Neu für 2015: Intense Tracer T275 Carbon - Enduro-MTB in 27,5" – Infos, Bilder, Fahreindrücke

Als wohl erster bedeutender US-MTB-Hersteller zeigte Intense schon 2012 ein frisch gebackenes 27,5“-Mountainbike beim Sea-Otter-Festival. Nun, zwei Jahre später, ist 27,5“ Standard – und die Kultmarke aus Süd-Kalifornien wagt mit dem Intense Tracer T275 Carbon den nächsten Schritt.

Fotostrecke: Intense Tracer T275 Carbon: Enduro-Mountainbike in 27,5 Zoll

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Intense Tracer T275 Foto: André Schmidt
Intense Tracer T275 Foto: André Schmidt
Intense Tracer T275 Foto: André Schmidt

Auch wenn das sprachliche Bild reichlich ausgelutscht ist: 27,5“-Enduro-Mountainbikes schießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Kaum ein Hersteller setzt für 2014/15 nicht auf ein rattenscharfes 160-mm-Teil mit dem neuen, inzwischen quasi flächendeckend etablierten Laufradstandard.

Die kalifornischen Marke darf dabei durchaus als Pionier gerühmt werden, immerhin drückte Kult-Schweißer und Intense-Gründer Jeff Steber schon vor zwei Jahren den MountainBIKE-Redakteuren ein erstes Aluminium-Tracer mit 27,5“-Wheels unter die Klickschuhe. Nun zünden die Amis die nächste Evolutionsstufe, das Tracer T275 kommt mit extrem leichten Carbon-Rahmen sowie optimierter Geometrie und Kinematik.

Der Reihe nach: Nur 2600 Gramm soll der im Monocoque-Verfahren hergestellte Kohlefaserrahmen inklusive Federbein wiegen – das wäre im Enduro-Segment weltrekordverdächtig. Typisch Intense bietet der Rahmen die Möglichkeit, das Federbein so umzuhängen, dass statt 160 mm nur 145 am Hinterbau anliegen. Die meisten Kunden dürften es bei 160 mm belassen, zumal die Geometrie auf das Zusammenspiel mit 160er-Federgabeln ausgelegt ist.

Stichwort Geometrie: Das Oberrohr zeichnet Intense in Größe M kurz (585 mm), in Größe L eher lang (616 mm). Nicht zu steil, nicht zu flach für die Kategorie steht der Lenkwinkel: 65,5° versprechen ein laufruhiges, aber dennoch agiles Handling – zumal Intense auch die Kettenstreben mit 432 mm angenehm kurz halten konnte, so hohe Drehfreude verspricht.

Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn wie gehabt, setzt die US-Marke auf eine VPP2-Kinematik mit virtuellem Drehpunkt, die bauartbedingt durch den unteren Umlenkhebel ein wenig mehr Platz als etwa ein Eingelenker benötigt. „Feature-mäßig“ bietet das Tracer T275 alles, was gerade state of the art ist: ISCG-05-Aufnahme, 12 x 142-Steckachse im Heck, rahmeninterne Zugführung, konisches Steuerrohr.

Drei Komplett-Bikes bietet Intense via Importeur Shocker Distribution in Deutschland an, ein Schnäppchen ist keines davon ... Los geht’s bei 5999 Euro für die „Expert“-Variante mit Fox-Evolution-Federelementen und Shimano-XT-Antrieb. Der „Pro“-Aufbau kommt dann mit hochwertigem Rock-Shox-Fahrwerk (Pike RCT3 und Monarch Plus RC3) sowie Sram-X01-Antrieb mit 1 x 11 Gängen.

Ultimativ wird’s dann beim Modell „Factory“ mit Sram XX1-Antrieb, ultraleichten Enve-Carbon-Laufrädern und XTR-Stoppern von Shimano. Der dank dieser Edelausstattung mit Sicherheit gegebene Fahrspaß kostet allerdings (bitte festhalten!) 9999 Euro – den Aufpreis für das formidable Cane-Creek-DBair-Federbein noch nicht mitgerechnet, in Serie ist auch der Monarch-Plus-Stoßdämpfer verbaut. Letzteres gilt ebenfalls für das Rahmenkit, das mit 3199 Euro zu Buche schlägt. Auch hier kann der Cane-Creek-Stoßdämpfer als Upgrade gewählt werden.

Intense Tracer T275 – erste Fahreindrücke

MountainBIKE nutzte beim Sea-Otter-Festival die Gelegenheit, das Tracer T275 in Topausstattung (mit Monarch Plus) über die feinen Trails von Nord-Kalifornien zu jagen. MountainBIKE-Testchef André Schmidt: „Das ausgewogene, angenehm wendige Handling gefällt auf Anhieb. Für meine Größe von 175 cm ist die Auswahl der richtigen Rahmengröße aber etwas problematisch.“

Auch das Fahrwerk mit wie immer formidabler Rock-Shox-Pike-Federgabel und ausgesprochen feinfühligem wie schluckfreudigem VPP-Hinterbau überzeugte – speziell im Talschuss. Bergauf war aber ein Griff zur Wippunterdrückung am Federbein angesagt, sonst sackte das Heck im steilen Uphill etwas ab. Erstes Fazit: „Ein rundum gelungenes, leider extrem teures Enduro mit dickem Haben-Will-Faktor“, so Schmidt.

27.04.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE