Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Scale 710 Plus (Modelljahr 2016)

MountainBIKE Scott Scale 710 Plus
Foto: Stefan Eigner
Plus-Reifen, 120 mm Hub: Das neue Scott Scale 710 Plus hat nicht viel mit seinem Race-Urahn gemein. Gut so?
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Testurteil sehr gut

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Hardtails mit dicken Reifen sind trendy. Ob Specialized, Trek oder wie hier das Scott Scale 710 Plus – alle namhaften Hersteller brüsten sich mit Plus-Hardtails. Der Preis der „Semi-Dicken“ fällt aber meist weniger salonfähig aus.

So verlangt Scott für das Scale 710 Plus mit 1890-Gramm-Alu-Rahmen, Fox-Float-Gabel in der Performance-Version (darüber liegen die Factory-Modelle) und der Mittelklasse-Schaltgruppe Sram GX in der Einfachvariante stolze 2599 Euro. Dazu erhält der Käufer die neuen 40 mm breiten Syncros-Felgen bestückt mit 2,8" breiten Schwalbe-Nobby-Nic-Reifen (in Serie die racigen schwalbe Rocket Ron).

 

MountainBIKE Scott Scale 710 Plus Reifen
Foto: Benjamin Hahn 27,5 Plus heißt der Trend: Auch Scott mischt mit und setzt auf 2,8" breite Schlappen. Mit 0,9 Bar generieren sie jede Menge Grip.

Die Sitzposition fällt angenehm ausgewogen aus. Das Scott Scale 710 Plus rollt leichtfüßig bergan und generiert in der Auffahrt für ein Hardtail höchste Traktion.

Ein Blick auf die Waage liefert eine Erklärung: Das Laufradgewicht liegt mit 4378 g unter dem der meisten mit konventioneller Bereifung bestückten Bikes in diesem Highlight-Test. Zudem bauen die mit lediglich 0,9 Bar aufgepumpten Schlauchlosreifen enorme Bodenhaftung auf.

 

MountainBIKE Scott Scale 710 Remote-Hebel
Foto: Benjamin Hahn Einfach und ergonomisch: Der neue Remote-Hebel zur Federwegsdämpfung sitzt jetzt bei 1 x 11-Antrieben praktisch in Daumenhöhe.

So richtig in Fahrt kommt das Scott Scale 710 Plus auf Trails. Ob staubtrocken oder matschig, hier fühlt sich das Scott Scale 710 Plus sauwohl. Zwar braucht das Scott Scale 710 Plus in Kurven etwas mehr Druck am Volant. Hat man sich aber erst an das zögerliche Kurvenverhalten gewöhnt, kennt es kaum Grenzen im Grip. Während der Berg- und Talfahrt schaltet man einfach via Lenkerfernbedienung in den Lock-, Trail- oder offenen Modus der Gabel.

Im offenen Modus geht es dann ab in den Downhill. So bolzt das Scott Scale 710 Plus gen Tal und dämpft Schläge dank der dicken Pneus sanft ab. Selbst kleine bis mittelgroße Sprünge sind sicher machbar. Hervorragend, wie die Fox-Forke ihre 120 mm Federweg nutzt, und am Heck sorgt der 2,8er-Nobby für eine butterweiche Landung.

Nur im Steinfeld wird das ungedämpfte Heck gern mal unruhig – ein Hardtail bleibt eben ein Hardtail. Zum Trail-Glück fehlt dem Scott Scale 710 Plus nur eine Vario-Stütze, die bei dem hohen Preis inklusive sein müsste.

Technische Daten des Test: Scott Scale 710 Plus

Modelljahr: 2016
Preis: 2599 Euro
Gewicht: 11,4 kg
Rahmengewicht: 1890 g
Federgabel (Gewicht): 1756 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Fox 32 Float Performance
Federweg getestet: 120 mm
Schaltwerk: Sram GX1
Schalthebel: Sram GX1
Kurbel: Sram X0
Umwerfer: -
Bremse: Shimano M506
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Syncros FL 2.0
Laufräder: Syncros X-40
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE PS 2,8"
Testurteil: Sehr gut (205 Punkte)

Fazit:

Scott macht aus dem beliebten Race-Hardtail Scale ein tolles Trail-Hardtail namens Scott Scale 710 Plus auf Plus-Reifen. Für den hohen Preis müsste aber eine höherwertige Ausstattung und eine Vario-Stütze drin sein.

Scott Scale 710 Plus (Modelljahr 2016) im Vergleichstest

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Scott Scale 710 Plus (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

06.10.2015
Autor: Max Hilger
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2015