Mountainbikes im Test

Testbericht: Steppenwolf Tycoon AM 50 (Modelljahr 2015)

MountainBIKE Steppenwolf Tycoon AM 50
Foto: Benjamin Hahn
Auf dem Steppenwolf Tycoon AM 50 erlebt der Fahrer ein Wechselbad der Gefühle. Durchaus ist das Steppenwolf Tycoon AM 50 ein Rad zum Wohlfühlen auf Touren, aber dennoch kann vor allem das Fahrwerk auf anspruchsvollen Trails im All-Mountain-Stil nicht mithalten.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Angenehme Sitzposition

Was uns nicht gefällt

  • „Bockiger“ Hinterbau
  • Zu schwache Bremse
  • Geringere Laufruhe

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil befriedigend

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Ein Tycoon kontrolliert gemeinhin seine Umgebung komplett. Ähnliches beansprucht auch das Steppenwolf Tycoon AM 50, und der erste Eindruck ist durchweg positiv. Draufsitzen, wohlfühlen!

Dazu rollen die Conti-Reifen mit Race-Sport-Karkasse hervorragend, sind aber auch pannenanfällig.

Leider währt die positive Vorstellung nur auf flachen Schotterpisten und einfachen Wegen. Sobald es stärker bergauf geht, macht sich der eher flache Sitzwinkel bemerkbar: Der Fahrer tritt von hinten, müht sich auch aufgrund des hohen Gewichts sichtlich den Berg hinauf – obwohl der Hinterbau recht antriebsneutral bleibt.

Auch bergab wird das Steppenwolf Tycoon AM 50 seinem Namen nicht gerecht, Kontrolle ist nicht seine Stärke.

 

MountainBIKE Steppenwolf Tycoon AM 50 Tretlager
Foto: Benjamin Hahn Unsauber gearbeitet: Im Tretlager des Steppenwolf Tycoon AM 50 fand MountainBIKE Metallspäne – vermutlich vom nachträglichen Ausfräsen des Sitzrohrs. Auf lange Sicht wäre das wohl zum Schaden des Tretlagers gewesen.

Das liegt vor allem am kurzen Reach, der Fahrer steht im Downhill mehr über als im Rad, es mangelt an Laufruhe. Dazu „passt“ die Hinterradfederung: Der Viergelenker mit Rock-Shox-Federbein spricht straff an, wird dann degressiv und „bockt“ regelrecht in holprigen Passagen. Besser: Die sensible Revelation-Gabel macht einen starken Job.

Auch bei der Ausstattung lässt das Steppenwolf Tycoon AM 50 Federn, am Shimano-Schaltwerk fehlt die Kettenstabilisation „Shadow Plus“, und die schwachbrüstigen Bremsen unter Deore-Niveau greifen für ein AM längst nicht sicher genug zu.

Technische Daten des Test: Steppenwolf Tycoon AM 50

Modelljahr: 2015
Preis: 1899 Euro
Gewicht: 14,0 kg
Rahmengewicht: 3710 g
Federgabel (Gewicht): 1755 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Rock Shox Revelation RL
Federweg: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT3
Federweg: 150 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano Deore (3 x 10)
Kurbel: FSA Afterburner
Umwerfer: SLX
Bremse: Shimano M395
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Race Face Ride
Laufräder: Shimano XT/Ryde Rival
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Continental Mountain King II RS 2,4"

Fazit:

Auf dem Steppenwolf Tycoon AM 50 erlebt der Fahrer ein Wechselbad der Gefühle. Durchaus ist das Steppenwolf Tycoon AM 50 ein Rad zum Wohlfühlen auf Touren, aber dennoch kann vor allem das Fahrwerk auf anspruchsvollen Trails im All-Mountain-Stil nicht mithalten.

Steppenwolf Tycoon AM 50 (Modelljahr 2015) im Vergleichstest

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Test: 9 All-Mountains unter 2.000 Euro

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Steppenwolf Tycoon AM 50 (Modelljahr 2015) im Vergleich mit anderen Produkten

05.08.2015
Autor: Max Hilger
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2015