Fox Live Valve Dämpfung - ist das die Fahrwerkstechnik der Zukunft?


Zur Fotostrecke (7 Bilder)

Foto: Fox Racing

 

Foto: Fox Racing

 

Foto: Fox Racing

 

Foto: Fox Racing

 

Foto: Fox Racing
Fox-Live-Valve-Dämpfertechnik ist elektronisch, soll sich innerhalb von fünf Millisekunden auf das Gelände anpassen und wird frühestens 2017 erhältlich sein. Hier lesen Sie schon jetzt alle Fakten.

Live Valve, so nennt Fox ein Prototyp-Fahrwerk, das mit Elektromagnetventilen und Sensoren an Gabel und Dämpfer arbeitet. Laut einem Bericht von Pinkbike.com soll das Live-Valve-System 2017 auf den Markt kommen.

Aber schon jetzt ist Live Valve fahrbereit und funktioniert laut Pinkbike-Redakteur Richard Cunningham ausgezeichnet. „Kurz gesagt, das Testbike war mit eingeschaltetem Live Valve überall auf dem Kurs schneller“, resümiert Cunningham.

Wie soll Live Valve funktionieren?

Die Fox-Ingenieure setzten an einem herkömmlichen Fox-Float-X-Dämpfer einen zusätzlichen Ausgleichsbehälter an, in dem das elektromagnetische Ventil sitzt. Das Magnetventil steuert den Druck auf das Shim-Packet, wodurch der Ölkreislauf, sprich die Dämpfung, je nach Fahrsituation geöffnet oder geschlossen werden kann. Das Fahrwerk wird also straff oder weich.

Auch die Gabel ist mit einem Elektromagnetventil ausgestattet. Beide Ventile sollen innerhalb von fünf Millisekunden auf Schläge reagieren können. In einer am Rahmen angebrachten Batterie sitzt die Steuerung, die es auch erlaubt die Auslösehärte des Live Valve einzustellen. Während der Fahrt nehmen Sensoren am unteren Ende der Gabel und am Ausfallende des Hinterbaus Schläge wahr.

Trifft ein Schlag aufs Vorderrad, öffnen sich Gabel und Dämpfer automatisch. Trifft ein Schlag aufs Hinterrad, öffnet sich nur der Dämpfer. Dämpfer oder Gabel bleiben für eine bestimmte Zeit geöffnet. Ist der voreingestellte Timer abgelaufen und wurde kein weiterer Schlag verzeichnet, soll das System wieder schließen. Die Beschleunigungssensoren sollen so eingestellt sein, dass sie bei einer Kraft von sieben G dem Ventil das Signal zum Öffnen geben.

Befindet sich das Bike in der Luft, sollen sich Dämpfer und Gabel automatisch öffnen, so dass der Fahrer nach einem Drop oder einem Sprung sanft landen kann. Der Stromverbrauch soll sehr gering sein, so dass das System 25 Stunden Fahrzeit bieten soll.

Potenzial für die Zukunft

Momentan soll das Live-Valve-System nur in den speziellen Fox-Float-X-Prototypdämpfern und in die Gabel-Modelle 32er, 34er und 36er passen. Für die Zukunft ist wohl angedacht, dass die Sensoren und die Kabel in Rahmen und Gabel verschwinden. Außerdem lässt eine Pressemitteilung von Fox durchblicken, dass künftig auch weitere Parameter bei der Regulierung des Live Valve eine Rolle spielen könnten.

So testet die Fox-Motorsport-Abteilung an Quads bereits ein Live-Valve-System, das die Dämpfung so abstimmt, dass auch Antriebs- und Bremskräfte sowie Körpergewichtsverlagerung des Fahrers mit berücksichtigt werden. Für Mountainbikes hieße das beispielsweise: Die Trittfrequenz wird gemessen und die Steuerung strafft die Dämpfung sobald der Fahrer tritt. Durch die kurze Reaktionszeit des Ventils und die theoretisch stufenlose Erhöhung der Dämpfung, ist eine ständige Veränderung des Fahrwerks denkbar.

Das würde bedeuten: Pedaliert der Fahrer, bleibt das System verschlossen - kommt ein Schlag während des Tretens, öffnet sich das Ventil nur leicht. Tritt der Fahrer nicht und ein heftiger Schlag taucht auf, öffnet das System. Dieser Ablauf wäre innerhalb einer Sekunde zigfach möglich, stufenlos, ohne dass der Fahrer es bemerkt. Selbst beim Anbremsen wäre eine Steuerung des Ventils denkbar, so dass die Gabel weniger tief in den Federweg sackt. Das alles ist jedoch noch Zukunftsmusik, die vor 2017 vermutlich nicht am Markt erhältlich sein wird.

MTB-Neuheiten für 2016:

Neue E-Mountainbikes für 2016:

Fotostrecke: Unter Strom! Die E-MTB-Highlights für 2016

32 Bilder
E-Fatbike Mondraker E-Panzer R Foto: Benjamin Linsner
Fendt E-MTBs 2016 Foto: Benjamin Linsner
Ebike E-Mountainbikes 2016 Eurobike 2015 Foto: Benjamin Linsner
30.07.2015
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE