Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Stumpjumper S-Works 29 (Modelljahr 2013)

In MountainBIKE 1112: 5 Luxus-Mountainbikes im Test
Foto: Ralph Klohs
Die Allround-Eigenschaften des Stumpis sind nicht zu toppen. Mit Brain-Hinterbau, 29er-Konzept oder dem bis ins Detail durchdachten Aufbau mit Kettenführung, Vario-Stütze und „Autosag”-Abstimmhilfe überzeugt das Stumpjumper S-Works auf der ganzen Linie.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Durchdachte Ausstattung
  • Sensibles Fahrwerk
  • Griffige 29er-Reifen
  • Ausgewogene Geometrie

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Testsieger Testurteil überragend

Mit 29 Zoll will das Stumpi S-Works die All-Mountain-Liga erobern. Der eigenständige Hinterbau, bei dem die Amis auf das patentierte Brain-System setzen, ist mit praktischer „Autosag”-Abstimmhilfe schnell auf den Fahrer optimiert. Zudem kann über den Brain-Einstellknopf am Heck der Dämpfer so justiert werden, dass dieser bei harten Antritten blockiert ist. Kommt ein Schlag von unten, öffnet sich das Ventil dennoch innerhalb von Millisekunden.

Über mehrere Klicks lässt sich das „Brain” so einstellen, dass die 140 mm Federweg permanent zur Verfügung stehen oder einen Kompromiss aus straffem Heck und komfortspendendem Einfederverhalten bieten. An der Front setzt Specialized auf eine Fox-32-Gabel mit 130 mm Hub und Talas-Absenkung. Auch an Details, wie Kettenführung und Bashguard, wurde am sündhaft teuren S-Works gedacht. Dass die Abstimmung via Autosag funktioniert, spürt der Pilot sofort.

 

MountainBIKE Luxus Bikes - Specialized Stumpjumper S-Works 29
Federkennlinien: Gabel und Dämpfer sind perfekt aufeinander abgestimmt. Das deckt sich auch mit den Aussagen in der Praxis. Nur gegen Ende kitzelt der Hinterbau ein paar Millimeter heraus, während die Gabel früher in die Endprogression geht.

Im offenen Brain-Modus bügelt der schluckfreudige Hinterbau den Untergrund „gründlich” platt und zeigt sich deutlich sensibler als die Fahrwerke von Scott und Cube. Laufruhig rollen die 29er-Laufräder über Felsformationen und motivieren in Steilstücken oder verblockten Passagen zu einer direkten Linienwahl. Selbst an hohen Kanten kommen nie Überschlagsgefühle auf. Nachteil langer Radstand? Fehlanzeige.

Trotz 600-mm-Oberrohr und langer 450-mm- Kettenstreben zieht das S-Works zügig um Turns. Der steile, auf 29er-Laufräder angepasste Lenkwinkel von 69,5° sorgt für Wendigkeit. Zwar fallen die dünnen Gabelstandrohre und der niedrige Lenkkopfwert (65 Nm/°) nicht negativ auf, doch Enduristen oder schwere Fahrer sollten ein Auge auf das günstigere Evo-Modell mit Fox-34-Gabel werfen.

Bergauf profitiert das Specialized wiederum vom leichten Aufbau. Traktionsstark und mit ausgewogener Sitzposition zieht es zügig die steilsten Stiche hoch. Die Laufräder fallen im Vergleich zu den soliden Wheels im Cannondale und Liteville leicht aus und adeln das Stumpjumper damit zum besten Allrounder innerhalb dieses elitären All-Mountain-Vergleichs.

Technische Daten des Test: Specialized Stumpjumper S-Works 29

Modelljahr: 2013
Preis: 7999 Euro
Gewicht: 11,8 kg
Rahmengewicht: 2619 g
Federgabel (Gewicht): 1829 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 69,5 °
Sitzwinkel: 75,5 °
Sitzrohr: 430 mm
Oberrohr: 596 mm
Steuerrohr: 99 mm
Radstand: 1144 mm
Tretlagerhöhe: 337 mm
Federgabel: Fox 32 Talas 29er
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Specialized Brain
Federweg getestet: 140 mm
Schaltwerk: Shimano XTR
Schalthebel: Shimano XTR (2 x 10)
Kurbel: S-Works
Umwerfer: Shimano XTR
Bremse: Shimano XTR
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: Roval Control Trail SL
Reifen: Specialized Purgatory/G. Control 2,3"

Fazit:

Die Allround-Eigenschaften des Stumpis sind nicht zu toppen. Mit Brain-Hinterbau, 29er-Konzept oder dem bis ins Detail durchdachten Aufbau mit Kettenführung, Vario-Stütze und „Autosag”-Abstimmhilfe überzeugt das Stumpjumper S-Works auf der ganzen Linie.

Specialized Stumpjumper S-Works 29 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Specialized Stumpjumper S-Works 29 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

26.11.2012
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2012