick auf die Ausstattungsliste: Voll-Carbonrahmen, Sram XX1-Einfach-Antrieb, Shimano XTR-Bremsen, Fox-Float-Federgabel mit 32 mm breiten Kashima-beschichteten Standrohren und CTCD-(Climb/Tracktion Control/Descend)-Verstellung.

Zudem werkelt am Heck, wie in den anderen Genius-/Genius-LT-Modellen, der eigens für Scott entwickelte Fox-Nude-Dämpfer. Per Twinloc-Lenkerhebel erfolgt die Umstellung von Gabel und Dämpfer zwischen den drei verschiedenen Fahrwerksmodi, die zugleich eine Veränderung der Geometrie bewirken.

Am deutlichsten wird dies im Descend-, also Abfahrtsmodus, spürbar: Der Nude-Dämpfer sinkt leicht in den Federweg, wodurch eine abfahrtsorientierte Gewichtsverlagerung auf das Hinterrad erzielt wird. Zudem sind die "Tuned"-Varianten des Genius nun mit einer Rock-Shox-Reverb-Variostütze ausgestattet. Durch Detailverbesserungen konnten die Entwickler den neuen Genius-Rahmen zudem 90 Gramm leichter als in der herkömmlichen Bauweise konstruieren. Auch die anderen Genius-Carbonis profitieren von dieser Diät. Wie die technischen Finessen, ist auch der Preispunkt des Scott Genius Tuned 900 beachtlich: 7299 Euro soll das Edel-Bike kosten.

Alle Bikes mit Twinloc-Hebel zur Verstellung von Federung und Geometrie werden in 2015 zudem mit einem neu designten Hebel ausgestattet. Für ein aufgeräumteres Cockpit und mehr Platz für Brems-/Schalthebel wurde der Twinloc-Hebel in den Klemmmechanismus der verbauten Syncros-Griffe integriert. Auch Biker-/Innen mit kleinen Händen profitieren von dieser Neuerung, da der Twinloc-Hebel nun näher an der Hand platziert ist. Für Biker, die keine Syncros-Griffe verwenden wollen soll der neue Hebel mittels Adapter auch mit Griffen anderer Hersteller kompatibel sein.

Um Gewicht zu sparen, entwickelte Scott zudem eine eigene Kettenführung für alle Genius- und Genius-LT-Modelle mit Einfach-Antrieb. Anders als herkömmliche Kettenführungen, die für den Downhill-Einsatz und sämtliche Bauweisen von Einfach-Antrieben entwickelt wurden, soll der hauseigene Chainguide speziell für Einfach-Antriebe mit elf Gängen optimiert und superleicht sein. Dennoch verspricht Scott, dass abspringende Ketten mit diesem Chainguide „Geschichte seien“.

Spannend geht es am neuen Scott Spark Ultimate zu: Hingucker des mit 9799 Euro sündteuren Racefullys mit 100 mm Federweg ist die kombinierte Stromversorgung von Shimanos neuer, elektronischer XTR-Di2-Schaltung und dem ebenfalls elektronischen iCTD-Dämpfersystem von Fox. Der Akku des Systems befindet sich unsichtbar im Oberrohr und speist Dämpfersteuerung sowie die Schaltelektronik der XTR Di2. Dämpfer und Gabel lassen sich vom Lenker aus in die Modi "Climb", "Trail" und "Descend" schalten. Die komibnierte Stromversorgung des elektronischen Dämpfungssystems und der Shimano XTR DI2 soll noch vor der Eurobike serienreif sein. Parallel arbeitet Fox an einem elektronischen iCTD-System für den Enduro-Race-Einsatz, das neben der Dämpfermodi Climb und Descend auch eine Steuerung des Trail-Modus bieten soll. Wann das System fertig gestellt wird, ist derzeit noch unklar.

Weitere Neuheiten von Scott:
Das Race-Hardtail Scott Scale mit 100 mm Federweg an der Front, mit dem Nino Schurter äußerst erfolgreich diverse Worldcup-Siege einfuhr, bekommt 2015 ein neues Farbkonzept, das mit der RC-Bekleidungslinie von Scott perfekt harmonieren soll. Auch die Geometrie wurde geringfügig modifiziert, jedoch nur „von außen“: Ab Werk besitzt das Bike in der Variante mit 29-Zoll-Laufrädern nun einen Vorbau mit minus zehn Grad Neigung, in der 27,5-Zoll-Variante setzt der Vorbau das Cockpit hingegen nur um zwei Grad herab. Zudem stellt Scott das Scale konsequent auf Zweifach- oder Einfach-Antriebe um. Ausnahme: Die günstigeren Modelle Scale 60 und 70 werden weiterhin mit 3x10 Gängen erhältlich sein.

26.06.2014
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE