Mountainbikes im Test

Testbericht: Stevens Sonora SL-R (Modelljahr 2013)

MountainBIKE Stevens Sonora SL-R
Foto: Dennis Stratmann
Da sage noch einer, Twentyniner seien schwer ... Das Stevens-Hardtail bricht alle Rekorde und ist in jeder Hinsicht extrem. Extrem leicht, extrem flink - und extrem unkomfortabel. Das Stevens Sonora SL-R entzieht sich mit auf die Spitze getriebenem Leichtbau nahezu jeder Wertung.

Was uns gefällt

  • Ultraleicht, ultraschnell
  • Super edle Ausstattung

Was uns nicht gefällt

  • Kein Komfort und Reserven
  • Minimaler Einsatzbereich

7670, in Worten siebentausendsechshundertsiebzig Gramm – das Stevens Sonora SL-R ist das leichteste Serien-Bike der Welt! Ermöglicht wird dies zum einen durch einen relativ leichten Carbon-Rahmen (1099 g), vor allem aber durch das durch und durch asketische Parts-Konzept.

So „dämpft“ an der Front statt einer Federgabel eine Carbon-Starrgabel, die Kraftübertragung übernimmt eine sündhaft teure Carbon-Kurbel von THM (das Testrad kam „nur“ mit XTR), gerollt wird auf 29"-Carbon-Laufrädern sowie wahlweise auf Schlauchreifen von Tofu oder auf extrem leichten Furious-Fred-Pneus von Schwalbe, welche die Bezeichnung Stollenreifen eigentlich nicht verdienen ...

Wer so was braucht? Nun, immerhin sind einige Marathon-Profis in den Vorjahren bei technisch leichteren Etappenrennen wie der Trans Schwarzwald mit ebensolchen abgespeckten Rennflundern an den Start gegangen.

Auch die MountainBIKE-Tester gaben sich (bergauf) voll dem Temporausch hin: Einmal aufgesattelt, brennt buchstäblich der Berg. Jedes Muskelflimmern wandelt das steife Carboni gnadenlos in Vortrieb um, auch im Vergleich zu „normalen“ Highend-Racebikes spielt das Hanse-Bike in einer völlig anderen Uphill-Liga.

Allerdings braucht es auch bergauf eine strenge Führhand, schon kleinere Stufen bringen den Fahrer durch die fehlende Federung aus dem Sattel – ganz wie früher. Im Downhill fühlt man sich dann endgültig in die 90er-Jahre rückversetzt: Jeder Kiesel wird umgehend an die Bandscheiben durchgereicht, selbst die großen Laufräder spenden nur etwas Restkomfort.

Immerhin: Dank der 29"-Wheels kommen selbst in steilen Bergabpassagen kaum Überschlagsgefühle auf, auch wenn Starrgabel und sehr steiler Lenkwinkel nur versierten Piloten einen Hauch von Fahrspaß vermitteln dürften, so unser MTB-Test.

Technische Daten des Test: Stevens Sonora SL-R

Modelljahr: 2013
Preis: 5999 Euro
Gewicht: 7,7 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 18/20/22 ''
Getestete Rahmenhöhe: 18 ''
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 71,5 °
Sitzwinkel: 74,5 °
Sitzrohr: 457 mm
Oberrohr: 603 mm
Steuerrohr: 94 mm
Radstand: 1087 mm
Tretlagerhöhe: 291 mm
Federgabel: Stevens Sonora Carbon SL
Federweg: - mm
Schaltwerk: Shimano XTR
Schalthebel: Shimano XTR (3 x 10)
Kurbel: THM Clavicula MTB
Umwerfer: Shimano XTR
Bremse: Shimano XTR Race
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: Ritchey WCS Carbon
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Furious Fred Evo 2,0"

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Fazit:

Extrem leicht, extrem flink – und extrem unkomfortabel. Das Sonora SL-R entzieht sich mit auf die Spitze getriebenem Leichtbau nahezu jeder Wertung in unserem Mountainbike-Test.

31.05.2013