Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Spark 720 Plus (Modelljahr 2017)

Foto: Andreas Frank MOUNTAINBIKE Scott Spark 720 Plus
Super! Das Scott Spark 720 Plus zeigt, dass 27,5-Plus-Fullys mehr als (dicke) Sicherheits- und Komfortwunder sein können. Es rollt wirklich flott, kraxelt perfekt, fährt souverän ab, macht einfach riesig Spaß.
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Noch ein Pionier. Scott hat das Format 27,5 Plus nicht erfunden, aber doch stärker forciert als alle anderen Hersteller. So walzten im Vorjahr Plus-Varianten der Erfolgsmodelle Scale, Genius und Genius LT über den Trail, 2017 bekommt nun das legendäre Spark sein Plus ab.

Mit den Breitreifen wirkt das Scott Spark 720 Plus zwar nur wie ein entfernter Verwandter des 29er-Spark, auf dem Nino Schurter und Jenny Rissveds zu Olympia-Gold hämmerten, einige Technologien sind aber gleich. Etwa das kopfstehende Nude-Federbein oder das Twinloc-System: Via Lenkerfernbedienung lässt sich das Fahrwerk öffnen, schließen oder in den Traktionsmodus schalten. Letzterer kürzt den Heckfederweg von 120 mm auf 85 mm und dämpft die 130-mm-Gabel stärker.

Foto: Andreas Frank MOUNTAINBIKE Scott Spark 720 Plus Remote Fox-Vario-Stütze

Kommandozentrale: Der Remote zur Fox-Vario-Stütze sowie die Doppel-Fernbedienung fürs Fahrwerk teilen sich eine Schelle.

Braucht es solche Technik-Schmankerln aus dem Weltcup an einem spaßbetonten Bike?

Ja, dem Scott Spark 720 Plus steht‘s gut, denn im Test ist es mit Abstand das sportivste, das flinkste, auch das leichteste Bike. Das Scott Spark 720 Plus beschleunigt feurig, klettert geschickt, die Sitzposition ist dabei angenehm sportlich mit viel Druck auf der Front. Kurzum: das einzige Testrad, mit dem wir zum Alpencross aufbrechen würden.

Nötig wäre dazu wohl eine breitbandigere Kassette, etwa von Hope oder E13, um die 1 x 11-Sram-GX-Schaltung auf hohe Berge abzustimmen. Der Rest der Ausstattung ist sinnvoll, wenn auch nicht überall von edelster Güte.

Foto: Andreas Frank MOUNTAINBIKE Scott Spark 720 Plus Fox-Nude-Federbein

Das speziell für Scott entworfene, kurz bauende Fox-Nude-Federbein steht quasi auf dem Kopf im Rahmen.

Die eigentliche Sensation aber ist, wie lustvoll das Scott Spark 720 Plus den Trail rockt, wie unerschrocken es sich in deftige Abfahrten stürzt. Zwar hat das 130/120-mm-Fahrwerk naturgemäß keine Megareserven, es spricht aber akkurat an, geleitet stabil durch den Hub bei angenehmer Endprogression.

Vor allem ist das Handling des hochsteifen Scott Spark 720 Plus ein Gedicht. Genial ausbalanciert zwischen betörender Agilität und beruhigender Laufruhe, macht das die fehlenden zwei Zentimeter Federweg mehr als wett.

Technische Daten des Test: Scott Spark 720 Plus

Modelljahr: 2017
Preis: 3499 Euro
Gewicht: 13,5 kg
Rahmengewicht: 3250 g
Gabel (Gewicht): 1894 g
Laufräder: 4489 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 99,0 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance Remote
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Nude DPS Evol Perf. Remote
Federweg getestet: 85+120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Sram GX1
Umwerfer: -
Bremse: Shimano Deore
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer (Vario, 125 mm)
Vorbau: Syncros FL2.0 50 mm
Lenker: Syncros FL1.5 760 mm
Naben: Syncros 3.0 Plus
Laufradgröße: 27,5+
Reifen: Maxxis Rekon Exo 3C 2,8"
Testurteil: Überragend (225 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

10.03.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017