MTB-Neuheiten 2016: mit diesen Trends können Mountainbiker rechnen


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MTB-Neuheiten 2016
Foto: Shimano/Montage MountainBIKE

 

Trek Stache 29+
Foto: André Schmidt

 

Norco Revolver 2016 MTB Sea Otter Classic 2015 MountainBIKE
Foto: André Schmidt

 

Trek Farley
Foto: André Schmidt

 

Marin 2016 Pine Mountain
Foto: André Schmidt
Vor der ersten großen MTB-Messe des Jahres, dem Sea-Otter-Festival in den USA, wird bereits viel getuschelt und gemunkelt. Was bringen die Mountainbike- und Parts-Hersteller wohl als Neuheiten für die MTB-Saison 2016? MountainBIKE macht den Gerüchte-Check und schätzt deren Wahrheitsgrad ein.

Jedes Jahr gilt das Sea-Otter-Festival in Monterey/Kalifornien (in diesem Jahr: 16. bis 19. April 2015) als erster Trendsetter für die kommende MTB-Saison (hier finden Sie alle Mountainbike-Neuheiten 2016 vom Sea-Otter-Festival 2015). Schon oft sind hier Mountainbike-Trends entstanden, wie etwa die Laufradgrößen 27,5 und 29 Zoll oder die 1x11-Schaltung fürs MTB.

Nun blickt die Mountainbike-Welt wieder gespannt auf das Mutterland des MTB-Sports und erwartet die Sea-Otter-Neuheiten für die Saison 2016. Was wird kommen? Was planen die MTB-Hersteller? MountainBIKE macht den ersten Check!

 

Rocky Mountain Fatbikes Blizzard Sherpa
Foto: André Schmidt Beim Sea-Otter-Festival im vergangenen Jahr gab es mit dem Rocky Mountain Sherpa bereits ein erstes „Mid Fat“-MTB zu bewundern. Dieser Trend wird für 2016 weiter verfolgt.

„Mid Fat“ - der große MTB-Trend für 2016

Viel wird bereits im Netz diskutiert und geleaked. Der Trend zu breiten MTB-Reifen wächst. Mit Fatbikes (11 aktuelle Modelle im Test) wurden bereits bis zu 4,8 Zoll breite Reifen im Markt etabliert. Aber gibt es nicht eine goldene Mitte?

Als sicher gilt der neue Trend „Mid Fat“ oder „650b+“. Das bedeutet: bekannte 27,5"-MTB-Laufräder gepaart mit einer Reifenbreite von 2,8 bis 3.0 Zoll und Felgen von mindestens 30 Millimetern Maulweite. Doch wozu der ganze Hype? Die Agilität eines „normalen“ 27,5"-Mountainbikes soll gepaart werden mit den bekannten Vorteilen eines Fatbikes, wie mehr Fahrsicherheit und deutlich besseren Komfort-Werten.

Fotostrecke: Neu 2016: Schwalbe Nobby Nic und Rocket Ron für 27,5+

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Schwalbe MTB-Reifen 2016 Foto: André Schmidt
Schwalbe MTB-Reifen 2016 Foto: André Schmidt
Schwalbe MTB-Reifen 2016 Foto: André Schmidt

 

Rocky Mountain Fatbikes Blizzard Sherpa
Foto: André Schmidt Das Rocky Mountain Sherpa mit "Mid Fat"-Reifen.

Für wen sind „Mid Fat“-Mountainbikes interessant?

MountainBIKE sieht die Vorteile von „Mid-Fat“-MTBs besonders bei Hardtails. Zwar wird der neue „Mid-Fat“-Trend sicher nicht im Cross-Country-Race-Bereich voll einschlagen - in der Klasse von Einsteiger- und Allround-Hardtails sind die Chancen aber groß. Hier steht Komfort und Fahrsicherheit im Vordergrund, wo „Mid Fat“ sicherlich sinnvoll ist. Im Zuge des „Mid-Fat“-Trends sind Neuheiten bei Laufrad-, Federgabel- und Reifen-Herstellern zu erwarten. Die Entwicklungen laufen! MountainBIKE meint: „Mid Fat“ wird sicher einer der großen MTB-Trends auf dem Sea Otter Festival 2015 werden.

Hier erklären wir im Detail, was 27,5+ steckt und was davon zu halten ist.

Wahrscheinlichkeit: 99,9%

Update: Auf dem Sea-Otter-Festival wurde auch der letzte Zehntel-Prozentpunkt Unsicherheit aus der Welt geräumt. Der neue27,5+-Reifentrend wird eines der bestimmenden Themen der neuen Mountainbike-Saison 2016. MountainBIKE hat bereits jetzt viele neue 2016er-Mountainbikes endeckt.

Fotostrecke: Rocky Mountain Sherpa - eines der ersten Mid Fat Bikes

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Rocky Mountain Sherpa 27,5+ Sea Otter 2015 MTB für 2016 Foto: Margus Riga
Rocky Mountain Sherpa 27,5+ Sea Otter 2015 MTB für 2016 Foto: Rocky Mountain
Rocky Mountain Sherpa 27,5+ Sea Otter 2015 MTB für 2016 Foto: Rocky Mountain

Fotostrecke: Specialized 2016: neue 27,5+-Bikes Fuse und Ruze

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Specialized Fuse 2016 6Fattie Foto: André Schmidt
Specialized Fuse 2016 6Fattie Foto: André Schmidt
Specialized Fuse 2016 6Fattie Foto: André Schmidt

 

Truebikes 36 Zoll
Foto: Truebikes.eu Fragwürdig: Wo sind die Vorteile eines 36-Zoll-MTBs?

Neue Laufradgrößen für Mountainbikes

Schon einige Bilder von 36-Zoll-Mountainbikes (s. Bild) machten im Netz die Runde. Kommt nun eine vierte MTB-Laufradgröße auf uns zu? MountainBIKE meint: Nein! Bei so großen Laufrädern scheint kein technischer Vorteil erkennbar zu sein, mit 27,5 und 29 Zoll werden Mountainbiker bestens bedient. Einige Nischenhersteller werden bei den Mega-Laufrädern eventuell aufspringen, die breite Masse wird davon aber sicherlich nicht betroffen sein.

Wahrscheinlichkeit: 10%

Neue MTB-Schaltungen

Viel hat sich in den vergangenen Jahren bei Mountainbike-Schaltungen getan: das 1x11-System von Sram ist als Trendsetter von der neuen, elektronischen Shimano XTR Di2 (die XTR Di2 im ersten Test) abgelöst worden. Wer kann nachlegen? Sram oder Shimano?

Shimano XT
Der Paukenschlag der neuen Shimano XTR Di2 ist gerade erst verdaut, da macht sich schon die nächste Neuerung bereit. Die neue Shimano XT steht in den Startlöchern für die MTB-Saison 2016. Wer über die letzten Jahre die Shimano-Produktzyklen beobachtet hat, weiß: Nach der XTR lässt die neue XT nicht lange auf sich warten. Spannend wird es bei der Shimano XT auf jeden Fall. Wird sie auch mit einer 11-fach-Kassette kommen? Es darf spekuliert werden.

MountainBIKE schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass Shimano eine neue XT bringt, mit 90% ein.

Update: Vorhang auf! Hier ist sie, die neue Shimano XT. Auch die 10-Prozent Restrisiko sind verschwunden. Alle Infos über die neue Gruppe sind bekannt und hier bei MountainBIKE nachzulesen. Und ja, die neue Shimano XT kommt mit eine 11-fach-Kassette.

 

Shimano XTR Di2
Foto: Shimano Display der elektronischen Shimano XTR Di2.

Kommt die elektronische Shimano XT Di2?

Kommt nach der elektronischen MTB-Schaltung Shimano XTR Di2 nun auch die erschwinglichere XT Di2? Fakt ist: Alle bahnbrechenden MTB-Neuerungen in den vergangenen Jahren enthielt Shimano nicht nur ihrer Top-Mountainbikegruppe XTR vor. So wurde auch die XT mit Dynasys, dem 10-fach-Schaltungssystem von Shimano, ausgerüstet. Und auch die Schaltwerskdämpfung Shadow Plus durfte an der Shimano XT ihre Dienste verrichten, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dennoch rechnet MountainBIKE frühestens 2017 mit einer elektronischen Shimano XT Di2. Zu groß wäre die hauseigene Konkurrenz zur XTR Di2, die am MTB-Markt noch nicht richtig verfügbar scheint.

Wahrscheinlichkeit für eine Shimano XT Di2: 20%

2x11 bzw. 3x11 von Sram?

Die 2x10-Top-Gruppe Sram XX ist etwas in die Jahre gekommen. In den letzten beiden Jahren hat sich Sram stattdessen seinen 1x11-Antrieben fürs Mountainbike gewidmet: XX1, X01 und X1. Die Gangabstufung bei diesen Schaltungen ist vielen Mountainbikern allerdings zu schmal - oder zu dick. Shimano hat mit seiner neuen XTR hier vorgelegt: Ein 11-fach-Antrieb ist bei den Japanern auch mit zwei oder gar drei Kettenblättern erhältlich. Sram steht also unter Zugzwang. Sehen wir für 2016 einen 2x11- oder 3x11-Antrieb von Sram? Bis jetzt deutet zumindest noch nichts darauf hin, deshalb:

Wahrscheinlichkeit: 20%

 

Sram X1 Schaltgruppe
Foto: Sram Die Sram X1-Schaltgruppe stellt momentan den Einstieg in die 11-fach-Systeme von Sram dar.

Kommt eine günstige 1x11-Schaltgruppe von Sram?

Kommt unterhalb der 1x11-Gruppe Sram X1 noch eine günstigere MTB-Schaltgruppe? Geht es nach MountainBIKE, wird dieser Fall eintreffen. Mit der X1 scheint die untere Preisgrenze noch nicht erreicht. MTB-Einsteiger sollen auch von 11-fach-Antrieben profitieren können. Daher:

Wahrscheinlichkeit: 85%

Noch mehr Elektronik am Mountainbike?

Mit Fox und Magura bieten bereits zwei namhafte Hersteller von MTB-Federgabeln und Dämpfern elektronisch gesteuerte Fahrwerkskomponenten fürs Mountainbike an. Auch das zusammen mit Rock Shox entwickelte E:i-Shock-Federbein der Accell-Gruppe (Ghost, Haibike, Lapierre) stellt dem Fahrer dank Elektronik stets das optimale Fahrwerks-Setup zur Verfügung.

Die Fox-Parts „docken“ dabei sogar an die Shimano Di2 an. Doch werden nun weitere Hersteller aufspringen? Wird es bald komplett elektronisch geregelte Fahrwerke wie im Automobil geben? Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Zukunft noch mehr Elektronik am MTB sehen werden, ist zumindest hoch. Daher:

Wahrscheinlichkeit: 70%

Keine Gerüchte - diese Mountainbikes gibt es wirklich:

09.03.2015
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE