Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Stumpjumper FSR Comp (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Specialized Stumpjumper FSR Comp
Ein Klassiker, der Klasse hat! Das Specialized Stumpjumper FSR Comp ist ein All-Mountain mit Beste-Laune-Garantie – leichtfüßig, höchst drehfreudig und verspielt. Wäre mit potenterer Gabel Testsieg-Aspirant.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Schwächere Federgabel

Testurteil

Kauftipp Testurteil sehr gut
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Das erste Volks-Mountainbike? War das Stumpjumper! Specialized produzierte es im Jahre 1981 als erstes Geländerad überhaupt in Serie. Dereinst natürlich ungefedert. Kein Wunder, dass das Stumpi zur Legende wurde und dass es bis heute zu den begehrtesten Bikes weltweit gehört. Speziell die 29"-Version hatte es uns dabei zuletzt echt angetan (Testsieger „King of Trail“, Ausgabe 9/16).

Kann das 27,5"-Pendant mit mehr Federweg (150 statt 135 mm) da mithalten? Yes, it can! In Sachen Fahrspaß düpiert das Specialized Stumpjumper FSR Comp gar die Konkurrenz, mit keinem Bike sind wir so lustvoll über unsere Teststrecke gecarvt.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Specialized Stumpjumper FSR Comp „Autosag“ am Federbein

Dank eines zweiten Ablassventils („Autosag“) gelingt auch Fully-Novizen die Abstimmung des Hinterbaus auf Anhieb.

Und das, obwohl es sich aktuellen Strömungen eher verweigert. Der Lenkwinkel steht mit 67° steiler als beim Gros der Konkurrenz, der Radstand ist der mit Abstand kürzeste, überhaupt kommt das Specialized Stumpjumper FSR Comp im Vergleich sehr kompakt daher. Dadurch lässt es in Sachen Laufruhe naturgemäß etwas Federn, aber es zaubert die Spielfreude, Agilität und Wendigkeit auf den Trail, die für die All-Mountain-Kategorie eigentlich mal prägend war.

Und leichtfüßig ist das Specialized Stumpjumper FSR Comp dabei auch noch unterwegs. 13,2 Kilo Gesamtgewicht sind relativ wenig, die Specialized-Reifen sind schön griffig, rollen dennoch gut.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Specialized Stumpjumper FSR Comp Aussparungen im Ahead-Deckel

Detailverliebt: Die Aussparungen im Ahead-Deckel sparen zwar nur ein, zwei Gramm, sehen aber cool aus.

Prima ergänzt wird der pfiffige Charakter vom viergelenkigen Hinterbau: Der werkelt im Uphill sehr effizient bei feiner Traktion, wippt nicht störend. Im Talschuss gefällt das Heck dann mit aktivem Ansprechverhalten und hohen Rückstellkräften – kein Komfortwunder, jedoch buchstäblich stets zur Stelle, nie wegsackend, immer stabil im Federweg.

Schade, dass die Revelation-Gabel da nicht mithalten kann. War sie vor ein paar Jahren noch ein Top-Produkt dieser Klasse, agieren Fox 34 und RS Yari/Pike heute viel schluckfreudiger, sind mit ihren breiten Standrohren auch stabiler. Und sonst? Durchdachte Ausstattung, nur 1 x 11 Gänge, aber mit kleinem 30er-Blatt.

Technische Daten des Test: Specialized Stumpjumper FSR Comp

Modelljahr: 2017
Preis: 2799 Euro
Gewicht: 13,2 kg
Rahmengewicht: 3250 g
Gabel (Gewicht): 1783 g
Gewicht Laufräder: 4736 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 79,9 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation RL Boost
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT Autosag
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Race Face Aeffect
Umwerfer: -
Bremse: Sram Guide R
Bremsen-Disc vorne: 180 mm (Gr. L/XL: 200 mm)
Bremsen-Disc hinten: 160 mm (Gr. L/XL:180 mm)
Sattelstütze: Specialized Command Post IRcc (Vario, 125 mm)
Vorbau: Specialized 60 mm
Lenker: Specialized 760 mm
Naben: Specialized
Felgen: Roval Traverse
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Specialized Butcher/Slaughter Grid 2,3"
Testurteil: Sehr gut (219 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

11.04.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017