Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Spark 700 Ultimate Di2 (2015)


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Scott Spark 700 Ultimate Di2
Foto: Detlef Göckeritz

 

Scott Spark 700 Ultimate Di2
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Spritzig im Antritt, genial im Handling, zackig bergab – das Scott Spark 700 Ultimate Di2 gefällt als Race- wie Tourenfully. Mit gelungener Di2/iCTD-Integration weist es zudem den Weg in die Zukunft.

Was uns gefällt

  • Exzellentes Handling
  • Ultraleichter Rahmen
  • Di2/iCTD gut integriert

Was uns nicht gefällt

  • Antriebseinflüsse

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Testurteil überragend

Feder- statt Starrgabel, Disc statt Felgenbremse, 27,5" statt 26" – nein, an Innovationsmangel litt die MTB-Branche noch nie. Und doch blickte mancher High-Tech-Fan zuletzt neidisch zur eigentlich konservativen Rennradfraktion, die sich dank Shimanos elektronischer Di2-Schaltung seit Jahren sagenhaft schnell, präzise und mühelos von Gang zu Gang klickt.

Fotostrecke: Scott Spark 700 Ultimate Di2 (2015) im Einzeltest

7 Bilder
Scott Spark 700 Ultimate Di2 Foto: Detlef Göckeritz
Scott Spark 700 Ultimate Di2 Foto: Detlef Göckeritz
Scott Spark 700 Ultimate Di2 Foto: Detlef Göckeritz

Vorbei nun die Schmach, jetzt elektrisiert die Shimano XTR Di2 (erster Test) auch MTBler, dazu gesellen sich mehr und mehr stromgetriebene Helferlein. Für Puristen mag all das Gefiepe und Gepiepe ein Graus sein, Technikfreaks ergötzen sich hingegen am Tanz der Elektronen.

Und der setzt auch eines der berühmtesten Fullys der MTB-Geschichte unter Strom: Das Scott Spark 700 Ultimate Di2, Garant für Rennsiege wie für rasante Trail- Touren, schaltet in der abartig teuren Ultimate-Version mit dem Wunderwerk Shimano XTR Di2.

Mehr noch, die Schweizer verbauen zudem die elektronische Fahrwerksregelung iCTD von Fox, angepasst an die hauseigene Traction- Control-Philosophie. Vom kleinen Schalter befehligt, switchen Federgabel und -bein zwischen drei Modi hin und her – manuell, nicht automatisch.

Der Clou: iCTD und Di2 teilen sich Display und Akku, den Scott elegant in die Dämpferaufnahme implantiert hat. Dennoch fällt der Elektrozauber an der schwarzen Schönheit auf. Speziell der Servomotor am Federbein wirkt arg klobig, und für die Kabel um und am Lenker passt das Wort Salat – obwohl sich Scott mit im Rahmeninneren verlaufenden Leitungen Mühe gegeben hat. Aber es fehlt noch an Di2- optimierten Cockpits.

Scott Spark 700 Ultimate Di2 im Praxistest

Genug der Vorrede, springt der Funke auf dem Trail über? Zunächst gilt’s, sich an die Shimano XTR Di2 zu gewöhnen. Die filigranen Hebel zum Rauf-/Runterschalten liegen eng aneinander, Verschalter sind nicht selten. Und der auf Wunsch automatisch schaltende Umwerfer samt ebenfalls automatisch „gegenschaltendem“ Schaltwerk wird vielen wie schwarze Magie vorkommen (die Parts der Shimano XTR Di2).

Einmal akklimatisiert, macht das Schalten und Walten jedoch einen Heidenspaß, funktioniert dazu brillant: exakt, schnell, definiert ohne viel Fingerkraftaufwand. Auch die iCTD-Bedienung gelingt intuitiv. Wer den linken Shimano XTR Di2-Hebel weglässt (Stichwort Syncro-Shift), hat die Fahrwerksverstellung sogar noch besser im Griff.

Denn nötig ist sie. Wie beim „konventionellen“ Spark wippt die Heckfederung im offenen Modus deutlich, sackt im Steilen ab – was zusammen mit dem Versatz der Sattelstütze für eine hecklastige Sitzposition sorgt. Erst im Trail/Traction-Mode kraxelt das Carbon-Spark mit der ihm durch sein Traumgewicht geschenkten Leichtfüßigkeit, beschleunigt gierig, lässt wohl etwas Traktion vermissen.

Ein Feuerwerk brennt das Scott Spark 700 Ultimate Di2 dann im Talschuss ab: Gesegnet mit einem brillanten Handling – traumhaft agil, nie nervös, stets sicher trotz geringer Rahmensteifgkeit von 60 Nm/° –,  irrt das Scott Spark 700 Ultimate Di2 über den Trail, gefällt mit harmonischem, feinfühligem, nie durchschlagendem 120-mm-Fahrwerk und bedacht gewählten Komponenten.

Technische Daten des Test: Scott Spark 700 Ultimate Di2

Modelljahr: 2015
Preis: 9799 Euro
Gewicht: 10,4 kg
Rahmengewicht: 2076 g
Federgabel (Gewicht): 1806 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S,M,L,XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Fox 32 Float Factory iCTD
Federweg: 120 mm
Federbein: Fox eNude iCTCD
Federweg: 85 + 120 mm
Schaltwerk: Shimano XTR Di2
Schalthebel: Shimano XTR Di2 (2 x 11)
Kurbel: Shimano XTR Race
Umwerfer: Shimano XTR Di2
Bremse: Shimano XTR Race
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: Syncros XR1.0 Carbon
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Rocket Ron LS 2.25"

Geometrie

Charakter/Einsatzbereich

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Fazit:

Spritzig im Antritt, genial im Handling, zackig bergab – das Scott Spark 700 Ultimate Di2 gefällt als Race- wie Tourenfully. Mit gelungener Di2/iCTD-Integration weist es zudem den Weg in die Zukunft.

04.02.2015