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Rocky Mountain Element RSL - erster Fahrbericht
Rocky Mountain verpasst dem Klassiker Element ein neues Gesicht: Gewicht, Geometrie und schlaue Details klingen sehr vielversprechend. MountainBIKE prüfte das Element im Fahrtest.
Serientäter: Kaum verändert tummelt sich das Rocky Mountain Element seit 1996 in den Startfeldern der CC- und Marathon-Rennen. Für 2011 folgt nun der heiß ersehnte Nachfolger mit Carbon-Monocoque und völlig neuer Kinematik.
Zwei Varianten werden die Kanadier anbieten: RSL (Race Super Light) mit 98 mm und MSL (Marathon Super Light) mit 120 mm Federweg. Auffälliges Merkmal: Wie beim All-Mountain-Fully Altitude ist das Gelenk zwischen Sitz- und Kettenstrebe oberhalb der Hinterradachse angebracht, wodurch Rocky das Horst-Link-Patent umgeht.
Diese „Smooth-Link”-Kinematik trimmten die Rocky-Ingenieure auf Antriebsneutralität, dennoch soll der komplette Federweg gut nutzbar bleiben. Zudem stand ein optimiertes Verhältnis aus Steifigkeit und Gewicht auf der Agenda 2011. So nehmen neu entwickelte Gleitlager neben radialen Kräften auch axiale Kräfte auf und sollen im Vergleich zu einem herkömmlichen Industrielager je rund 20 g einsparen.
Auch die sogenannte „Smooth-Wall”-Technik stellt gewichtsoptimierte Kohlefaser-Rohre und -Formen in den Fokus. Dabei werden die Innenseiten der Rohre geglättet, weisen so weder Falten noch Harzeinschlüsse auf. Der RSL-Rahmen soll somit inklusive Fox-RP23-Federbein exzellente 1960 g wiegen – fast 700 g weniger als der Vorgänger bei angeblich 13 Prozent höheren Steifigkeiten!
Auch Rockys „Straight-Up”-Geometrie kommt am Element zum Einsatz: Der steile Sitzwinkel von 74 Grad sorgt für eine optimale Tretposition an Anstiegen – Vortrieb quasi programmiert! Weitere Feinheiten des Highend-Rahmens sind etwa ein Leitblech gegen Kettenklemmer, ein Sag-Indikator und ein formschöner Spritzwasserschutz für das Sattelrohr.
Leicht, steif, durchdacht – so bläst der neue Rocky-Racer zum Angriff auf aktuelle Cross-Country-Platzhirsche wie Specialized Epic, Scott Spark und Merida Ninty-Six!
Und auch im ersten Fahreindruck war schnell zu spüren, was das Element RSL will: gnadenlos bergauf geprügelt werden. Jede Pedalumdrehung wurde umgehend in Vortrieb umgewandelt, die moderne Geometrie machte sich besonders an steilen Rampen äußerst positiv bemerkbar. Bergab zeigte sich der Hinterbau eher straff, bot dabei guten Durchschlagschutz und blieb in Kurven stabil.
Fazit: Antriebsneutral, spritzig und direkt – das Element RSL überzeugt. Rocky stellt mit dem neuen Element einen mehr als würdigen Nachfolger an den Start.



