Mountainbikes im Test

Testbericht: Simplon Kuro 275 Alu Pro 22 (Modelljahr 2016)

MountainBIKE Enduros
Foto: Dennis Stratmann
Mehr verspielt als Speed-süchtig: Klassische Werte prägen das Simplon Kuro mit 160 Millimeter Federweg. Ist das Kuro noch zeitgemäß? Wir haben's getestet.

Was uns gefällt

  • Agiles, wendiges Handling
  • Recht behände bergauf
  • Gelungenes, feinfühliges Fahrwerk

Was uns nicht gefällt

  • Im groben Downhill weniger laufruhig

Loading  

Immer länger, immer flacher – die aktuelle Enduro-Generation ist von den Wünschen der Race-Profis geprägt. Hobby-Enduristen fehlt jedoch oft die „Handlichkeit“. Simplon widersetzt sich dem Trend, die Geometrie des für 2016 überarbeiteten Alu-Kuros ist weit weniger progressiv: So steht der Lenkwinkel bei eher steilen 66,5 Grad, Oberrohr und Reach (= Reichweite im Stehen) sind kurz gezeichnet.

Das alles spricht für hohe Agilität und Drehfreude. Die längeren Kettenstreben – auch das wider dem Trend – hingegen sollen für Laufruhe sorgen. Die restlichen Eckdaten sind standesgemäß: 27,5"-Laufräder, 160 mm Federweg an Front und Heck, Alu-Rahmen ohne viel Schnickschnack. Optimiert für lange, alpine Ausritte wirkt die im Simplon-Baukasten noch anpassbare Ausstattung: viel Shimano XT, viel Solidität, weniger „Sex“.

Fotostrecke: Im Test: Enduro-Bike Simplon Kuro 275 Alu Pro 22

4 Bilder
MountainBIKE Enduros Foto: Dennis Stratmann
MountainBIKE Enduros Foto: Dennis Stratmann
MountainBIKE Enduros Foto: Dennis Stratmann

Fahrbericht: Das Simplon Kuro 275 Alu Pro 22 im Test

Und auch im Sattel zeigt sich, dass es wildere Enduro-Partner gibt als das Simplon Kuro 275 Alu Pro 22. Die Sitzposition ist relaxt, kompakt, fast zu kurz. Spielerisch im Handling, sehr direkt und im Höchstmaß wendig, swingt das Simplon Kuro von Kurve zu Kurve. Unsicherheit kommt selten auf, so satt wie Votec oder Radon liegt das Simplon Kuro 275 Alu Pro 22 aber bei Weitem nicht.

Dafür ist es im Vergleich zu den „New-school-Enduros“ schlicht zu kurz, zu steil an der Front – und der Lenker mit 740 mm zu schmal. Aber es hat andere Qualitäten: Obwohl wahrlich nicht leicht, beschleunigt das Simplon Kuro 275 Alu Pro 22 recht flott, der Hinterbau wippt kaum (ist bergab aber dennoch feinfühlig und schluckfreudig), die Kletterposition passt.

Unterm Strich richtet sich das Simplon Kuro 275 Alu Pro 22 somit an den Alpen-Tourer oder den Al-Mountain-Biker auf der Suche nach einem Schuss mehr Federweg – und weniger an den Hardcore-Enduristen.

 

MountainBIKE Enduros
Foto: Dennis Stratmann Lukas Hoffmann, MountainBIKE-Volontär

Fazit vom Volontär Lukas Hofmann

„Mir als CC-Racer gefällt das äußerst wendige Handling des Kuro ausgezeichnet. Das Plus an Agilität und Drehfreude gleicht für mich die mangelnde Laufruhe voll aus. Schade, dass es doch ganz schön schwer ist.“

Technische Daten des Test: Simplon Kuro 275 Alu Pro 22

Modelljahr: 2016
Preis: 3499 Euro (Baukasten)
Gewicht: * 14,3 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Rock Shox Yari RC
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus RC3
Federweg getestet: 160 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT (2 x 11)
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV Integra (Vario)
Laufräder: Simplon AXM 1750
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf TLE 2,35"

* Gewicht Komplettbike

Mehr zu ...


13.01.2016