Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Scott Genius 710 (Modelljahr 2013)

Scott Genius 710
Ohne Zweifel – Scott legt mit dem neuen Genius 710 die Mess­latte in Sachen Gewichts-Steifigkeits-Index hoch. Leichtfüßig wie ein Racer zieht das AM-Fully bergan, trumpft mit enormer Vielseitigkeit auf. Vor allem bergab profitiert es vom steifen Chassis und zieht mit seinen großen Laufrädern sicher ums Eck. Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Perfekte Sitzposition
  • Laufruhige Geometrie
  • Vielseitiger Hinterbau
  • Steifes Chassis

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Testurteil überragend

Bigger ist better – Scott setzt 2013 auf große Räder. So kommt das neue Genius wahlweise mit 29 Zoll oder 27,5 Zoll (650B). MB war gespannt, wie sich das neue Laufradmaß 650B auf dem Trail verhält, und lud ein Vorserien-Genius 710 mit Sram-Schaltung und -Bremsen zum Test.

In Serie kommt das 710 jedoch mit Shimano-XT-Antrieb und -Bremsen sowie der Vario-Stütze Reverb von Rock Shox, die das All-Mountain-Paket abrundet. So viel ist aber sicher: Die Vorserie bietet mit superleichtem 2363-g-Carbon-Chassis, steifer Alu-Wippe und neu entwickeltem 150-mm-Fahrwerk Potenzial für alle Berge. Bereits bei der Abstimmung fällt der neue Dämpfer DT Swiss Nude 2 auf.

Während sein Vorgänger, der auf Zug arbeitete, noch aufwendig über zwei Luftkammern abgestimmt werden musste, ist der Nude 2 simpel über ein Luftventil befüllbar – und bietet weiterhin den praktischen LTD-Lenkerhebel. Aufsitzen und wohlfühlen – nie bettete ein Genius den Fahrer so wohlig ein. Der steile Sitzwinkel von 75° zentriert den Fahrer angenehm mittig im Rad und sorgt für eine tritteffi­ziente Position.

Das Heck zeigt sich selbst im offenen Hinterbau-Modus antriebsneutral. Mit zugeschaltetem Traction-­Mode sprintet das 11,5 Kilo leichte All-Mountain exorbitant schnell bergan, jeden Pedaltritt setzt es freudig in Vortrieb um. Zudem bietet der Lockout-Mode die Option, im Wiegetritt knallhart zu attackieren. An steilen Rampen bleibt das Vorderrad, dank langen 441-mm-Kettenstreben und abgesenkter Gabel, gutmütig am Boden.

Über Trails schießt es laufruhig und sicher, legt sich präzise in Kurven, lässt sich auf den Punkt genau manövrieren und bietet mit 27,5" Reifendurchmesser (650B) spürbar mehr Traktion als sein Vorgänger. Im Downhill schreddert es dank massiver Fox-34-Gabel sowie steifem Chassis spurtreu durch grobe Steinfelder und saugt mit offenem Fahrwerk den Untergrund wohlwollend auf, einzig richtig grobe Schläge überfordern den progressiven DT-Swiss-Dämpfer ab und an.

Technische Daten des Test: Scott Genius 710

Modelljahr: 2013
Preis: 4799 Euro
Gewicht: 11,5 kg
Rahmengewicht: 2363 g
Federgabel (Gewicht): 2215 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 67,5 °
Sitzwinkel: 75 °
Sitzrohr: 476 mm
Oberrohr: 615 mm
Steuerrohr: 121 mm
Radstand: 1189 mm
Tretlagerhöhe: 337 mm
Federgabel: Fox 34 Talas FIT
Federweg: 150 mm
Federbein: DT Swiss Nude 2
Federweg: 150 mm
Schaltwerk: Sram X0
Schalthebel: Sram X0 (2 x 10)
Kurbel: Sram X0
Umwerfer: Sram X0
Bremse: Avid Elixir
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Syncros TR 2.0 650B CL
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Evo 2,4"

Fazit:

Ohne Zweifel – Scott legt mit dem neuen Genius 710 die Mess­latte in Sachen Gewichts-Steifigkeits-Index hoch. Leichtfüßig wie ein Racer zieht das AM-Fully bergan, trumpft mit enormer Vielseitigkeit auf. Vor allem bergab profitiert es vom steifen Chassis und zieht mit seinen großen Laufrädern sicher ums Eck.

Scott Scott Genius 710 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Scott Scott Genius 710 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

Autor: Chris Pauls
© MountainBIKE
Ausgabe /2012