Brake Force One H2O: MTB-Bremse mit Wasser als Bremsmedium

BFO
Foto: Chris Pauls
Ungewöhnlich, aber wahr: Die Bremsen-Spezialisten von BFO bauen die erste Bremse mit Wasser als Bremsmedium. Die BFO H2O soll trotz des geringen Siedepunkts von Wasser äußerst standfest sein.

BFO zeigt auf der Eurobike 2016 die erste Bremse mit Wasser als Bremsmedium. Die Idee kam aus dem Fahrrad-Trial-Bereich. Dort setzen Fahrer schon länger auf Wasser als Bremsflüssigkeit, um so einen knackigen, harten Druckpunkt zu bekommen. Da Trial-Fahrer keine hohen Geschwindigkeiten erreichen und somit die Bremsen nicht zum Überhitzen neigen, war der geringere Siedepunkt von Wasser bisher kein Thema.

Inspiriert von den Trialern testete BFO die aktuelle Bremse H2O mit Wasser im extremen Alpin-Bereich. Die Ergebnisse im Vergleich zu den mit Öl oder Bremsflüssigkeit befüllten Systemen sollen deutlich gewesen sein. Deutlich standfester solle sich die BFO mit Wasser verhalten haben, so die Testfahrer des schwäbischen Herstellers.

Das Entwickler-Team um Peter Voitl und Jakob Lauhoff machten sich dann an die Arbeit und versahen die Bremse mit speziellen Teflon-beschichteten Dichtungen und rostfreien Edelstahlteilen. Auch das Problem mit Frost im Winter ist bedacht: Die Bremse kommt in Serie mit destilliertem Wasser und Frostschutzmittel.

Break Force One H2O: Vorteile der Wasser-Bremse

Die Vorteile der Wasser-Bremse sollen sich auch durch die bessere Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität von Wasser erklären lassen. So nimmt Wasser Hitze zwar schnell auf, gibt sie aber auch schnell wieder ab.

Öl erhitzt sich laut Voitl hingegen zwar etwas langsamer - aber dafür gleichmäßiger, und transportiert die Wärme schlechter. Außerdem fügt Voitl hinzu, solle die gemessene Wärme hinter den Bremskolben ohnehin nur bei rund 80° liegen.

Neben dem knackigeren Druckpunkt soll zudem der unkomplizierte Umgang mit Wasser einen riesen Vorteil bieten. Keine ölverschmierten Beläge und Scheiben beim Entlüften, und selbst im hintersten Kasachstan könne die Bremse mit Wasser aus einem Bachlauf befüllt werden.

Break Force One H2O: Erster Test

MountainBIKE hatte die Möglichkeit die Bremse auf einem Parkplatz der Eurobike-Messe zu testen. Der Druckpunkt ist tatsächlich sehr hart und die Bremse extrem bissig. Die Standfestigkeit konnte natürlich nicht beurteilt werden.

Wie ihr Vorgänger bleibt die BFO H2O leicht. Die Einkolbenbremse soll ohne Scheiben 280 Gramm im Set wiegen und knapp 600 Euro kosten (ohne Scheiben).

 

BFO
Foto: Chris Pauls Die BFO H2O in Einzelteilen. Teflon-beschichtete Dichtungen sollen die Reibung gering halten, Edelstahlteile Korrosion verhindern.

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28.08.2015
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE