Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized S-Works Epic FSR World Cup (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic FSR World Cup
Wer ein betont spritziges, direktes, ja, aggressives Racefully sucht, sitzt auf dem wunderschönen Specialized S-Works Epic FSR World Cup goldrichtig. Auch Fahrwerk und Parts sind super. Knapp am „überragend“ vorbei.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Relativ steile Frontpartie

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Wohl kein Racefully hat mehr Rennmeter im Weltcup absolviert als das Specialized Epic. Schuld ist Jaroslav Kulhavy, Olympiasieger von 2012. Der Tscheche schwört auch auf leichten Strecken, wo die Konkurrenz das Hardtail wählt, auf Vollfederung.

Apropos: Clou am Specialized S-Works Epic FSR World Cup ist die „intelligente“ Brain-Federung. Am Heck und in der Gabel sitzt ein Massenträgheitsventil, das die Federung nur bei Stößen vom Untergrund freigibt – ein Lenker-Remote zur Straffung des Fahrwerks (wie bei den sieben anderen Testbikes) ist unnötig. Wobei der Auslösewiderstand vorne stufenlos, hinten in vier Klicks regulierbar ist.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic FSR World Cup Brain-Federung

Brain-Federung: Ein in vier Klicks regulierbares Massenträgheitsventil am Hinterrad reagiert auf Stöße vom Untergrund.

Speziell am viergelenkigen Hinterbau funktioniert dies in der Praxis perfekt, die Gabel empfanden wir mit höherer Brain-Stufe etwas störrisch. Netter Nebeneffekt: Ohne Doppel-Remote fehlen auch zwei Züge, das Cockpit des Specialized S-Works Epic FSR World Cup sieht im Vergleich herrlich „clean“ aus, das ganze Bike wirkt elegant und schnell.

Und das ist es auch! Zwar unterbietet das Specialized S-Works Epic FSR World Cup nur hauchdünn die 10-Kilo-Marke (Brain treibt das Rahmengewicht hoch), dafür ist die rotierende Masse dank der Carbon-Wheels verführerisch leicht. Das lockt zu hemmungslosem Vollgas in allen Biker-Lagen, das Specialized S-Works Epic FSR World Cup ist von bestechender Spritzigkeit, dabei angespornt vom wippfreien, dennoch sehr traktionsstarken Heck – fantastisch.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic FSR World Cup SID-Gabel mit Brain-Federung

Auch die SID-Gabel kommt mit Specialized-eigener Brain-Dämpfung. Am Hinterbau funktioniert dies aber besser.

Im Talschuss behält das Specialized S-Works Epic FSR World Cup seinen hochagilen Charakter bei. Extrem direkt im Handling, wedelt es herzhaft und verspielt von Kurve zu Kurve.

An die eigentümliche Frontpartie mussten wir uns aber gewöhnen: Der Lenkwinkel steht mit 71° außerordentlich steil, der lange 100-mm-Vorbau zwingt einen noch weiter über das Vorderrad. So ganz satt und sicher liegt das Specialized S-Works Epic FSR World Cup daher nicht, obwohl der Hinterbau erneut brilliert: sensibel, stabil, schluckfreudig.

Typisch Specialized, die (edle) Ausstattung ist bis ins Detail durchdacht. Und: zwei Flaschenhalter im Rahmen.

Technische Daten des Test: Specialized S-Works Epic FSR World Cup

Modelljahr: 2017
Preis: 8499 Euro
Gewicht: 10,0 kg
Rahmengewicht: 2370 g
Federgabel (Gewicht): 1521 g
Gewicht Laufräder: 3396 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 74,5 Nm/°
Federgabel: Rock Shox SID Brain World Cup
Federweg getestet: 100 mm
Federbein: Fox/Specialized Future-Shock Mini-Brain
Federweg getestet: 95 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 34 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram XX1 Eagle
Schalthebel: Sram XX1 Eagle
Kurbel: Sram XX1 Eagle
Umwerfer: -
Bremse: Sram Level Ultimate
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: S-Works Carbon
Vorbau: Syntace F109 100 mm
Lenker: Specialized 730 mm
Naben: Roval Control SL Carbon
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Specialized Fast Trak/Renegade 2Bliss 2,1"
Testurteil: Sehr gut (223 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

09.12.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016