MTB-Neuheiten 2013: KTM Scarp 29 und KTM Lycan in 27,5 Zoll

KTM hat für die Saison 2013 ein neues Racefully in 29 Zoll im Programm: das KTM Scarp 29. Außerdem bekommt das Tourenfully KTM Lycan größere Laufräder im 27,5-Zoll-Format. Plus: Für die E-Mountainbikes von KTM gibt's einen neuen Motor. Infos und Bilder.

Fotostrecke: Neu für 2013: KTM Scarp 29 und KTM Lycan in 27,5 Zoll

11 Bilder
KTM Scarp 29 Foto: Heiko Mandl
KTM Scarp 29 Foto: Heiko Mandl
KTM Scarp 29 Foto: Heiko Mandl

Es gibt keine Radgröße, derer sich KTM verwehrt. So sind bei den Mountainbikes des österreichischen Herstellers alle Größen vertreten: 26 Zoll, 29 Zoll und die neueste Radgröße 27,5 Zoll (650B). Die Philosophie ist hierbei: „Je weniger Federweg desto größer der Radumfang“.

Um bei den 29er-Mountainbikes einen Schritt nach vorne zu machen, fällt das Racefully Phinx als 29-Zoll-Mountainbike weg und wird vom neuen KTM Scarp ersetzt. Beim KTM Scarp 29 handelt es sich um ein Racefully mit 100 mm Federweg vorne und hinten. Auffällig ist das massive Steuerrohr und das vordere Rahmendreieck des KTM Scarp 29.

Die Highend-Version, das KTM Scarp 29 Supreme, kommt komplett in Carbon: Hauptrahmen, Hinterbau und die Umlenkhebel. Außerdem wird es eine zweite Serie geben, die nicht komplett aus Carbon gefertigt ist und somit eine günstigere Alternative darstellt. Bei den günstigeren Scarp-Modellen sind der Hinterbau und die Wippe aus Aluminium.

Was bleibt, ist das bewährte PDS-System, bei dem der Dämpfer schwimmend gelagert ist und so vom Hauptrahmen entkoppelt wird. Das verhindert zu starke Radialbelastungen. Ebenso kommt es zu einer lineareren Kennlinie, d.h. der Kraftaufwand beim Einfedern steigt gleichmäßig mit dem Federweg.

Diese Merkmale tragen zu dem feinen Fahrwerk des 100-mm-Voll-Carbon-Mountainbikes bei. Die verschiedenen Modellvarianten des KTM Scarp 29 werden zwischen 3.299 und 6.499 Euro kosten.

MountainBIKE-Tester Thomas "Professor" Schmitt konnte das KTM Scarp 29 schon bei einer Probefahrt testen. Seine Meinung: Das Scarp 29 ist nicht extrem leichtfüßig, aber es hält seine Spur sehr treu. Beeindruckt war Schmitt von den sehr guten Klettereigenschaften des KTM Scarp 29. Diese verdankt das Racefully unter anderem der perfekten Sitzposition, der tollen Traktion durch 29-Zoll-Räder und dem PDS-Hinterbau mit 100 mm Federweg. Besonders gefallen hat unserem Kollegen auch der breite Lenker.

Sein Fazit: Das KTM Scarp 29 löst das Phinx mit den großen Laufrädern ab - und zwar mit Erfolg. Ein vielversprechendes Bike mit klaren Race-Genen - perfekt für anspruchsvolle Marathonrennen.

Tourenfully KTM Lycan für 2013 mit 27,5-Zoll-Laufrädern

Der bewährte Tourer KTM Lycan bekommt einen Wachstumsschub. Von dem Tourenfully gibt es jetzt drei neue 650B-Modelle. Das neue KTM Lycan ist im Gegensatz zum neuen KTM Scarp 29 komplett aus Aluminium.

Die neuen 650B-Lycans sind ebenfalls mit dem markanten Steuerrohr und dem PDS-System der Dämpferaufhängung ausgestattet und kommen mit 125 mm Federweg hinten (somit 5 mm mehr als bei der 26-Zoll-Version). Vorne werden Schläge von der Rock Shox Revelation-Gabel mit 130 mm Federweg abgefedert. Das günstigste der drei 650B-Lycans, das KTM Lycan 653, gibt es für 2.399 Euro, für die Top-Version Lycan 651 sind 3.499 Euro fällig.

Das Lycan ist auch noch in 26 Zoll erhältlich, allerdings nur im Niedrigpreisniveau unter 2.000 Euro. Dies liegt zum Teil daran, dass 650B-Anbauteile noch zu teuer sind.

Auch das neue KTM Lycan 651 konnte Kollege Schmitt auf einer Probefahrt testen. Sein Eindruck:
Das Mountainbike fährt sich sehr fluffig und sensibel. Auch das Fahrwerk des Tourenfullys spricht super an.

Ebenfalls neu: E-Bike von KTM mit neuem Hinterradantrieb von Panasonic

KTM hat gemeinsam mit Panasonic für die sportlichen E-Mountainbikes einen Hinterradnabenmotor entwickelt. Bislang gibt es von Panasonic nur Mittelmotor-Systeme für E-Bikes und Pedelecs.

Was kann das neue System? Was auffällt: Die Heckmotor von Panasonic ist wesentlich kleiner als zum Beispiel die Motoren von BionX. Dies gelang vor allem durch die Auslagerung der Elektronik. Panasonic und KTM haben die Motorsteuerung unter dem Akku platziert.

Vorteil: Falls sich der Motor stark erhitzt, ist die Elektronik nicht mehr in Gefahr beschädigt zu werden. Weiterer Vorteil: Der Panasonic-Motor wiegt nur noch 2,7 Kilogramm. Das niedrigere Gewicht wirkt sich spürbar auf die Fahreigenschaften aus.

Ein weiterer Unterschied: In der Motoreinheit ist ein Getriebe integriert, dass hohe Drehzahlen in allen Bereichen garantieren soll. Wie der E-Bike-Antriebe von BionX soll der Panasonic-Heckmotor in der Serienvariante über einen Rekuperationsmodus verfügen, d.h., dass dem Akku Energie zurückgeführt werden kann.

Stichwort Akku: Die Kapazität des Akkus soll bei 412 Wattstunden liegen.

Einsatzgebiet: KTM will den neuen Panasonic-Hinterradnabenantrieb in allen sportlichen E-Bikes einsetzen. Verständlich: Das maximale Drehmoment liegt bei 40 Newtonmetern und macht vor allem abseits der befestigten Straßen richtig Spaß.

Fotostrecke: E-Mountainbike KTM eLycan mit neuem Panasonic-Hinterradantrieb

8 Bilder
E-Bike Pedelec neuer Panasonic Antrieb Hinterradnabe KTM Foto: Björn Gerteis
E-Bike Pedelec neuer Panasonic Antrieb Hinterradnabe KTM Foto: Björn Gerteis
E-Bike Pedelec neuer Panasonic Antrieb Hinterradnabe KTM Foto: Björn Gerteis

Hinterradantrieb für E-Bikes: Panasonic oder BionX

Bislang setzte KTM in seinen sportlichen E-Mountainbikes den Hinterradnabenantrieb von BionX ein. Dieser bekommt jetzt durch den Panasonic-Hecktantrieb Konkurrenz. 2013 will KTM seine Modelle mit beiden Systemen anbieten.

KTM-Chefin Carol Urkauf-Chen erklärt: „Der Markt wird sich entscheiden. Im Markt gibt es noch kein perfektes System. Daher haben wir uns entschieden, selbst eines zu entwickeln.“ Kennzeichen der Panasonic-Modelle wird ein „P“ hinter dem Modellnamen sein. Ab Januar 2013 soll es die ersten Serienräder geben.

Panasonic-Heckantrieb für E-Bikes: Erster Praxis-Test

Unsere Kollegen von ElektroBIKE online hatte die Chance, den neuen Panasonic-Hinterradantrieb in einer Vorserienversion zu testen. Der neue Motor überzeugt mit einer gleichmäßigen, starken Kraftenfaltung bis zur 25 km/h-Grenze. Fällt bei manchen Systemen bei höheren Geschwindigkeiten die Unterstützung ab, bleibt sie beim Panasonic-Modell auf gleichem Niveau.

Der von KTM und Panasonic entwickelte Hinterrad-Antrieb hat einen sehr sportlichen Charakter, „schiebt“ vom ersten Tritt in die Pedale überzeugend an – der Vortrieb macht richtig Spaß. Durch die Positionierung von Akku und Steuerungs-Elektronik am Unterrohr liegt der Schwerpunkt des E-Bikes sehr zentral. Das geringere Gewicht am Hinterrad merkt man beim Fahrverhalten.

Das E-Bike lässt sich gut und sicher lenken, überzeugt durch seinen agilen, sportlichen Charakter. Beim Vorserienmodell war der Motor noch hörbar. Zum einen ist dies sicher dem integrierten Getriebe geschuldet, soll aber bis zur Serienreife noch weiter reduziert werden.

E-MTB-Prototyp KTM eGnition

Noch mehr neue Mountainbikes für 2013:

Fotostrecke: MTB-Neuheiten 2013: mehr als 100 neue Bikes

103 Bilder
Neue Mountainbikes für 2013 - von der Eurobike 2012 Foto: Daniel Geiger
Neue Mountainbikes für 2013 - von der Eurobike 2012 Foto: Daniel Geiger
Neue Mountainbikes für 2013 - von der Eurobike 2012 Foto: Daniel Geiger
05.07.2012
Autor: Sebastian Hohl / Thomas Schmitt
© MOUNTAINBIKE