Neu 2014: GT Sensor und GT Force - Trailbike und All-Mountain in 27,5 Zoll


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GT Force 650b 2014
Foto: Chris Pauls

 

GT Sensor 650b 2014
Foto: GT

 

GT Force 650b 2014
Foto: GT

 

GT Sensor 650b 2014
Foto: Chris Pauls

 

GT Sensor 650b 2014
Foto: Chris Pauls
GT setzt 2014 voll auf 27,5 Zoll - das neue Trailbike GT Sensor und das All-Mountain GT Force im Überblick. Plus: erste Fahreindrücke der neuen GT-Mountainbikes.

Die Kultmarke GT stellt in Deer Valley, USA zwei völlig neu entwickelte Bikes vor. Für Trail- und Touren-Biker kommt das GT Sensor mit 130 mm Federweg an Heck und Front. All-Mountainbiker dürfen sich auf das neue GT Force mit 150 mm Hub freuen. Beide Bikes setzen auf den neuen Hinterbau mit Path-Link, der vom Entwicklungsteam um Peter Denk in Freiburg entwickelt wurde. Denk, der bisher für Cannondale entwickelte ist nun auch für die Entwicklung von GT-Bikes verantwortlich, da beide Marken zu der amerikanischen Cycle Sports Group gehören.

Die Path-Link-Kinematik basiert auf den Patenten des I-Drive-Systems

Eigenständigkeit war und ist ein Markenzeichen von GT. Mit dem I-Drive-Hinterbau besaßen die Bikes der Amis eine besondere Optik sowie eine innovative Kinematik. Daran knüpft das neue Path-Link-System an und greift auf die bereits bestehenden Patente zurück. Wie an der I-Drive-Federung kann das Tretlager beim Path-Link-System unabhängig vom Hinterbau und Hauptrahmen schwingen. Beim Einfedern verschiebt es um bis zu 20 mm nach hinten.

Wozu das? GT positionierte den Hauptdrehpunkt des Hinterbaus extrem hoch. Der Vorteil: Dadurch weicht das Hinterrad beim Einfedern nach hinten aus – und soll so Stöße, die von vorne eingeleitet werden besser wegschlucken. Der Nachteil: Kinematiken mit hohem Drehpunkt weisen enormen Pedalrückschlag auf. Dem wirkt jedoch das Path-Link durch die unabhängige Bewegung des Tretlagers entgegen.

Trailbike GT Sensor: 27,5-Zoll und 130 mm Federweg

Das GT Sensor soll mit 27,5-Zoll-Laufrädern und 130 mm Federweg Trail- und Touren-Biker ansprechen. GT wird das Sensor in sechs verschiedenen Modell-Varianten anbieten. Im Highend-Bereich setzen die Amerikaner auf einen Carbon-Rahmen, der ohne Dämpfer 2721 g wiegen soll. Die Bikes im mittleren Preissegment kommen mit Alu-Rahmen, der 3381 g ohne Dämpfer wiegen soll. Preislich liegen die Carbon-Modelle zwischen 6999 Euro und 3999 Euro, die Alu-Varianten zwischen 3799 Euro und 2599 Euro (mehr Infos zum GT Sensor sowie die Geometrie-Daten finden Sie in der Mediashow).

Sämtliche GT Sensor-Modelle kommen mit dem neuen Hinterbau mit Path-Link, der 130 mm Hub frei gibt. Passend dazu arbeitet an der Front eine 130-mm-Gabel. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die Geometrie, die perfekt auf die Bedürfnisse von Trailbikern zurechtgeschnitten sein soll. Nicht nur das Heck fällt am GT Sensor mit 440 mm recht lang aus, auch das Oberrohr ist mit 629 mm (Größe L) sehr lang. So soll das Bike für Laufruhe sorgen. Damit das GT Sensor nicht zur Streckbank wird, verbaut GT an allen Bikes kurze 80 mm Vorbauten. Für viel Kontrolle soll zudem ein breiter 740 mm Lenker sorgen. Lenkwinkel und Sitzwinkel fallen mit 68,5° und 73,5° eher konventionell aus. Um den Ansprüchen von Mittelgebirgs-Tourern bis Alpencrossern gerecht zu werden, verbaut GT eine Dreifach-Kurbel.

GT Sensor Pro Carbon: Der erste Fahreindruck

Im Single-Trail-Paradies Deer Valley, USA hatte MB-Redakteur Chris Pauls Gelegenheit zur ersten Probefahrt. Beim Aufsitzen ist das lange Oberrohr spürbar, man nimmt sportlich, aber nicht zu gestreckt auf dem Sensor Platz. Dafür sorgt der 80 mm Vorbau. Sehr angenehm ist der breite Lenker, der viel Kontrolle vermittelt. Bergauf rollt das Sensor dank leichtlaufender Continental X-King zügig, das Path-Link-Heck zeigt sich straff und liefert bei groben Brocken ausreichend Komfort. Dass das Tretlager um ganze 20 mm beim Einfedern nach hinten wandert, ist kaum spürbar – auch im Downhill nicht. Apropos Downhill: Hier geht das Sensor wie‘s Messer. Dank langem Radstand ist es bei Highspeed laufruhig, um Kurven lässt es sich präzise manövrieren, das stabile Heck sackt dabei nicht weg. Fahrer, die gerne aktiv fahren und beispielsweise mit Drücktechnik das Bike beschleunigen, werden das Sensor lieben. Im groben Geläuf harmonieren Hinterbau und die Fox-32-Gabel perfekt, könnten jedoch einen Tick mehr an Komfort liefern.

All-Mountain GT Force: 27,5-Zoll und 150 mm Federweg

Das GT Force zielt mit 27,5-Zoll-Laufrädern und 150 mm Federweg auf All-Mountainbiker ab. Im Gegensatz zum GT Sensor muss der Biker beim GT Force auf die drei Alu-Varianten verzichten. „Lediglich“ drei Carbon-Modelle mit einem 2891 g schweren Rahmen (ohne Dämpfer) werden erhältlich sein. Die Preise liegen zwischen 6999 Euro und 4499 Euro (siehe auch Mediashow).

Auch das neue All-Mountain Force von GT setzt auf das Path-Link-Federungssystem, das am GT Force 150 mm Federweg zur Verfügung stellt. An der Front kommt eine 150-mm-Gabel zum Einsatz. Wie beim GT Sensor gingen die Entwickler in punkto Geometrie neue Wege. Dank langem Heck mit 443 mm und sehr langem Oberrohr mit 627 mm (Größe L) soll sich das All-Mountain GT Force äußerst laufruhig fahren. Zudem soll der flache 67,2°-Lenkwinkel Ruhe in schnellen Abfahrten bringen. Für Tritteffizienz im Uphill steht indes der 73,8°-Sitzwinkel. Alle neuen GT-Bikes werden mit kurzem 60 mm Vorbau und breitem 760 mm Lenker ausgeliefert - und bedienen somit die Bedürfnisse von All-Mountain-Piloten. Wie beim GT Sensor setzt GT beim Force auf einen Dreifach-Antrieb, der auf eine Kettenführung verzichtet.

GT Force Pro Carbon: Der erste Fahreindruck

Die vielfältigen Trails in Utah bieten auch anspruchsvolles All-Mountain-Terrain – perfekt für einen ersten Test des neuen GT Force. Im Vergleich zum GT Sensor fällt die Sitzposition am Force etwas kompakter aus, für ein All-Mountainbike ist diese aber eher sportlich. Sicherheit bringt der angenehm breite Lenker - der mit 760 mm Traummasse bietet. Wem das zu breit ist, der kann immer noch kürzen. Bergauf zeigt sich das 150 mm Heck - ähnlich wie das des GT Sensors – straff und antriebsneutral. Das zuschalten der Plattform am Dämpfer ist fast nie nötig. Zudem sackt das stabile Heck in steilen Auffahrten nicht weg. Die Trettposition bleibt stets effektiv. Bergab sorgt der lange Radstand des GT Force erwartungsgemäß für Laufruhe. Das Path-Link-Fahrwerk macht bei groben Brock auf, spricht auf kleinere Schläge aber nicht super-sensibel an. In Kurven muss der Fahrer wegen des langen Oberrohres etwas mehr Druck auf die Front geben. Dass das GT Force zu den ausbalancierten Bikes gehört, beweist es bei Sprüngen: Weder heck- noch frontlastig fliegt das GT durch die Luft, selbst unerfahrene Luftakrobaten fühlen sich auf dem GT Force sicher.

GT Force sowie GT Sensor sollen ab September erhältlich sein. Alle Preise zu den einzelnen Modellen sowie weitere Infos, Details und alle Geometrien finden Sie in der Mediashow (siehe oben).

17.06.2013
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE