Mountainbikes im Test

Testbericht: Stöckli Beryll RS 29 (Modelljahr 2013)

Stöckli Beryll RS 29
Foto: Christoph Laue
Mit dem Beryll legt Stöckli ein tolles Carbon-29er-Debüt hin. Dank des superleichten Rahmens giert es bei Marathons oder harten CC-Rennen nach Tempo – und bietet mit hohem Sitzkomfort auch „Schweizer Gemütlichkeit“.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Superleichter Rahmen
  • Hohe Komfortwerte
  • Agil und wendig

Was uns nicht gefällt

  • Weiches Tretlager

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Testurteil sehr gut

Ein schwarzer Carbon-Pfeil zischt durchs Dickicht. Blitzschnell, als hätte er gerade erst die Sehne eines Sportbogens verlassen. Das Beryll, Twentyniner-Hardtail von Stöckli, ist los – giert nach Vortrieb, sucht sich die schnellste Linie im Kampf um Hundertstel. Stöckli? Das Familienunternehmen ist vor allem für hochwertige Ski bekannt und unterstützt zahlreiche Ski-Athleten in der Schweiz und international. Nun sind die Eidgenossen auch im Sommer auf dem Weg an die Spitze: Im Vorjahr gelang es den Teamfahrern Urs Huber und Konny Looser, die Transalp zu gewinnen – mit dem Beryll.

Das Bike sorgte auch im MB-Labor gleich für Aufsehen: Das Gewicht des Carbon-Rahmens von 974 Gramm ist schlicht sensationell und wird aktuell nur vom Scott Scale 29 unterboten. Weniger überzeugen konnte jedoch die schwache Tretlagersteifigkeit von 107 N/mm. Immerhin: In der Praxis merkten die – eher leichtgewichtigen – MB-Tester davon nichts, das Beryll scheint geschaffen für kraftvolle Antritte.

Am Berg brilliert das 9,1 Kilo leichte Bike zudem mit tiefer Front und erklimmt sehnsüchtig Gipfel um Gipfel. Auch auf dem Trail schießt es schwungvoll-agil voran, nutzt den steilen 71°-Lenkwinkel, um zackig um Kurven zu steuern, bleibt aber bei Highspeed 29er-typisch laufruhig. Dazu bietet der Kohlefaser-Rahmen dank der Spaghetti-artig dünnen Sitzstreben und der flexiblen Sattelstütze erstaunlich hohen Sitzkomfort, den auch die MB-Laborprüfung bestätigte.

Übrigens: 2013 bringen die Schweizer eine RSC-Version des Beryll, die dank hochmodularer Fasern noch einmal leichter als die getestete 2012er RSVersion sein soll.

Technische Daten des Test: Stöckli Beryll RS 29

Modelljahr: 2013
Preis: 4987 Euro
Gewicht: 9,1 kg
Rahmengewicht: 974 g
Federgabel (Gewicht): 1760 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 17/19/21 ''
Getestete Rahmenhöhe: 19 ''
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 71 °
Sitzwinkel: 73,5 °
Sitzrohr: 463 mm
Oberrohr: 616 mm
Steuerrohr: 112 mm
Radstand: 1107 mm
Tretlagerhöhe: 309 mm
Federgabel: Fox 32 Float FIT
Federweg: 100 mm
Schaltwerk: Sram XX
Schalthebel: Sram XX (2 x 10)
Kurbel: Sram XX
Umwerfer: Sram XX
Bremse: Formula R1
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: DT Swiss 350/No Tubes ZTR
Reifen: Schwalbe Rocket Ron Evo 2,25"

Fazit:

Mit dem Beryll legt Stöckli ein tolles Carbon-29er-Debüt hin. Dank des superleichten Rahmens giert es bei Marathons oder harten CC-Rennen nach Tempo – und bietet mit hohem Sitzkomfort auch „Schweizer Gemütlichkeit“.

Stöckli Beryll RS 29 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Stöckli Beryll RS 29 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

18.09.2012
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2012