Mountainbikes im Test

Testbericht: Stevens Whaka (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Stevens Whaka
Brääm! Mit dem Stevens Whaka und seinem sahnig-soften Fahrwerk lässt sich bergab bei höchster Fahrsicherheit bedenkenlos zur Enduro-Jagd blasen. Bergauf besser reichlich Zeit einplanen.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen/Bike sehr schwer
  • Träge voran, zäh hinauf

Testurteil

Testurteil gut
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So schnell kann’s gehen. Da haben wir Stevens in unserer vorherigen Ausgabe noch für das entschlackte Whaka+ mit fetter 27,5-Plus-Bereifung gelobt, nun müssen wir die Hamburger in Sachen Gewicht wieder tadeln: Das „normale“ 27,5"-Whaka hat sich anscheinend um die Diät im Hause gedrückt, hing mit 14,5 Kilo schwer an unserer Waage.

Das wäre schon für ein Enduro ganz schön zünftig, für einen 150-mm-Allrounder ist es einfach viel zu viel. Zumal der ebenfalls arg gewichtige, hochsteife Alu-Rahmen das Tuning-Potenzial einschränkt.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Stevens Whaka Shimano-„Sideswing“-Umwerfer

Wer auf 2-fach-Antriebe schwört, den verwöhnt der Shimano-„Sideswing“-Umwerfer mit höchster Präzision.

Da auch die Sitzposition durch das kurze Oberrohr kaum Sportlichkeit verströmt und das viergelenkige Heck spürbar wippelt, zockelt das Stevens Whaka in der Ebene zusammen mit dem BMC Speedfox 03 Trailcrew NX der Konkurrenz gehörig hinterher. Immerhin: Die Schwalbe-Nobby-Nic-Reifen rollen ordentlich, und die Traktion im steilen, anspruchsvollen Uphill ist monströs gut. Die Schwerkraft zerrt aber auch da an einem ...

Nur gut, dass jeder Berg einen Gipfel hat. Dort angekommen heißt es: Sattel runter, Helm festschnallen und Karambo, karacho, olé!

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Stevens Whaka „I-Spec“-Schelle

Cleane Optik, auch abseits von XT & Co.: SLX-Schalthebel und Deore-Bremshebel teilen sich eine „I-Spec“-Schelle.

Der flache Lenkwinkel und der lange Radstand des Stevens Whaka generieren exorbitante Laufruhe, dazu passt der supersofte Hinterbau mit Fox-Stoßdämpfer, der selbst kleinste Kieselchen wegschnupft und dicke Brocken quasi pulverisiert. Das gibt endlos viel Komfort, für eine aggressive, rennsportliche Fahrweise ist das gar schon zu plüschig.

So oder so schön, dass die preisgünstigere Fox-Rhythm-Gabel mit dem Sänften-Heck durchwegs mithält, die ebenso schmalpreisige Deore-Bremse zeigt sich dank großer 200/180-mm-Rotoren überraschend biss- und standfest, das breite Spank-Cockpit wirkt sehr vertrauenerweckend.

Ansonsten liegt die Ausstattung des 2699 Euro teuren Stevens Whaka auf Shimano-SLX-Niveau (2 x 11 Gänge) und damit maximal im Klassendurchschnitt.

Technische Daten des Test: Stevens Whaka

Modelljahr: 2017
Preis: 2699 Euro
Gewicht: 14,5 kg
Rahmengewicht: 3760 g
Gabel (Gewicht): 1947 g
Gewicht Laufräder: 4723 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 16", 18", 20"
Getestete Rahmenhöhe: 18"
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 97,4 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Rhythm
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Performance
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Shimano Deore
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Cruxi (Vario, 125 mm)
Vorbau: Spank Oozy 50 mm
Lenker: Specialized 760 mm
Naben: DT Swiss Mountain Classic
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 2,35"
Testurteil: Gut (196 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

11.04.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017