Neu 2015: GT Sanction – Enduro-MTB mit 165 mm Federweg am Heck und eigenständigem Design

Lange Jahre mussten Enduro-Fans auf ein neues, federwegsreiches Mountainbike aus dem traditionsreichen Hause GT warten. Beim Sea-Otter-Festival zeigte die Kult-MTB-Marke nun endlich den Nachfolger des zuletzt schwer in die Jahre gekommenen Sanction.

Fotostrecke: GT Sanction - Enduro-MTB mit 165 mm Federweg am Hinterbau

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GT Sanction Foto: André Schmidt
GT Sanction Foto: André Schmidt
GT Sanction Foto: André Schmidt

„Vor allem unsere Erfahrungen aus der Entwicklung des Downhill-Mountainbikes Fury und der Austausch mit den Atherton-Geschwistern war beim neuen Sanction wichtig“ – mit diesen Worten zeigte GT-Entwickler Etienne Warnery den MountainBIKE-Reportern beim Sea-Otter-Festival sein neustes Baby. Den Daten nach ist das Enduro-MTB Sanction auf jeden Fall jetzt wieder voll auf Höhe der Zeit. So rollt es natürlich auf 27,5“-Laufrädern – inzwischen bei allen neuen Enduros der Standard.

Am Heck harren 165 mm Federweg auf Hindernisse aller Art, an der Front sollen Federgabeln mit 160 mm der perfekte Partner sein. Apropos: Noch konnte GT nur den fast serienreifen Rahmen, aber noch kein Komplettrad zeigen. Diese folgen als bald, wobei es zwei Versionen geben wird: ein Replika-Modell des erfolgreichen GT-Enduro-Teams und eine etwas preiswertere Variante. Beide werden mit Einfachantrieb kommen, eine Umwerfer-Montage ist am Sanction nicht möglich. Auch das zeigt die klare Ausrichtung des Neulings auf den Enduro-Rennsport hin.

Einen speziellen Weg bestritten die Amis bei der Geometrie. Sie ist komplett auf extrakurze Vorbauten von 35 mm ausgelegt, verfügt entsprechend über ein sehr langes Oberrohr. Auch der Radstand ist enorm, er soll bei Größe L satte 1217 mm betragen. Den Lenkwinkel hält GT mit 66° zwar moderat flach, dennoch soll man sich an das Handling speziell gewöhnen müssen: „Du musst das Biken fast neu lernen, die lange Geometrie bettet dich extrem zentral ins Bike und zwingt dich dazu, mehr über das Vorderrad zu fahren. Aber das ist in Summe schneller und sicherer“, so Entwickler Warnery.

Herzstück des Sanction ist die von anderen GT-Bikes bekannte iD-Kinematik. Bei dieser komplexen Art der Hinterradfederung arbeitet der Hinterbau weitgehend unabhängig vom Tretlager. Antriebseinflüsse sollen so nahezu komplett ausgeschaltet werden, um das Sanction bei tretlastigen Rennpassagen optimal beschleunigen zu können. Dennoch soll der Hinterbau gerade auf kleine Schläge gut ansprechen, um maximale Traktion zu erzeugen.

Zusätzlich wird das Sanction immer mit Dämpfer-Remote kommen, um das Fahrwerk vom Lenker aus in den Trail- oder Climb-Modus des Fox-Float-X-Federbeins zu schalten. Auch das Gewicht des Alu-Rahmens verriet GT bereits, dieses soll 2750 Gramm ohne und 3250 Gramm mit besagtem Fox-Dämpfer wiegen. Preise stehen noch nicht fest, das Rahmenkit soll circa 2000 US-Dollar kosten. Rahmen wie Komplettrad sind in vier Größen erhältlich: S, M, L und XL.

17.04.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE