Magura: Neue MTB-Bremsengeneration und neues elektronisches Fahrwerk eLECT fürs Mountainbike

Magura setzt Mountainbikes künftig verstärkt unter Strom. Das eLECT-System ist nun sowohl für die MTB-Federgabel wie für das Federbein erhältlich. Und: Eine neue Vierkolbenbremse soll vor allem abfahrtsorientierte Mountainbiker glücklich machen. Hier erste Infos und Bilder.

Viele Mountainbiker werden sich noch mit einem seligen Lächeln im Gesicht erinnern: Die Vierkolbenbremse Gustav M galt über viele Jahre als das absolute Nonplusultra auf dem Markt für MTB-Bremsen. Nun kommt ein neuer „Wurfanker“ fürs Mountainbike – entwickelt und produziert wie gehabt auf der Schwäbischen Alb. Angesprochen sollen sich vor allem Enduro-Biker, Freerider und Downhill-Piloten fühlen.

Details zum Namen, zu den Modellvarianten und zum finalen Design des Hebels wollte Magura bei einer ersten Präsentation in der MountainBIKE-Redaktion nicht verraten (daher das „Strick-Verhüterli“, siehe Bilder). Wie bei der bekannten MT-Bremse dürften aber wieder die hauseigenen Carbotecture- und Carbolay-Verfahren zum Einsatz kommen – was für einen sehr leichten Geberkolben aus Kohlefaser spricht.

Die massive Bremszange aus geschmiedetem Aluminium verfügt über vier Bremskolben, zudem auch über vier(!) einzelne Beläge. Magura verspricht damit ein besseres Hitzemanagement, da die jeweiligen Beläge unterschiedlich heiß werden. Vereinfacht gesagt: Überhitzt ein Belagspaar, ist das andere laut Magura kühl genug, um hohe Bremspower zu gewährleisten.

Weitere Infos zur neuen Bremse inklusive Fahrbericht gibt es zur offiziellen Präsentation Ende April bei www.mountainbike-magazin.de und in Heft 07/14.

Magura eLECT - komplett elektronisches Fahrwerk

Spannend wird’s bei Magura in puncto Mountainbike-Fahrwerk. Bereits auf dem Markt ist die elektronische Fahrwerksverstellung eLECT für die MTB-Federgabeln TS8 R und TS6. Zudem kann es in allen Gabeln ab Baujahr 2010 nachgerüstet werden. In Kürze kommt eLECT nun auch für das Luftfederbein TS RC. Ein optisch erfreulich dezenter Motor am Gehäuse stellt dabei das Fahrwerk je nach Fahrsituation auf „soft“ oder „hart“.

Wie’s funktioniert? Ein kalibrierbarer 3D-Beschleunigungssensor an der Federgabel misst, ob sich das Bike in der Ebene befindet, ob der Biker bergauf oder ob er bergab fährt. Je nachdem, sperren Stellmotoren das Fahrwerk oder geben den Federweg frei – und zwar synchron an der Front und am Heck. Toll: Dazu nutzt Magura den Funkstandard ANT+ (für jedes Bike individuell codiert), das System kommt also anders als mechanische Remotes komplett ohne Kabelsalat aus!

Die Akkus können via Mini-USB-Stecker geladen werden, natürlich lassen sich Federgabel/-bein auch manuell, via Taster am Lenker bedienen. Bei einem Ausfall des Systems etwa aufgrund leerer Akkus, ist das Fahrwerk grundsätzlich „offen“, um bergab vollste Sicherheit zu gewährleisten. Auch hier folgen weitere Details zum Federbein sowie ein ausführlicher Fahrbericht in Kürze. Die Gabel ist indes schon im Handel, kostet in der Highend-Version (TS8 R, 100 mm Federweg) 1349 Euro. Das Upgrade-Kit schlägt mit 649 Euro zu Buche.

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19.03.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE