Neu 2015: Polygon bringt Enduro-Mountainbike Colossus N und All-Mountain Colossus T

Aufwendige Kinematik, futuristisches Design, Hightech-Carbon-Rahmen – mit diesen Attributen will der indonesische MTB-Hersteller Polygon nun den europäischen Markt angreifen. MountainBIKE begutachtete beim Sea-Otter-Festival die neuen Modelle Colossus N und Colossus T und rockte mit dem Enduro-MTB Colossus N bereits über die Trails von Nord-Kalifornien.

Fotostrecke: Neu 2015: Enduro-MTB Polygon Colossus N und All-Mountain Colossus T

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Polygon Colossus N und Colossus T Foto: André Schmidt
Polygon Colossus N und Colossus T Foto: André Schmidt
Polygon Colossus N und Colossus T Foto: André Schmidt

Polygon? Nie gehört? Dabei gehört die indonesische Mutterfirma zu den größten Radherstellern der Welt – wenn auch meist im Auftrag anderer Marken. Unter dem eigenen Label will Polygon nun mit hochwertigen Mountainbikes in den USA und in Europa durchstarten. Garant dafür sollen zwei neue Mountainbikes sein, das Enduro-MTB Collosus N mit 160 mm Federweg sowie das All-Mountain Collosus T mit 140-mm-Fahrwerk.

Beiden Colossus-Modellen gemein ist ein hochwertiger Carbon-Monocoque-Rahmen, Laufräder in 27,5 Zoll sowie die eigenständige und äußerst aufwendige Hinterradfederung. Kernstück der „Float-FS3“-Kinematik sind zwei mehrfach gelagerte Umlenkhebel, die das Federbein quasi schwimmend, also von oben und unten ansteuern. Polygon verspricht davon eine Hinterradfederung, die unabhängig von Brems- und Antriebseinflüssen arbeitet, dennoch feinfühlig und schluckfreudig agieren soll.

Für ein besonders geschmeidiges Ansprechverhalten verbaut Polygon nur Fox-Federelemente der höchsten Qualitätsstufe Factory mit Kashima-Beschichtung sowie die exzellenten Lager der Marke Enduro Bearings. Um ein möglichst agiles Handling zu erzielen, zeichnete Polygon die Kettenstreben sehr kurz: 431 mm sind absolut „state of the art“. Dazu passen auch die eher flachen Lenkwinkel von 66,2° beim Enduro und 67,3° beim All-Mountain.

Zwei Ausstattungsvarianten sind beim Polygon Colossus N geplant: Das Modell N9 kommt mit 1x11-Antrieb von Sram (XX1), das Modell N8 mit Shimano-XT-Schaltung. Die restlichen Parts sind fast identisch, so federt und dämpft am Heck ein Fox-Float-X-Federbein und an der Front die Fox-34-Gabel. Dazu gibt es etwa eine Vario-Sattelstütze von Rock Shox sowie preisgekrönte Shimano-XT-Bremsen.

Beim 140-mm-Fully Polygon Colossus T ist aktuell nur die günstigere Variante T8 in Vorbereitung, die mit XT-Antrieb/Bremse sowie Fox-32-Federgabel (Factory) und Fox-Float-Factory-Federbein ebenfalls ein rundes Paket darstellt. Die Preise für den europäischen Markt stehen noch nicht fest, in den USA bewegen sie sich zwischen 4499 und 5799 US-Dollar.

Polygon Colossus N – erste Fahreindrücke

MountainBIKE-Testchef André Schmidt nutzte die Super-Trails rund um das Sea-Otter-Gelände für eine knackige Testrunde mit dem Enduro-MTB Collossus N8. Schmidt: „Das komplexe Fahrwerk spricht fein an, bleibt auch im mittleren Federwegsbereich stabil ohne unkomfortabel zu wirken – sehr gut.“ Bergab überzeugte zudem der gelungene Mix aus Agilität und Spurtreue.

Im Uphill agierte der Hinterbau angenehm neutral mit dennoch guter Traktion, durch die recht hecklastige Sitzposition stieg das Vorderrad jedoch früher. Zudem ist das Bike aufgrund der aufwendigen Lagerung des Hinterbaus spürbar kein Leichtgewicht. „Dennoch unterm Strich ein gelungenes, abfahrtsorientiertes Enduro mit cooler Optik“, so Schmidt.

11.04.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE