Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Genius 900 Tuned (Modelljahr 2016)

MountainBIKE Scott Genius 900 Tuned
Foto: Daniel Geiger
Wer ein vortriebsstarkes, fürstlich ausgestattetes Tour- und Trailfully mit Extra-Federweg sucht, findet im superleichten Scott Genius 900 Tuned seinen Traumpartner. Im Vergleich zur bergablastigeren Konkurrenz weniger Reserven.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Bike/Rahmen extrem leicht
  • Spritziges, wendiges Handling
  • Teuerste High-End-Parts

Was uns nicht gefällt

  • Bergab weniger Reserven

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Immer einen Schritt voraus: Mit dem Genius stellte Scott vor vier Jahren eines der ersten langhubigen 29"-All-Mountains vor – das nicht träge fuhr wie ein Reisebus. Und heuer? Beeindruckt das Scott Genius noch immer.

So wiegt der Carbon-Rahmen gertenschlanke 2580 g inklusive Federbein und dessen Remote-Zug; sehr steif ist er zudem. Die Geometrie des Scott Genius 900 Tuned entspricht jedoch kaum dem aktuellen „Volahiku“-Zeitgeist (vorne lang, hinten kurz): Der Lenkwinkel steht um zwei Grad steiler als etwa beim Santa Cruz Hightower CC X01, die Kettenstreben sind mit 451 mm dafür ausladend.

 

MountainBIKE Scott Genius 900 Tuned Flip-Chip
Foto: Daniel Geiger Über einen Flip-Chip am Federbein ließe sich die für unseren Geschmack eh zu steile Geo noch um 0,5° steiler stellen.

Entsprechend fährt sich das Scott Genius 900 Tuned einfach anders als die Konkurrenz.

Beim Cruisen auf flachen, kurvigen Trails ist die Agilität über die Front ein Hochgenuss – Spielerisches wie Manual & Co. fällt durch das lange Heck aber schwer. Im steilen Gelände bei krachledernder Fahrt wird’s nicht direkt unsicher (es bietet ja viel Federweg, vorne 140 mm, hinten 130 mm), aber doch merklich nervöser.

Auch die feinfühlige Heckfederung liegt weniger satt, wie überhaupt dem Scott Genius 900 Tuned im Vergleich früher die Bodenhaftung abreißt. Einige Schuld daran tragen die schmalen, harten Marathonreifen – die rasch getauscht wären.

 

MountainBIKE Scott Genius 900 Tuned Kettenführung
Foto: Daniel Geiger Im Kontrast zur sonst auf Leichtbau getrimmten Ausstattung steht die sehr gut funktionierende Kettenführung.

Überhaupt sind die Parts fürstlich (der Preis ist’s ja auch), aber auf geringes Gewicht, weniger auf Downhill-Lust hin gewählt: Mit 11,5 Kilo ist das Scott Genius 900 Tuned bis zu zwei Kilo leichter als der Rest! Logo, dass hochzu der Berg brennt, die superleichten Carbon-Laufräder beschleunigen gierig, es rollt sich herzerfrischend leicht.

Wen das leichte Wippeln des Hecks stört, verkappt via Scott-typischen Lenkerhebel den Heckfederweg auf 90 mm und erhöht dabei die Druckstufe. Noch ein Daumenklick mehr: Gabel und Hinterbau sind im Lockout. Steile Stiche werden ebenso leichtfüßig weggedrückt, die Traktion dürfte dabei aber höher sein.

Technische Daten des Test: Scott Genius 900 Tuned

Modelljahr: 2016
Preis: 8499 Euro
Gewicht: 11,4 kg
Rahmengewicht: 2580 g
Federgabel (Gewicht): 1821 g
Gewicht Laufräder: 3866 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 80,1 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Remote Factory
Federweg: 140 mm
Federbein: Fox Nude DPS Evol Remote Factory
Federweg: 90+130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram XX1
Schalthebel: Sram XX1
Kurbel: Sram XX1
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XTR Trail
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 125 mm)
Vorbau: Syncros TR1.0 60 mm
Lenker: FL1.0 Carbon 740 mm
Naben: Syncros TR1.0 CL
Felgen: TR1.0 Carbon
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic/Rocket Ron TLE 2,25"
Testurteil: Sehr gut (211 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Fazit:

Wer ein vortriebsstarkes, fürstlich ausgestattetes Tour- und Trailfully mit Extra-Federweg sucht, findet im superleichten Scott Genius 900 Tuned seinen Traumpartner. Im Vergleich zur bergablastigeren Konkurrenz weniger Reserven.

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Scott Genius 900 Tuned (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

13.07.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016