Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Rockhopper Comp 29 (Modelljahr 2013)

MountainBIKE Specialized Rockhopper Comp 29
Foto: Dennis Stratmann
Ein 29er für unter 1000 Euro – geht das? Das Specialized Rockhopper Comp 29 gibt die (positive) Antwort! Das MTB bietet für nur 850 Euro beste 29er-Eigenschaften und zudem einen funktionalen Ausstattungsmix. Im Anstieg fehlt wegen des hohen Gewichts die Spritzigkeit.

Was uns gefällt

  • Ausgewogenes Handling
  • Wohlfühl-Sitzposition
  • Funktionelle, aber doch ...

Was uns nicht gefällt

  • ... teils schwere, billige Parts

29er-Fahrspaß muss nicht teuer sein – das will das 850 Euro „günstige“ Specialized Rockhopper Comp 29 beweisen. Die Basis des Hardtails bildet ein solider, hochwertig wirkender Alu-Rahmen, der mit funktionalen, aber weniger prunkvollen Parts bestückt ist. So rotiert am Antrieb eine Dreifach-Kurbel von Suntour, die immerhin ein „29er-freundliches“ 22er-Kettenblatt bietet. Das Shimano-Deore-Schaltwerk in Kombination mit Alivio-Schalthebeln erlaubt lediglich neun Schaltvorgänge am Heck – und nur eine 11–34er- Kassette. Aber: Für fast alle Einsatzbereiche reicht die Übersetzung völlig aus.

Unaufgeregt, mit exaktem Handling zieht das Specialized Rockhopper Comp 29 bergan, die tiefe Front (über Spacer verstellbar) hält selbst an steilen Stichen Bodenkontakt. Einzig das hohe Gewicht und die schweren Laufräder bremsen den Bergaufdrang spürbar. Tuning-Tipp: die Grip-starken, aber etwas schweren, zudem schmalen Specialized-Reifen gegen leichtere Pneus tauschen.

Die Rock-Shox-XC-Gabel an der Front wirkt optisch filigran, bietet aber ausreichende Steifigkeit und lässt sich für Wiegetrittauffahrten zudem blockieren. In der Abfahrt spricht die Stahlfedergabel fein auf Unebenheiten an, kommt bei groben Schlägen aber recht früh an die Grenzen der 100 mm Federweg. Grundsätzlich bieten die 29-Zoll-Laufräder auch am Specialized Rockhopper Comp 29 die typischen Tugenden wie Spurtreue und hohen Abrollkomfort, in Highspeed-Passagen verlangt der recht steile 71°-Lenkwinkel jedoch ein ruhiges Händchen am Volant. Dafür drücken auch 29er-Novizen das agile Specialized Rockhopper Comp 29 spielerisch leicht um Turns, das gelungene Cockpit (700 mm Lenkerbreite, 70 mm Vorbaulänge) sorgt für Präzision und Sicherheit.

Dank der ausbalancierten, zentralen Sitzposition lädt das Specialized Rockhopper Comp 29 selbst zu stundenlangen Touren ein und bietet somit nicht nur Einsteigern ein solides Fahrvergnügen. Sogar ein Alpencross ist mit ­einem solch ausgewogenen 29er-Hardtail vorstellbar. Zudem bietet der Rahmen ­eine sehr gute Tuning-Basis, urteilt unser Mountainbike-Test.

Technische Daten des Test: Specialized Rockhopper Comp 29

Modelljahr: 2013
Preis: 849 Euro
Gewicht: 13 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 15,5/17,5/19/21/23 ''
Getestete Rahmenhöhe: 19 ''
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkwinkel: 71 °
Sitzwinkel: 74 °
Sitzrohr: 483 mm
Oberrohr: 627 mm
Steuerrohr: 114 mm
Radstand: 1108 mm
Tretlagerhöhe: 309 mm
Federgabel: Rock Shox XC 28
Federweg: 100 mm
Schaltwerk: Shimano Deore
Schalthebel: Alivio (3 x 9)
Kurbel: SR Suntour XCR
Umwerfer: Shimano Acera
Bremse: Tektro Draco 2
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: Specialized/RH Disc
Reifen: Specialized G. Control Sport 2,1"

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Fazit:

Das Specialized Rockhopper Comp bietet für nur 850 Euro beste 29er-MTB-Eigenschaften und zudem einen funktionalen Ausstattungsmix. Im Test fehlt wegen des hohen Gewichts die Spritzigkeit.

15.05.2013