Specialized Epic Hardtail: Erster Fahrbericht des neuen Race-Hardtails für 2017


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Specialized Epic Präsentation
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Specialized Epic Präsentation 2016
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Specialized Epic Präsentation 2016
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Specialized Epic Präsentation 2016
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Specialized Epic Präsentation 2016
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Specialized präsentierte das Epic Hardtail bereits im Frühsommer. Nun hatten wir die Möglichkeit, das neue Race-Hardtail von Konstrukteur Peter Denk auf den Trails in Südfrankreich zu testen.

Peter Denks erster großer Wurf für Specialized ist fertig. Das neue Epic Hardtail. Bisher führte Specialized nur das Stumpjumper Hardtail als reines Cross-Country-Race-Hardtail im Programm. Das neue Epic ist eine Kampfansage: Im Vergleich zum Vorgänger soll es in Summe satte 340 Gramm leichter sein.

Der S-Works-Rahmen des Epic soll somit lediglich 875 g wiegen. Alle weiteren Modelle kommen mit einem etwas schwereren Rahmen, der knapp unter 1000 g wiegen soll.

Carbon-Spezialist und Bike-Ingenieur Peter Denk entwickelte Mitte der Neunziger Hot Chili Bikes und designte anschließend über ein Jahrzehnt die Meilensteine im Carbon-Segment bei Scott. Nach einer vergleichsweise kurzen Liaison mit Cannondale ist er nun seit zwei Jahren für Specialized tätig.

Am Epic Hardtail war Peter Denk vor allem das Verhältnis aus geringem Gewicht und hoher Steifigkeit wichtig. Hier soll das neue Epic S-Works die gesamte Konkurrenz hinter sich gelassen und im unabhängigen Labor bei Zedler den besten Wert erreicht haben.

Doch neben dem Gewichts-Steifigkeits-Ranking war es Specialized auch wichtig, dass die Ansprüche der Designer berücksichtigt werden. Denk betont, dass dies für Entwickler immer eine große Herausforderung sei, denn oft stünden ein schickes Design den Ansprüchen an eine leichte und steife Bauweise entgegen.




Fotostrecke: Specialized Epic HT: Die Modelle des neuen Race-Hardtails

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Specialized S-Works Epic HT Foto: Specialized
Specialized S-Works Epic HT Foto: Specialized
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Pfiffige Details und moderne Geometrie am Epic Hardtail

Die Entwickler setzen auf viele kleinere Details, die das Bike von der Masse abheben sollen. So laufen die Außenhüllen der Schaltzüge sauber aufgeräumt ins Steuerrohr, wo sich ein Endanschlag befindet. Über ein kleines Röhrchen wird der Zug selbst dann Richtung Tretlager geführt. Das spart zum einen die durchgehend verlegte und schwere Außenhülle und soll den Zugwechsel schnell und einfach machen.

Ein optisch auffälliger Anschlagschutz am Unterrohr verhindert, dass Lenker oder Gabel bei einem Sturz gegen den Rahmen schlagen. Natürlich ist der Rahmen auch für Shimanos elektronische Di2 vorbereitet. Auf eine spezielle Komfort-Sattelstütze verzichtet Specialized hingegen und verweist auf interne Tests, die gezeigt haben sollen, dass ein zu großer Flex beim Treten ineffizient sei. Dennoch soll der Rahmen und die Stütze ausreichend Komfort bieten. Und für Biker, die eine Vario-Sattelstütze verbauen möchten ist eine interne Zugverlegung vorhanden.

Während Peter Denk für die Ingenieurskunst im Umgang mit Carbon am Epic verantwortlich war, beschäftigten sich die Amerikaner mit der perfekten Geometrie. Hier war es Specialized wichtig ein sehr agiles und sicheres sowie effizientes Handling zu kreieren. Der 1,2° flachere Lenkwinkel (im Vergleich zum Vorgänger Stumpjumper HT) und das längere, vordere Rahmendreieck des Epic stehen für Laufruhe und Kontrolle auf schweren Abfahrten.

Außerdem setzt Specialized auf das sogenannte Rider-First-Engineering, bei dem jede Rahmengröße ein eigenes Carbon-Layup erhält. Somit sollen Steifigkeit und Gewicht auf das jeweilige Fahrergewicht angepasst sein.

Die wichtigeste Eckdaten der Geometrie auf einen Blick

Lenkwinkel: 69,8°
Steuerrohlänge: 110 mm (Größe L)
Kettenstreben: 430 mm
Sitzwinkel: 74°
Reach: 441 mm (Größe L)

Es wird neben dem teuren Highend S-Works-Modell vier weiter Modelle zwischen 4999 Euro und 2499 Euro mit dem etwas schwereren Carbon-Rahmen geben und eines mit Alu-Rahmen für 1599 Euro. Für die Ladys gibt es das Womens-S-Works für 7499 Euro sowie ein Expert-Carbon-Modell für 3499 Euro und ein Alu-Epic für 2499 Euro. Das S-Works der Herren kostet mit Shimano-XTR-Di2-Schaltung 8999 Euro, mit Sram-Eagle-12fach-Schaltung 7499 Euro. Der S-Works-Rahmen soll 2699 Euro kosten.

So fährt sich das Epic Hardtail in der Praxis

MOUNTAINBIKE-Testredakteur Chris Pauls hatte im Rahmen des Roc d´Azur-Festivals in Frankreich die Möglichkeit das Specialized Epic Hardtail Pro Carbon World Cup zu testen. Die Marathon-Strecken rund um das Festival sind perfekt, um ein modernes Race-Hardtail genauer unter die Lupe zu nehmen. Steile Uphills, schnelle Traversen sowie Asphalt-Passagen aber auch äußerst ruppige Abfahrten auf zum Teil losem Schotter spicken die Strecken.

Viele Racer setzen hier auf ein Fully. Doch das Epic-Hardtail zeigte seine Stärken auf dem Kurs. Es besticht bergab und auf schnellen Highspeed-Ebenen mit seinem steifem Chassis und einem präzisem Handling. Geht es steil bergauf, lässt es sich dank der gelungenen Geometrie punktgenau um Hindernisse herumsteuern, ohne dass die Front steigt.

Aber auch bergab bleibt das Epic in den schroffen Abfahrten ruhig und meistert selbst überraschende Spurwechsel sicher und souverän. Immer hat man das Gefühl die volle Kontrolle über das Bike zu haben. Die clevere Brain-Gabel passt zudem ins Bild. Sie kann so eingestellt werden, dass sie nur bei einem Schlagimpulse den Federweg frei gibt. Stellt man die Sensibilität des Systems auf straff, passt die Gabel sehr gut zum sportlichen Charakter des Bikes.

Generell ist das Epic nämlich ein ziemlich ehrliches und effizientes Bike, das gerade so viel Komfort am Heck bietet wie gerade nötig. Auch der Aufbau des Epic Pro Carbon World Cup ist mit Sram-1x12-Eagle, leichten Carbon-Laufrädern sowie den sehr griffigen und gut rollenden Specialized-Fast-Trak-Reifen durchdacht. Einzig die hintere Shimano-XT-Bremse mit 160 mm Scheibe zeigte in langen Abfahrten etwas zu wenig Bremspower.


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Ein von Christian Pauls (@chris_pauls_mtbmag) gepostetes Foto am



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28.10.2016
Autor: Chris Pauls
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