Mountainbikes im Test

Testbericht: Wheeler Hornet 16 (Modelljahr 2013)

MountainBIKE Wheeler Hornet 16
Foto: Dennis Stratmann
Mit schickem Carbon-Rahmen, agilem Handling und potenter Federgabel bietet das Wheeler Hornet 16 soliden Trail-Spaß - dem 160-mm-Hinterbau fehlen jedoch Reserven bergab und die Ruhe bergauf.

Was uns gefällt

  • Agil-wendiges Handling

Was uns nicht gefällt

  • In Relation teuer/schwer
  • Antriebseinflüsse bergauf
  • Hinterbau ohne Reserven

All-Mountain oder Enduro? Schon beim Blick auf Ausstattung und Geometrie-Daten entpuppt sich das Wheeler Hornet 16 als Grenzgänger. Zwar federt und dämpft das 26"-Fully mit einem 160-mm-Fahrwerk und passt so nominell in die Enduro-Liga, die eher „tourigen“ Parts wie die leicht laufenden Nobby-Nic-Reifen oder die Dreifach-Kurbel sprechen aber für den All-Mountain-Einsatz.

Letzteres gilt auch für die Geometrie des Carbon-Rahmens: So steht der Lenkwinkel mit 67,5° für heftige Enduro-Ausritte etwas steil, verspricht eher Agilität denn höchste Laufruhe. Unisono lobten die Tester dann auch die kompakt-aufrechte Sitzposition sowie das wendige Handling.

Willig wirft sich das Wheeler Hornet 16 in Trail-Kurven, wirkt trotz des für ein All-Mountain-Bike dieser Preisklasse zu hohen Gewichtes nicht träge. Kritik erntete jedoch die leichte Frontlastigkeit der „Stehposition“ sowie der nicht besonders ergonomisch geformte Lenker: Steile Abfahrten verlangen eine bedachte Linienwahl. Herzstück der Hornisse ist derweil die „SSP“-Kinematik, bei der sich der Hinterbau breit abgestützt um das Tretlager dreht – dies soll vor allem Pedalrückschlag eliminieren.

Im Fahrtest überzeugte das System aber nur bedingt. Auf dem kleinen Kettenblatt klettert das Wheeler Hornet 16 zwar emsig und nahezu wippfrei empor, auf mittlerem und großem Blatt monierten die Tester jedoch starke Antriebseinflüsse und mussten die Wippunterdrückung des Federbeins aktivieren.

Auch bergab vermag der 160-mm-Hinterbau nicht mit der erstklassigen Fox-34-Forke mitzuhalten: Kleineren Schlägen gegenüber zeigt sich die Kinematik gleichgültig, bei starken Schlägen – etwa bei Drops oder kleineren Jumps – bietet das Heck keine ausreichende Endprogression und rauscht vollends durch den Federweg.

Die Shimano-SLX/XT-Ausstattung ist funktionell, den hohen Preis rechtfertigt sie aber nicht – trotz Carbon-Rahmen, meint unser Mountainbike-Test.

Technische Daten des Test: Wheeler Hornet 16

Modelljahr: 2013
Preis: 4999 Euro
Gewicht: 14,1 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 16/18/20 ''
Getestete Rahmenhöhe: 18 ''
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 67,5 °
Sitzwinkel: 73,5 °
Sitzrohr: 460 mm
Oberrohr: 590 mm
Steuerrohr: 130 mm
Radstand: 1135 mm
Tretlagerhöhe: 335 mm
Federgabel: Fox 34 Talas CTD
Federweg: 120+160 mm
Federbein: Fox Float CTD
Federweg: 160 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX (3 x 10)
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Shimano SLX/Alexrims ES D-20
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Evo 2,4"

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Fazit:

Mit schickem Carbon-Rahmen, agilem Handling und potenter Federgabel bietet das Wheeler Hornet 16 in unserem MTB-Test soliden Trail-Spaß – dem 160-mm-Hinterbau fehlen jedoch Reserven bergab und die Ruhe bergauf.

22.05.2013