Mountainbikes im Test

Testbericht: Vivax Alpha 2.0 26" (Modelljahr 2014)

Vivax Alpha 2.0 26'' im MountainBIKE-Test
Foto: Björn Hänssler
Die Idee eines leichten und versteckten Hilfsmotors wie beim Vivax Alpha 2.0 26" ist pfiffig und die Umsetzung des Antriebs gelungen. "Offroad" nerven die unglücklichen Parts und die Befestigung von Akku und Druckknopf – hier gilt es nachzubessern.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • E-Motor sehr leicht
  • "unsichtbarer" E-Motor

Was uns nicht gefällt

  • Teils keine Offroad-Parts
  • Satteltasche lockert sich

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Als "leichtesten Fahrradantrieb weltweit" preist Vivax seinen Assist an. Recht haben die Tiroler, der in Sattelstütze und Tretlager versteckte 200-Watt-Motor wiegt mit Akku und Remote-Knopf unter zwei Kilo – kaum ein Drittel eines Bosch-Antriebs. Und nicht "un-sexy": Von außen sieht ein Vivax-Assist-Bike wie ein normales Bergrad aus.

Neben dem Nachrüstsatz (2.550 Euro) bietet Vivax drei Komplett-MTBs an. Wobei, ist das Alpha wirklich ein Geländerad? Reba-Federgabel und Shimano-XT-Antrieb sowie -Bremsen sprechen dafür. Aber beim Anblick der verbauten Semislick-Reifen wurde es den MountainBIKE-Testern Angst und Bange – diese wurden direkt ersetzt. Auch der ul­traschmale und rückgebogene Lenker mit klobigen und verrutschenden Griffen sorgte für Stirnrunzeln.

Gut, dass die Begutachtung des Assists davon bergauf ablenkt. Grundsätzlich ist ein Vivax-Rad dabei ein MTB wie jedes andere, nur circa zwei Kilo schwerer. Erst auf Knopfdruck tritt die Kurbel wortwörtlich mit. Das ist erst ungewohnt und nicht in Ansätzen mit der "unartigen" Schubkraft eines Haibike zu vergleichen. Es macht auch nicht schnell. Aber es spart Körner, und dafür ist Vivax gebaut: eine im normalen Trittfrequenzbereich spürbare Entlastung für epische Schotter-/Asphalt-Anstiege ohne technischen Anspruch.

Fotostrecke: Vivax Alpha 2.0 26" im Test – die Details

4 Bilder
Vivax Alpha 2.0 26'' im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler
Vivax Alpha 2.0 26'' im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler
Vivax Alpha 2.0 26'' im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler

Satteltaschen-Akku nicht für den Trail geeignet

Auf Uphill-Trails ist der Assist unnütz, eingeschaltet sogar unangenehm, da er etwa beim Überrollen einer Wurzel stur die Kurbel antreibt. Dafür bleibt Vivax auf leicht geneigter Piste jenseits der 25 km/h nicht stumm, spendet stets Extra-Energy. Den Weg ins Tal sollte der Rider des Vivax Alpha 2.0 26" aber fraglos auf leichten Wegen bestreiten.

Die altbacken wirkende, kurze 26"-Geometrie werden Trail-Könner noch überspielen, auch das angesprochen unglückliche Cockpit. Die "Akku-in-der-Satteltasche-Lösung" ist jedoch Trail-untauglich: Erst versagte im Bergab-Gerumpel ständig der Klemmverschluss, dann brach der Reißverschluss, schließlich rissen die Schrauben an der Strebenaufnahme.

So funktioniert Vivax Assist

Elegant und leicht: Der unter dem Namen "Gruber Antrieb" bekannt gewordene Vivax Assist ist von außen fast unsichtbar: Der Li-Ion-Akku versteckt sich in einer herkömmlichen Satteltasche, die rund 22 Zentimeter lange Motor-Getriebe-Einheit sitzt im Sattelrohr und wirkt im Tretlagerbereich auf die Kurbel ein.

Ein- und ausgeschaltet wird der Antrieb mit einem Druckknopf am Lenker. Das gesamte System wiegt laut Vivax nur 1,8 Kilo. Der wartungsfreie Hilfsantrieb ist mit der Antriebswelle der Tretkurbel durch ein Kegelrad (spiralverzahntes Winkelgetriebe) verbunden und unterstützt die Eigenleistung des Bikers mit bis zu 200 Watt.

Dank integriertem Freilauf funktioniert das Bike bei ausgeschaltetem Motor aber wie gewohnt widerstandslos. Ein optimaler Leistungsoutput wird ab 60 Pedalumdrehungen/Minute erzielt, unterstützt wird bis zu einer 90er-Trittfrequenz. Dabei gilt: Je stärker der Fahrer tritt, desto weniger unterstützt der Motor.

Gewöhnungsbedürftig: Nimmt man die Füße vom Pedal, rotiert die Kurbel weiter. Es ist ein bewusstes "Nichttreten" (besser mit kleiner Kurbelbewegung nach hinten) nötig, um den Freilauf zu aktivieren. Die Akku-Laufzeit beträgt bis zu 100 Minuten laut Hersteller. Der Antrieb passt in fast jedes Bike, kostet 2.550 Euro.

Technische Daten des Test: Vivax Alpha 2.0 26"

Modelljahr: 2014
Preis: 4.299 Euro
Gewicht: 13,9 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 40, 44, 48 cm
Getestete Rahmenhöhe: 44 cm
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Rock Shox Reba RL
Federweg: 100 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT (3x10)
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Vivax
Laufräder: Shimano SLX / Alexrims EN24
Laufradgröße: 26 ''
Reifen: Schwalbe Hurricane 2,0''

Fazit:

Die Idee eines leichten und versteckten Hilfsmotors ist pfiffig und die Umsetzung des Antriebs gelungen. "Offroad" nerven die unglücklichen Parts und die Befestigung von Akku und Druckknopf – hier gilt es nachzubessern.

Vivax Alpha 2.0 26" (Modelljahr 2014) im Vergleichstest

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Vivax Alpha 2.0 26" (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

26.09.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014